Länder wollen Eisenbahnregulierungsgesetz umschreiben

Die Länder halten sie die Formulierung im Regierungsentwurf für unwirksam und fordern, die Veränderung von Trassen- und Stationspreise länderscharf an die Dynamisierung der Regionalisierungsmittel zu knüpfen. Das geht aus der Beschlussempfehlung für die Stellungnahme zum ersten Durchgang im Bundesrat hervor.

Zweifel an „Markttragfähigkeitsprinzip“

Die Länder befürchten, dass nach dem „Markttragfähigkeitsprinzip“ Erhöhungen von Trassen- und Stationspreisen, die im unbezuschussten Personenfern- und Güterverkehr nicht durchgesetzt werden können, auf den vergleichsweise nachfragerobusten Personennahverkehr abgewälzt werden. Um den Schienenverkehr insgesamt zu fördern, plädieren sie dafür, vom Vollkostenprinzip auf ein eher an den Grenzkosten orientiertes Preissystem umzusteigen.

Regulierung „light“ für NE-Bahnen, mehr Daumenschrauben für S-Bahnen

Eine weitere zentrale Forderung der Länder ist, NE-Bahn-Infrastrukturen weitgehend von der vollen Schärfe der Regulierung auszunehmen. S-Bahnen auf eigenen Netzen sollen aber weniger von der Regulierung ausgenommen werden als im Regierungsentwurf geplant – so sollen sie unter anderem zu einer getrennten Rechnungsführung für Infrastruktur und Zugbetrieb verpflichtet werden.

Der Bundesrat soll am Freitag über die insgesamt 58 Seiten umfassende Stellungnahme abstimmen. (roe)

BMVI hat drei Jahre mehr Zeit für Gesetz über Schifffahrtsabgaben

Ein Teil des neuen Gebührenrechts des Bundes soll erst drei Jahre später als geplant wirksam werden – das betrifft auch die Binnenschifffahrtsabgaben.

Das BMVI gewinnt damit bis Anfang Oktober 2021 Zeit, um das geplante Spezialgesetz für die Binnenschifffahrtsabgaben auf die Beine zu zu stellen (siehe hier). Eigentlich hätte das Spezialgesetz bis Mitte August 2018 in Kraft treten sollen.

Grund für die Verschiebung ist, dass sich das Bundesinnenministerium beim Erarbeiten seiner als Vorbild für die anderen Ressorts gedachten „Besonderen Gebührenverordnung“ mit unerwarteten Komplikationen und fehlende Rechtsgrundlagen konfrontiert sieht.

Ein Gesetzentwurf der Bundesregierung, der den Bundesrat am Freitag im ersten Durchgang voraussichtlich ohne Einwendungen passieren wird, sieht deshalb vor, den Termin für das Inkrafttreten der „Besonderen Gebührenverordnung“ des BMI von Mitte August 2016 auf den 1. Oktober 2019 zu verschieben.

Für die anderen Ressorts – also auch das BMVI und seinen Geschäftsbereich – verschiebt sich der Termin für die „Besonderen Gebührenverordnungen“ von Mitte August 2018 auf den 1. Oktober 2021.

Die schon im Februar 2015 in Kraft getretene Allgemeine Gebührenverordnung des Bundes bleibt von der Verschiebung unberührt. (roe)

Fernbusbetreiber wollen gemeinsam im BDO agieren

Wie der Verband am Montag mitteilte, haben Berlinlinienbus, Megabus, Meinfernbus-Flixbus, Postbus und Touring/Eurolines die „IG Fernbus“ im BDO gegründet. Zur Begründung heißt es, mit dem Erfolg des Fernbusses wachse auch die Begehrlichkeit, diese neue Form des Reisens einzuschränken und finanziell zu belasten. Dagegen wollen sich die Fernbusunternehmen wehren.

Zu den Zielen gehöre es, den Preisdruck von Bahn- und Luftverkehr auf den Fernbus deutlich zu machen. „Der enorme Preisverfall bei Bahn und Flieger birgt eine Gefahr für eigenwirtschaftliche Busverkehre“, teilte der BDO mit. Weitere Themen seien immer länger dauernde Genehmigungsverfahren, zeitraubende Grenzkontrollen, willkürliche Festlegung von Stationsentgelten und die Verdrängung von Busstationen aus den Innenstädten. (roe)

Aufgefischt 15.3.2016

Nach einem Bericht des Handelsblatts sind im vordringlichen Bedarf des neuen BVWP rund 34 Mrd. EUR Investitionen in den Neu- und Ausbau von Straßen vorgesehen (hinzu kommen bereits angefangene oder indisponible Projekte – im Falle Berlins zum Beispiel der Weiterbau der A100 für 573 Mio. EUR, siehe hier). Für die Schiene sind ebenfalls 29 Mrd. EUR im vordringlichen Bedarf vorgesehen, für die Wasserstraße 4,8 Mrd. EUR.

