Aufgefischt 23.1.2017

  • NRW bleibt Stauland Nr. 1
  • A20: Brücke statt Damm
  • Mehr Geld für Baumschnitt an Bahnstrecken
  • Weddeler Schleife einen Schritt weiter
  • Neuer Ärger am NOK
  • Mittelrheinbrücke vor Gericht

Laut ADAC-Autobahn-Staubilanz ist die Zahl der Staukilometer in Nordrhein-Westfalen 2017 um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Das Land liegt damit unter allen Ländern an der Spitze, vor Bayern und Baden-Württemberg. Die geringste Belastung gab es in Mecklenburg-Vorpommern, gefolgt vom Saarland. Bundesweit stieg die Zahl der Staukilometer um 5 Prozent. Als Grund nennt der ADAC die um 1,3 Prozent gestiegene Kfz-Fahrleistung und die rege Bautätigkeit. Entgegen landläufiger Wahrnehmung ist übrigens der Donnerstag der stauintensivste Wochentag, noch vor dem Freitag.

An der abgesackten A20 bei Tribsees soll der komplette Damm über die Trebel-Niederung auf 800m Länge durch eine Brücke ersetzt werden. Das kündigte Landesverkehrsminister Christian Pegel unter anderem laut NDR am Montag in Rostock an. Mit einer Bonus-Malus-Regelung soll für die Baufirmen ein Anreiz gesetzt werden, bis zum Jahr 2021 fertig zu werden. Pegel warnte die Tourismuswirtschaft davor, die Staugefahr überzudramatisieren: Diese sei rund um Hamburg viel höher.

Die Deutsche Bahn will laut eigener Mitteilung 150 neue Mitarbeiter für die Vegetationskontrolle einstellen. Zusätzlich zu den bisher 100 Mio. EUR pro Jahr sollen in den nächsten fünf Jahren jährlich im Durchschnitt 25 Mio. EUR in den Rückschnitt investiert werden. Auch außerhalb der bisherigen 6-Meter-Zone beiderseits der Gleise sollen kritische Bäume entfernt werden. Unterdessen hat die private Städtebahn Sachsen laut eigener Mitteilung am vergangenen Samstag den Zugbetrieb auf der Strecke (Dresden-) Heidenau-Altenberg wieder aufgenommen, nachdem die DB die Vegetation an der Strecke zurückgeschnitten hat (siehe auch hier). Wegen derselben Problematik lässt sie aber nun auf der Strecke Dresden-Königsbrück Busse statt Züge fahren.

Die DB hat die Bürgerinformation zum zweigleisigen Ausbau der „Weddeler Schleife“ Braunschweig online gestellt. Vor Baubeginn muss die Planfeststellung aus der Mitte der neunziger Jahre noch ergänzt werden. Der Beginn der vorbereitenden Bauarbeiten ist für 2020 geplant, die Fertigstellung für 2023. Die komplizierte Finanzierungsvereinbarung war Anfang November 2017 unterschrieben worden (siehe hier).

Laut Kieler Nachrichten gibt es Ärger mit den Baufirmen beim Bau der fünften Schleuse am Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel: Zwischenzeitlich habe eine Neuausschreibung gedroht, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Angaben des GDWS-Regionalmanagements. Nun soll im 2. Halbjahr 2018 eine Lösung gefunden werden. Einen Termin für die Fertigstellung wollte GDWS-Präsident Hans-Heinrich Witte nicht nennen.

Das Verwaltungsgericht Koblenz verhandelt am heutigen Dienstag über die Frage, ob sich der Kreistag des Rhein-Hunsrück-Kreises mit der geplanten Mittelrheinbrücke befassen darf, obwohl sie nach Ansicht von Landrat Marlon Bröhr in die Verantwortung von Land oder Bund fällt. Darüber berichtet der SWR. (roe)