Das geht aus den am Freitag vorgelegten vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Die Schiene verlor gegenüber 2015 1,5 Prozent des Aufkommens (in Tonnen) und 0,5 Prozent der Verkehrsleistung (Tonnenkilometer). Das Binnenschiff verlor 0,8 Prozent des Aufkommens und sogar 3,7 Prozent Verkehrsleistung. Der Lkw hingegen legt um 1,5 bzw. 2,8 Prozent zu.
Das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen sprach am Freitag von einem „Trendbruch mit Ansage“ und einer „Quittung für Wegschauen“ in der Politik. Obwohl die Wettbewerbsbahnen ein Wachstum verzeichnen konnten, sei der Markt aufgrund des starken Rückgangs bei DB Cargo insgesamt ins Kippen geraten. NEE-Geschäftsführer Peter Westenberger unterstellte der Bundesregierung, dass sie einen konkurrenzlos preiswert Lkw-Transport wolle. Neue Zugverbindungen seien daran gescheitert, dass die Beförderung pro Container oder Sattelauflieger 40-60 EUR teurer sei als beim Lkw.
Vor allem bei den Kosten für die Infrastrukturnutzung und beim Preisverhältnis von Bahnstrom und Lkw-Diesel habe Berlin für die Straße immer bessere und für die Schiene immer schlechtere Rahmenbedingungen gesetzt. Baubedingte Beschränkungen im Schienennetz und ein unterschiedliches Sicherheits- und Kontrollniveau zwischen Straße und Schiene täten ihr übriges.
Um die Entwicklung zu korrigieren, benötigten die Bahnen kurzfristig faire wirtschaftliche Bedingungen sowie mittelfristig mehr Kapazität im Schienennetz und eine technologische Modernisierung, die vom Staat gefördert und begleitet werden muss.
Positive Konjunkturanzeichen?
Die als Konjunktur-Frühindikator geschätzte Luftfracht legte 2016 im Aufkommen deutlich um 3,3 Prozent zu. 2015 hatte das Luftfrachtaufkommen stagniert, 2014 war es um 1,9 Prozent gewachsen.
Das Seefracht-Aufkommen wuchs 2016 nur geringfügig um 0,3 Prozent. (roe)