Pkw-Dieselquote: Echte Erholung oder nur ein Strohfeuer?

Der Diesel-Anteil an den Pkw-Neuzulassungen ist im November erneut gestiegen. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) erreichte er 34 Prozent und setzte damit den relativen Höhenflug fort, der nach dem absoluten Tiefpunkt im September (29,3 Prozent) eingesetzt hatte. Unklar ist, ob bei dem Anstieg möglicherweise auch eine Rolle spielt, dass jetzt die Auslieferungsrückstände aus dem September abgearbeitet werden. Wegen fehlender WLTP-Zertifizierung und der Einführung der Abgasnorm Euro 6d-Temp hatte zum Beispiel der VW-Konzern Tausende von Fahrzeugen nicht ausliefern können.

Daten: KBA/Grafik: roe

Wie ergänzend vom Automobilindustrieverband VDA zu hören ist, gewinnen die Firmenwagenbetreiber offenbar am ehesten Vertrauen in die Diesel-Technik zurück. Bei dieser Kundengruppe ist der Diesel-Anteil von früher knapp 70 Prozent seit dem Bekanntwerden des VW-Skandals 2015 stetig gesunken und hat vom Tiefpunkt Mitte 2018 mit rund 50 Prozent im dritten Quartel wieder leicht auf 52 Prozent zugelegt. Bei den Vermietern – die einen Großteil des Geschäfts mit dem Gebrauchtwagenverkauf machen – ist die Dieselquote (früher knapp 60 Prozent) noch lange nach dem VW-Skandal relativ stabil geblieben und erst im zweiten Halbjahr 2017 auf rund 35 Prozent abgestürzt. Derzeit liegt sie bei 38 Prozent. In VDA-Kreisen wird der Rückgang mit der schlechten Restwertentwicklung begründet, die Firmenwagenbetreiber und Vermieter stärker bei ihrer Kaufentscheidung einpreisen. Bei den Privatkunden ist seit Anfang 2018 eine Bodenbildung zu beobachten: Hier ist der Diesel-Anteil von 33 Prozent im Jahr 2015 stetig gesunken und dümpelt seit Jahresbeginn bei rund 19 Prozent vor sich hin. (roe)