- DB hat 2014 302 Mio. EUR nicht verbaut
- Unterschiedliche nationale Finanzierungsmodelle nicht berücksichtigt
- SCI befürchtet Investitionsstau
Deutschland liegt beim europäischen Ranking der vom Staat getragenen Pro-Kopf-Investitionen in das Schienennetz weiter auf einem der hinteren Plätze. Das geht aus Vergleichszahlen hervor, die die Allianz pro Schiene heute in Berlin vorlegte.

Danach hat Deutschland 2014 nur noch 49 EUR je Einwohner investiert, während es 2013 noch 54 EUR waren. Zum Vergleich: In Frankreich stieg der Betrag im gleichen Zeitraum von 47 auf 50 EUR. An der Spitze liegen wie schon in den Vorjahren die Schweiz (351 EUR) und Österreich (210 EUR). Allianz-Pro-Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege forderte, der Staat solle für Investitionen in die Schiene (Erhalt sowie Neu- und Ausbau) jährlich 6,5 Mrd. EUR zur Verfügung stellen. Das würde pro Kopf rund 80 EUR entsprechen, so viel wie in Italien. Er betonte, dass unabhängig von der Bezugsgröße Deutschland immer weit hinten läge.
DB hat im letzten Jahr 302 Mio. EUR nicht verbaut
Flege beklagte, dass die wichtige Neu- und Ausbauvorhaben wie die Rheintalbahn Karlsruhe-Basel oder die Gütermagistrale Richtung Polen stocken. Im vergangenen Jahr sind 302 Mio. EUR oder rund ein Viertel der zur Verfügung gestellten Mittel für Neu- und Ausbau nicht abgeflossen. Flege forderte daher, endlich den Planungsvorrat für die Schiene anzulegen, wie er im Koalitionsvertrag vereinbart sei.
Unterschiedliche nationale Finanzierungsmodelle nicht berücksichtigt
Nicht in den Vergleich eingeflossen ist, wieviel die Eisenbahnen aus Eigenmitteln in die Infrastruktur investiert haben. Während in Deutschland alle laufenden Kosten aus den Trassenentgelten gedeckt werden müssen (Vollkostenansatz), hat Schweden dank des Grenzkostenansatzes sehr niedrige Trassenpreise und bedingt dadurch einen höheren staatlichen Zuschussbedarf.
SCI befürchtet Investitionsstau
Maria Leenen, Geschäftsführerin der Unternehmensberatung SCI Verkehr, die die Daten für die Allianz pro Schiene erhoben hat, warnte vor einem Investitionsstau vor allem bei Erhaltungsinvestitionen. „Man kann bei der Schiene fünf Jahre zu wenig investieren, ohne dass es der Kunde spürt, aber irgendwann schwappt es über“, sagte sie. „Es ist eine tickende Zeitbombe.“ (roe)