- Netzbedingte Verspätungen leicht rückläufig
Die Deutsche Bahn hat nach Ansicht des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) 2016 erneut Ziele der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV II) verfehlt, während das Unternehmen alle Ziele als erfüllt ansieht. Aufsichtsbehörde und das Unternehmen streiten seit 2015 über die Methodik, mit der der „theoretische Fahrzeitverlust“ ermittelt wird. Würde sich das EBA mit seiner Sichtweise durchsetzen, wäre auch 2016 der Zielwert verfehlt worden. Das schreibt die DB im jüngst veröffentlichten Infrastrukturzustands- und -entwicklungsbericht (IZB) hervor.
Nach ihrer Ansicht betrug der theoretische Fahrzeitverlust 2016 304 Minuten; zulässig wären maximal 317 Minuten. 2015 hatte die DB das Ziel deutlich verfehlt; statt der maximal zulässigen 356 Minuten hatte sie 420 Minuten ausgewiesen.
Alle anderen sieben sanktionsbewehrten Qualitätskennzahlen wurden erreicht, wenn auch zum Teil sehr knapp, zum Beispiel bei der Bewertung der Anlagenqualität der Bahnstationen.
Netzbedingte Verspätungen leicht rückläufig
Leichte Fortschritte gab es bei der Brückensanierung, die allerdings erst 2019 abschließend bewertet wird. Während 2015 nur 60 „anrechenbare“ Brückenerneuerungen verbucht werden konnten, waren es 2016 schon 137. Laut LuFV II hat die DB bis 2019 875 anrechenbare Brücken zu ersetzen oder zu sanieren. Allerdings bedürfen in Deutschland deutlich über 1000 Brücken dringend einer Grundsanierung oder des Ersatzes (Zustandsklasse 4). Das geht aus den bisher vorliegenden Antworten des BMVI auf Anfragen der Grünen zum Zustand der DB-Brücken in den einzelnen Bundesländern hervor.
Leicht zurückgegangen sind die netzbedingten Verspätungsminuten je 1000 Zug-km, und zwar von 13,9 auf 13,4. Der bisheriger Höchstwert betrug 14,1 Minuten im Jahr 2009, der beste Wert wurde 2012 mit 12,1 Minuten erzielt. (roe)
Externer Link: Infrastrukturzustandsbericht 2016