Das hessische Umweltministerium geht nach einem Bericht der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen gegen eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Wiesbaden vor. Das Gericht will das Land verpflichten, wegen wiederholter Überschreitung der Luftgrenzwerte zum Beispiel Einfahrtbeschränkungen für Diesel-Kfz in die Umweltzone Darmstadt zu erlassen. Das Land hält solche Schritte für nicht verhältnismäßig. (roe)

Wenig Mittel für Wasserstraße abgeflossen

Das geht aus Zahlen hervor, die das BMVI auf Anfrage der Grünen zur Verfügung gestellt hat. Für Ersatz, Aus- und Neubau waren danach 618 Mio. EUR eingeplant. Abgeflossen sind aber nur 370 Mio. EUR – 248 Mio. EUR blieben liegen. Teilweise kompensiert wurde der stockende Abfluss durch höheren Mitteleinsatz bei der „Erhaltung der verkehrlichen Infrastruktur“ (288 statt 216 Mio. EUR).

Schon 2014 waren nur rund 60 Prozent der Mittel für Ersatz, Aus- und Neubau ausgeschöpft worden, 245 Mio. EUR waren liegengeblieben. Auch damals hatten 54 Mio. EUR Mehrausgaben für die Erhaltung die Bilanz verbessert. 

In der Auflistung nach Wasserstraßen konnten lediglich der Dortmund-Ems-Kanal und die Obere-Havel-Wasserstraße Investitionen über den Haushaltsansatz hinaus verbuchen. Außen- und Unterweser, Wesel-Datteln-Kanal, Mosel/Saar/Lahn sowie Elbe und Saale lagen nach Verkehrsbrief-Berechnungen mit jeweils 90-100 Prozent der vorgesehenen Mittel ebenfalls weit vorne. An Neckar, Main, Main-Donau-Kanal und Donau konnte weniger als Hälfte der Mittel verbaut werden. Schlusslicht ist – wegen der erneut aufgeschobenen Fahrrinnenvertiefung – die Unter- und Außenelbe, wo der Haushaltsansatz lediglich zu 3,6 Prozent ausgeschöpft wurde. (roe)

Sechs Wochen Frist für Öffentlichkeit beim BVWP

Wie das Ministerium am Montag im Bundesanzeiger verkündete, startet die Öffentlichkeitsbeteiligung für den „BVWP 2030“ – der Begriff „BVWP 2015“ wurde wegen Zeitablaufs offenbar begraben – im Rahmen der Strategischen Umweltprüfung (SUP) am 21. März und endet am 2. Mai.

Das BMVI hebt hervor, dass nur um die Gesamtwirkung des BVWP geht und Stellungnahmen zu einzelnen Projekten unerwünscht sind. „Ziel der Öffentlichkeitsbeteiligung ist die fachliche Überprüfung der im Entwurf des BVWP 2030 getroffenen grundsätzlichen Festlegungen, insbesondere im Hinblick auf die aus dem Gesamtplan resultierenden Auswirkungen auf die Umwelt“ heißt es. „Es ist zudem nicht Ziel der Öffentlichkeitsbeteiligung, jedes Einzelprojekt im Detail zu diskutieren. Diese fachliche Auseinandersetzung ist Aufgabe der nachgelagerten eigenständigen Planungsverfahren.“

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt wird den BVWP am späten Mittwochnachmittag im Bundestags-Verkehrsausschuss vorstellen. (roe)

Aufgefischt 14.3.2016

Die Fahrbahn des Ersatzneubaus für die Rader Hochbrücke (A7) wird nun doch so weiter verbreitert, dass später eine sechsspurige Verkehrsführung möglich wäre, berichten die SHZ-Zeitungen. Der kommende BVWP gehe aber noch einer vierspurigen A7 in diesem Abschnitt aus. Bisher hatte sich das BMVI gegen sechs Spuren gesträubt.

Der sechsspurige Ausbau der A3 in Ostbayern soll bei der Bewertung für den neuen BVWP durchgefallen sein, berichtet die Passauer Neue Presse.

Die französische Flugunfalluntersuchungsbehörde BEA hat den Untersuchungsbericht zum Germanwings-Absturz im März 2015 veröffentlicht – auch auf Deutsch. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit kritisiert aus diesem Anlass einige der Sofortmaßnahmen, mit denen eine Wiederholung verhindert werden soll.

Das alte Flughafenterminal in Berlin-Schönefeld muss nun doch – wie von Budnesverkehrsminister Alexander Dobrindt gefordert – binnen fünf Jahren dem geplanten Regierungsflughafen weichen, hat der Aufsichtsrat der Berliner Flughäfen am Freitag beschlossen. Das berichten unter anderem die Potsdamer Neuesten Nachrichten/Tagesspiegel.

Auch beim dritten Feinstaubalarm in Stuttgart hat sich das Verkehrsverhalten nicht geändert, berichtet die Stuttgarter Zeitung.

Binnenschiff leidet weiter unter Niedrigwasser von 2015

Das schreiben die Gutachter in der am Freitag veröffentlichen Gleitenden Mittelfristprognose des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) für den Winter 2015/16. Eine nähere Begründung führen sie allerdings nicht auf. 2015 sank das Aufkommen um 3,2 Prozent und die Verkehrsleistung (tkm) sogar um 7 Prozent. Für 2016 wird wieder ein Zuwachs von 1,2 bzw. 1,1 Prozent erwartet.

