Die Ertüchtigung der Mosel mit zweiten Schleusenkammern verzögert sich offenbar. Das geht aus der Antwort des BMVI auf eine Anfrage des SPD-Binnenschifffahrtsexperten Gustav Herzog hervor. Danach soll die zweite Schleuse Koblenz als letztes Bauwerk erst 2035 in Betrieb gehen. Im Oktober 2016 hatte GDWS-Chef Prof. Hans-Heinrich Witte in einem Interview mit dem Südwestfunk einen Abschluss des Ausbaus noch für 2030/2032 in Aussicht gestellt.
Die Umplanung der Schleuse Lehmen vom sogenannten Moselstandard auf den neuen bundeseinheitlichen WSV-Standard (siehe auch hier) wird hingegen nur eine vergleichsweise geringe Verzögerung von rund einem Jahr zu Folge haben. Statt für 2023, wie bisher verschiedentlich angedeutet, wird die Inbetriebnahme nun für 2024 erwartet.
Grund ist laut BMVI ein Planänderungsverfahren, „weil die standardisierte Schleuse im Landschaftsbild von der planfestgestellten abweicht und die Hochwasserneutralität erneut nachgewiesen werden muss“. Bei den WSV-Standardschleusen könne aber nach bisheriger Erfahrung ohne Einschaltung von Ingenieurbüros sehr zügig geplant werden. „An der Mosel werden die positiven Effekte der Standardisierung erst bei den folgenden Neubauten voll zum Tragen kommen.“
Nach aktueller Planung werden die noch zu errichtenden zweiten Schleusen in folgenden Jahren in Betrieb gehen:
- 2019 Trier
- 2024 Lehmen
- 2026 Wintrich
- 2029 Müden
- 2030 Detzem
- 2032 St. Aldegund
- 2034 Enkirch
- 2035 Koblenz. (roe)