BÖB schlägt „Neuen Deal“ für die Schiene vor

Wie BÖB-Geschäftsführer Boris Kluge auf einer Veranstaltung des Verbandes Ende vergangener Woche sagte, ist eine Trassenpreishalbierung nach den vom ihm empfangenen Signalen aus dem BMVI durchaus denkbar, werde aber voraussichtlich befristet und degressiv ausgestaltet. „Dann haben wir vielleicht zehn Jahre Zeit, an den anderen Stellschrauben nachhaltig zu drehen.“

Als Beispiele nannte er Innovationen im Kombinierten Verkehr, eine Erleichterung des Wettbewerbs, weitere Elektrifizierungen, die Einführung des europäischen Zugsicherungssystem ETCS und das 740-Meter-Netz.

Ziel müsse es sein, dass nach diesen zehn Jahren des „Atemholens“ der Schienengüterverkehr wieder fest auf eigenen Beinen steht. Das bedeute, dass

  • die Kosten des Schienengüterverkehrs nicht mehr steigen als die des Straßengüterverkehrs
  • sich die Innovationen wirklich durchsetzen
  • weitestgehend elektrisch und mit ETCS gefahren wird
  • die Zulassung von Fahrzeugen und die Genehmigung von Infrastrukturen wirklich einfacher ist.

Dafür sei ein Schienengüterverkehrskonzept nötig, „das ein Herzensanliegen der Verkehrsminister ist“, sagte Kluge unter Anspielung auf die bisherigen erfolglosen Anläufe der Politik zur Stärkung der Schiene.

Auf der Veranstaltung hatten Verkehrspolitiker aller vier im Bundestag vertretenen Parteien Sympathie für eine deutliche Trassenpreissenkung oder gar Halbierung erkennen lassen. Von den Haushaltspolitikern der Koalition ist allerdings bekannt, dass sie einer weiteren finanziellen Unterstützung des Schienenverkehrs skeptisch gegenüberstehen. (roe)

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