Aufgefischt 4.7.2018

  • Bund zögert beim Gäubahn-Ausbau
  • Brücken-Ersatzneubau auf der A19 kommt langsam voran
  • Hamburg klotzt beim ÖPNV
  • Dekarbonisierter Lkw noch billiger?

Der Bund will den zweigleisigen Ausbau des Gäubahn-Abschnitts Horb-Neckarhausen davon abhängig machen, ob Neigetechnik-Züge zum Einsatz kommen. Das berichtet der Schwarzwälder Bote unter Berufung auf eine Antwort von Verkehrsstaatssekretär Steffen Bilger an den Grünen-Bahnexperten Matthias Gastel. Sei das nicht der Fall, sei zu prüfen, ob der zweigleisige Ausbau trotzdem zwingend erforderlich ist. Das Land hatte in seiner Machbarkeitsstudie 2016 den Einsatz von bogenschnell fahrenden Triebzügen der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) unterstellt (siehe hier). Die DB selbst ziert sich, den Einsatz bogenschneller Neigetechnik-Züge zuzusagen (siehe hier).

Am Freitag wird das erste Teilbauwerk des Ersatzneubaus der Petersdorfer Brücke (A19) für den Verkehr freigegeben, teilt das Landesverkehrsministerium in Schwerin mit. Damit stehen zum Beginn der Urlaubssaison wieder zwei Fahrstreifen je Richtung zur Verfügung. Die Brücke ist ein Pilotprojekt für digitales Planen und Bauen (BIM/Deges-Projektseite). Eigentlich sollte die Brücke schon in diesem Jahr komplett ersetzt sein (siehe hier).

Der Hamburger Senat will ab dem Fahrplanwechsel im Dezember die Fahrgastkapazitäten von U-Bahn, S-Bahn massiv ausbauen und den Fahrplan der U-Bahn in den Spitzenzeiten auf einen 2,5-Minuten-Takt verdichten. Außerdem sollen längere Busse beschafft werden. (roe)

Der Lkw-Hersteller Scania hält es für möglich, dass der Verzicht auf fossile Kraftstoffe bis 2050 den Straßengüterverkehr sogar verbilligt. Laut Weißbuch „Scania Pathways“ (Englisch), das Ende Juni auch in (schlechter) deutscher Übersetzung veröffentlicht worden ist, könnten batterieangetriebene Fernverkehrs-Lkw schon 2027 Kostenparität mit Diesel-Lkw erreichen. Für Brennstoffzellen-Lkw werde dieser Punkt erst 2047 erreicht. Betrachtet wurden auch Biokraftstoffe und eine Technologiemix. Nicht untersucht wurde die von der deutschen Kfz-Industrie propagierten strombasierten Kraftstoffe. Nötig sei aber auf jeden Fall ein schnellerer Technologiewechsel als zum Beispiel beim Übergang von GSM- auf UMTS-Mobilfunk. (roe)