Mittelweser auch ohne Ausbau für GMS befahrbar

Das teilte die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt nach der Auswertung einer Versuchsfahrt mit einem Großmotorgüterschiff im April mit. Die Fahrt habe bestätigt, dass Großmotorgüterschiffe die Mittelweser zukünftig mit Einschränkungen im Begegnungsverkehr sicher befahren können. Alle sicherheitsrelevanten verkehrlichen und nautischen Randbedingungen seie gewährleistet. Nur an einigen Engstellen müssten die Begegnungs- und Wartestellen besser gewiesen und beschildert werden.

Für den Verzicht auf den Ausbau spreche, dass laut aktuellen Prognosen im Jahr 2030 nur von relativ wenigen GMS, dafür aber von erheblich mehr Europaschiffen (ES) und kleineren Fahrzeugen als heute auszugehen ist.

Aus einer Verkehrssimulation ergebe sich, dass die Fahrtdauer von Bremen nach Minden im Mittel um rund drei Stunden steigen wird. Ursache dafür sind vor allem die steigende Anzahl der Schiffe und die deshalb steigenden Wartezeiten an den Schleusen. Weitere Verzögerungen ergäben sich durch die Regelungsstrecken im oberen Flussabschnitt.

GDWS-Präsident Hans-Heinrich Witte kündigte an, die Passagedauer beispielsweise durch längere Schleusenöffnungszeiten und Schleusungsabläufe zu reduzieren. Aber auch der Einsatz des Automatischen Identifikationssystems (AIS) auf den Schiffen und eine spezielle Software für das Schleusenmanagement spielten für eine bessere Befahrbarkeit der Mittelweser eine Rolle.“

Weiterhin ist geplant, alle Schleusen von Bremen bis Minden zukünftig von einer Stelle aus zu bedienen. Deshalb wird in Minden eine neue Leitzentrale gebaut, die 2020 in Betrieb gehen soll.

Die GDWS werde nach Zulassung der Großmotorgüterschiffe die Verkehrsentwicklung und die Passagezeiten genau beobachten, um passende Lösungen für die Schleusenöffnungszeiten und für das Schleusenmanagement zu entwickeln. (roe)

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