Schifffahrt wünscht bessere Förderung für LNG-Antriebe

  • 150 Mio. Anschubfinanzierung für LNG-Schiffe
  • Ausschreibungen für Behördenschiffe LNG-freundlich gestalten
  • Einheitliche und schnellere Genehmigungsverfahren erarbeiten

Die Schifffahrtsbranche fordert, zunächst die Nachfrage nach LNG (Flüssigerdgas) zu stimulieren, um so im zweiten Schritt Anreize zum Aufbau der LNG-Infrastruktur zu schaffen. Ein entsprechendes Positionspapier an die Adresse der Bundesregierung hat die Maritime LNG-Plattform am Donnerstag in Hamburg vorgestellt. Bei der Betankung von LNG-angetriebenen Schiffen könne solange mit LNG-Bunkerschiffen oder Kesselwagen von Hafengleisen aus improvisiert werden, bis sich der Aufbau ortsfester Tankstellen lohne.

150 Mio. Anschubfinanzierung für LNG-Schiffe

Konkret schlägt die Plattform – ein Zusammenschluss von 70 Verbänden und Unternehmen mit LNG-Interessen – vor, den Neubau von Schiffen mit LNG-Antrieb finanziell zu fördern, um so die Anschaffungsmehrkosten gegenüber herkömmlich angetriebenen Schiffen auszugleichen. Sie betragen heute 20-30 Prozent, erläuterte Geschäftsführer Georg Ehrmann. Das Förderprogramm sollte ein Volumen von 150 Mio. EUR pro Jahr haben. Die Fördersumme je Schiff soll auf 15 Mio. EUR gedeckelt werden. „Bisher ist in ganz Europa kein einziges LNG-Schiff ohne staatliche Zuschüsse in Fahrt gebracht worden“, sagte Ralf Nagel vom Reederverband VDR. Er betonte, dass die Förderung kein Instrument auf Dauer sein solle.

Ralf Sören Marquardt vom Schiffsbauverband VSM konkretisierte das: Er könne sich vorstellen, dass die Mehrkosten bis 2020 – wenn laut Klassifizierungsgesellschaft DNV rund 1000 LNG-Schiffe weltweit in Fahrt sind – auf rund 10 Prozent gesunken sind. Eine Betriebskostenbeihilfe lehnten Nagel und Marquardt ab. LNG sei zwar teurer als Marinediesel (MGO), aber regional in sehr unterschiedlicher Höhe.

Ausschreibungen für Behördenschiffe LNG-freundlich gestalten

Weiter mahnt die Plattform die öffentliche Hand, als Betreiber von mehr 700 Behördenschiffen „First Mover“ zu werden und bei künftigen Beschaffungen Angebote mit LNG-Antrieb besser zu berücksichtigen.

Einheitliche und schnellere Genehmigungsverfahren erarbeiten

Alle drei Redner betonten die Notwendigkeit, für LNG-Tankstellen und den Transport bundesweit einheitliche Standards und ein Mustergehmigungsverfahren zu etablieren. Für die LNG-Powerbarge in Hamburg habe der Hafen eigens einen „Behördenlotsen“ abstellen müssen. Bis zu 23 Behörden wollten mitreden. In ihrem Positionspapier fordert die Plattform, zeitnah eine „Taskforce Genehmigungsmanagement“ einzusetzen, in der Hafenvertreter, TÜV und LNG-erfahrene Behördenvertreter aus Norwegen und Schweden, die bis Ende dieses Jahres konkrete Ergebnisse vorlegen soll. (roe)

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