- Bund soll BVWP-Bewertung schnell abschließen
Um die Reisezeiten im Bahnverkehr zwischen München und Prag von derzeit sechs auf etwas mehr als 4 Stunden zu drücken, müsste allein auf deutscher Seite weit mehr als 1 Mrd. EUR in den Streckenausbau investiert werden. Zu diesem Ergebnis kommen die Gutachter einer Machbarkeitsstudie, die am Mittwoch auf dem bayrisch-tschechischen Bahngipfel in Furth im Wald vorgestellt wurde.
In die engere Wahl kamen drei Varianten. Sie unterscheiden sich im eingesetzten Rollmaterial – lokbespannter Wagenzug oder Neigetechnik-Triebzug – und in der Anbindung beziehungsweise Umgehung des Bahnhofs Schwandorf. Die Kosten liegen für die deutsche Seite zwischen 1345 und 1658 Mio. EUR. Nötig sind unter anderem Elektrifizierung, Kurvenbegradigungen, teilweise zweigleisiger Ausbau und Blockverdichtungen. Zusammen mit den Investitionen auf tschechischen Seite werden die Projektkosten mit 2,0 bis 2,5 Mrd. EUR beziffert.
Bund soll BVWP-Bewertung schnell abschließen
Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann forderte den Bund auf, die Ergebnisse der Studie bei der abschließenden Bewertung des Streckenausbaus (Nürnberg-) Schwandorf-Furth zu berücksichtigen. Das Projekt ist derzeit noch im potenziellen Bedarf des BVWP 2030 gelistet. Sobald die Strecke zwischen Schwandorf und der Grenze im Bedarfsplan Schiene fest verankert ist, werde das Land die DB Netz mit den Planungen beauftragen. Der Startschuss soll 2018 fallen. „Auch wenn wir nicht für die Planungsfinanzierung zuständig sind, machen wir das freiwillig, um das Projekt zu beschleunigen“, sagte Herrmann.
Die Fahrzeit von ungefähr 4 Stunden 15 Minuten ist nötig, um die Taktknoten im deutschen und im tschechischen Netz zu erreichen. Mit dem Auto benötigt man laut Routenplaner bei störungsfreiem Verkehr ebenfalls rund 4 Stunden 15 Minuten (390km), Fernbusse fahren die Strecke aktuell im günstigsten Fall in 4 Stunden 40 Minuten. (roe)
Externer Link: Präsentation zu den vier Vorzugsvarianten