VDA hofft auf E-Fuels für Verbrennungsmotoren

  • Dena will Debatte über Import von E-Fuels anstoßen

Der Autoindustrieverband VDA hofft, mit strombasierten Gas- und Flüssigkraftstoffen („E-Fuels“) den Verbrennungsmotor noch länger am Markt halten zu können und "ihm neue Optionen zu eröffnen". Das ließ Verbandspräsident Matthias Wissmann am Mittwoch bei der Vorstellung einer vom VDA beauftragten Studie der Deutschen Energie-Agentur (Dena) und der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik durchblicken. E-Fuels böten die Möglichkeit, die bestehende Tankstelleninfrastruktur zu nutzen und auch die Bestandsflotte mit Verbrennungsmotoren schnell CO2-neutral zu machen. Die am Mittwoch vorgestellten EU-Regulierungsvorschläge (ausführlicher Bericht folgt) höben hingegen nur auf Neufahrzeuge ab.

Als prioritäre Einsatzgebiete für E-Fuels sehen Wissmann und die Autoren der Studie aber die Verkehrsmittel an, die auf absehbare Zeit nicht elektrifizierbar seien: Das sind Luft- und Schiffsverkehr sowie der schwere Lkw. Rund 70 Prozent des Energiebedarfs des Verkehrs im Jahr 2050 müssten mit E-Fuels gedeckt werden.

Dena will Debatte über Import von E-Fuels anstoßen

Problem sei allerdings die Bereitstellung der enormen Strommengen für die Erzeugung von E-Fuels. Rund das Sieben- bis Zehnfache der aktuellen Produktion von regenerativen Strom in Europa sei für den Verkehrssektor nötig, davon allein 80 Prozent für E-Fuels. Dena-Geschäftsführer Andreas Kuhlmann plädierte deshalb dafür, die E-Fuel-Produktion in Länder zu verlegen, wo es günstigere Bedingungen für die Stromerzeugung gibt – zum Beispiel für Solarstrom nach Nordafrika. Damit lasse sich auch der Preis senken: Noch seien E-Fuels mit rund 4,50 EUR je Liter Diesel-Äquivalent sehr teuer. Kuhlmann setzt aber darauf, dass sich der Preis bis spätestens 2050 auf 1 EUR senken lässt.

Er mahnte daher die Politik, sich des Thema Import von E-Fuels anzunehmen. Die politischen Risiken hält er für geringer als beim Import von fossilen Kraftstoffen. Diese seien Eigentum der Staaten, in deren Boden sie sich befinden. E-Fuel-Anlagen könnten hingegen auch von westlichen Konzernen errichtet werden. Er räumte aber ein, dass die Dena das Thema „noch nicht zu Ende gedacht hat“. (roe)

Externe Links:

Studie "The potential of electricity-based fuels for low-emissions transport in the EU" (Englisch)

Das Potenzial strombasierter Kraftstoffe für einen klimaneutralen Verkehr in der EU (deutsche Zusammenfassung)