- Nächste Stufe Verkehr 5.0 im Blick
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt will sich künftig auch um die Sicherheit kritischer maritimer Infrastrukturen kümmern. Zu diesem Zweck wird ein neues DLR-Institut in Bremerhaven gegründet, teilten die Vorstandsvorsitzende des DLR, Pascale Ehrenfreund, und Abteilungsleiter Wolfgang Scheremet vom Bundeswirtschaftsministerium am Montag vor Journalisten mit. Ziel ist, Häfen, Handelsrouten, Schiffe und Offshore-Windanlagen vor physischen und digitalen Angriffen zu schützen. Gegen physischen Angriffe – wie zum Beispiel Piraterie – sei zum Beispiel denkbar, Aufnahmen von Erdbeobachtungssatelliten und fliegenden Plattformen mit Big-Data-Technik auszuwerten. Ehrenfreund nannte als digitale Bedrohungen Hackerangriffe, Jamming (Störung von Funk, GPS oder Radar) oder Spoofing (Einschleichen unter falscher Identität).
Nächste Stufe Verkehr 5.0 im Blick
Bedeutender ist aber laut Ehrenfreund und Scheremet, dass das DLR einen neuen institutsübergreifenden Querschnittsbereich Digitalisierung einrichtet. Er soll – wie in der am Montag vorgestellten neuen DLR-Strategie indirekt eingeräumt wird – dazu beitragen, dass die einzelnen Institute nicht separat vor sich hinarbeiten.
Von den insgesamt acht Digitalisierungsprojekten betreffen drei den Verkehrsbereich:
- Verkehr 5.0: Der nächste Schritt nach dem assistierten und hochautomatisierten Fahren einzelner Objekte (Verkehr 4.0) hat zum Ziel, automatisierte Objekte mit einem übergreifenden Verkehrsmanagement zu einem kooperativen Gesamtverkehrssystem zu verbinden. Bis 2027 soll ein Testfeld zur Demonstration aufgebaut werden.
- Digitaler Atlas: Um dem Verkehr künftig eine zuverlässige digitale Datenbasis zur Verfügung zu stellen, will das DLR einen digitalen Atlas erstellen, der alle Verkehrsträger umfasst. Schon 2020 soll ein erster Demonstrator seine Fähigkeiten zeigen, ab 2027 ist Einsatzfähigkeit geplant.
- Cybersicherheit: Autonomie und Vernetzung bringen zwar große Effizienzvorteile, sind aber leichter verwundbar. Das DLR wird eine Systematik zur Absicherung des Verkehrs gegen Cyberangriffe entwickeln. Schwerpunkt ist der Luftverkehr, aber auch die anderen Verkehrsträger sollen berücksichtigt werden. Breit umsetzbare Ergebnisse werden für 2021/22 erwartet.
Außerdem will sich das DLR verstärkt mit alternativen Treibstoffen und der Entwicklung der nächsten Generation vn Batterien befassen. (roe)
Externer Link: DLR-Strategie 2030 – Kurzfassung (Langfassung ist nicht online erhältlich)