KV gewinnt weiter

Die größten Zuwächse werden beim Kombinierten Verkehr auf der Schiene mit einem Plus von 3 Prozent beim Aufkommen und der Verkehrsleistung erwartet. Im vergangenen Jahr hatte der KV ein streikbedingt ein leichtes Minus zu verzeichnen. Die Stärke auf langen Strecken wird daran deutlich, dass er zwar nur 2,4 Prozent des Aufkommens des Straßengüterverkehrs hat, aber fast 9,2 Prozent der Verkehrsleistung.

Für den Straßengüterverkehrs prognostizieren die Gutachter den bedeutendsten Zuwachs, nämlich 1,7 Prozent beim Aufkommen und 2,1 Prozent bei der Verkehrsleistung. Diese Entwicklung werde sich abgeschwächt, aber in der gleichen Rangfolge, auch bis 2019 fortsetzen.

Fernbuswachstum stößt an Grenzen

Im Personenverkehr erwarten die Gutachter ein deutliches Abflachen der Wachstumskurve des Fernbusverkehrs von 23 Prozent im vergangenen Jahr auf 10 Prozent in diesem Jahr. In den Folgejahren bis 2019 wird ein weiterer Rückgang auf 6 Prozent erwartet.

Wegen der niedrigen Kraftstoffpreise erwarten die Gutachter aber einen überproportionalen Anstieg Verkehrsleistung im motorisierten Individualverkehr (MIV) von rund 2 Prozent 2016 und jährlich 1,4 Prozent bis 2019. Die Eisenbahn bleibt mit 1,5 bzw. 1,2 Prozent deutlich dahinter zurück. (roe)

Externer Link: Gleitende Mittelfristprognose Winter 2015/2016

MV und Bayern nehmen mehr Straßenbaumittel ab

Mecklenburg-Vorpommern hat 2015 im Vergleich der Flächenländer prozentual am meisten Investitionsmittel für Bundesfernstraßen zusätzlich abgenommen – noch vor Bayern.

Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage der Grünen hervor. Danach hat MV 28,4 Prozent mehr investiert als vorgesehen war, Bayern hingegen „nur“ 17,5 Prozent. In absoluten Zahlen liegt Bayern allerdings mit rund plus 185 Mio. EUR deutlich vor MV mit knapp plus 47 Mio. EUR. Beide Länder konnten sich gegenüber 2014 noch einmal verbessern.

Bundesfernstrassenbau-Ausschoepfung-absolut-2012-2015

Verbessern konnte sich erneut Baden-Württemberg mit 8,8 Prozent Mittel über Soll. Verschlechtert hat sich NRW nach dem Höhenflug 2014 mit nur noch 2,4 Prozent über Soll.

In den negativen Bereich abgerutscht sind Hessen, Schleswig-Holstein und Sachsen, während sich das Saarland erneut verbessern konnte. Schlusslicht unter den Flächenländern ist jetzt Sachsen-Anhalt, wo 5,8 Prozent der vorgesehenen Mittel nicht abflossen.

Bundesfernstrassenbau-Ausschoepfung-prozentual-2012-2015

Insgesamt wurden 365 Mio. EUR mehr in die Straße investiert als im Verfügungsrahmen vorgesehen war. 2014 waren es noch gut 506 Mio. EUR. (roe)

Land VR Ist Abs. Differenz Proz. Differenz
BW 686,5 747,1 60,6 8,8%
BY 1060,7 1246 185,3 17,5%
BE 150,7 123,4 -27,3 -18,1%
BB 245 271,3 26,3 10,7%
HB 65,2 38,7 -26,5 -40,6%
HH 129,7 185,9 56,2 43,3%
HE 818,9 804,7 -14,2 -1,7%
MV 164,9 211,7 46,8 28,4%
NI 558,3 599 40,7 7,3%
NW 884,6 905,4 20,8 2,4%
RP 420,6 434,8 14,2 3,4%
SL 102,4 98,3 -4,1 -4,0%
SN 216,2 213,5 -2,7 -1,2%
ST 212,4 200 -12,4 -5,8%
SH 175,1 170,4 -4,7 -2,7%
TH 186,6 192,6 6 3,2%
Summe 6077,8 6442,8 365 6,0%

Aufgefischt 11.3.2016

Der Deutschlandfunk hat am Donnerstagabend das „spezielle Verhältnis“ zwischen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und den Grünen beleuchtet.

In Gladbeck ist erneut ein Bürgerbegehren gegen den Ausbau der B224 zur A52 beantragt worden, berichten die WAZ-Zeitungen.

Bei der Sitzung des BER-Aufsichtsrats am heutigen Freitag ist Streit zu erwarten: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt fühlt sich von der Flughafengesellschaft überrumpelt, weil die das alte Schönefelder Terminal weiternutzen will, obwohl dort der neue Regierungsflughafen entstehen sollte. Indirekt droht er jetzt der Geschäftsführung mit Vertrauensentzug, falls der Flughafen nicht 2017 in Betrieb gehen sollte, berichtet unter anderem die Augsburger Allgemeine. (roe)