Eine Umstellung aller 1400 BVG-Busse würde die CO2-Bilanz des Verkehrs in Berlin um rund 10 Prozent entlasten. Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz mahnte allerdings ein stärkeres Engagement der deutschen Bushersteller und mehr praxisnahes Denken an. Die Vorstellung, an jeder Haltestelle könne geladen werden, sei irrig. „Da geht mehr“, verlangte er. Ziel müsse es sein, einen ganzen Tagesumlauf ohne Nachladen zu schaffen.
Christian Hochfeld vom Think Tank Agora Verkehrswende befürchtet, dass Elektrobusse in Zukunft nicht aus Europa kommen. In China seien schon jetzt 35.000 Elektrobusse im Einsatz – nicht 100 wie in ganz Deutschland. Wenn in ein bis zwei Jahren die nächste Generation chinesischer Elektrobusse auf den Markt komme, werde dort unvergleich mehr mehr Praxiserfahrung eingeflossen sein. Nach Angaben von Scholz kostet ein Elektrobus aktuell noch mehr als doppelt so viel wie ein Dieselbus.
Den höheren Anschaffungskosten stehen nach Ansicht von Rico Gast allerdings auch Vorteile gegenüber: Betriebswirtschaftlich gebe es „Potenzial“ in den Werkstätten und bei den Betriebskosten. Aktuell, so ließ er durchblicken, seien die laufenden Kosten wegen Kinderkrankheiten noch höher. Es gelte allerdings, Widerstände bei den Fahrern und den Werkstattmitarbeitern zu überwinden. „Sagen Sie mal einem 45 Jahre alten Automechaniker, dass Sie ihm die Ölwanne wegnehmen“. Die Fahrer seien erst dadurch gewonnen worden, dass die Elektrobusse deutlich sportlicher beschleunigen als Dieselbusse. (roe)
https://www.electrive.net/2017/07/10/eurabus-will-per-bausatz-rund-1-400-e-busse-ausliefern/
„könnte“ reicht eben nicht!