BMVI will Bahnnetz widerstandsfähiger machen

Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann hat im Gespräch mit dem Verkehrsbrief Überlegungen des Bundes zu einem „Netzergänzungsprogramm“ für die Schiene bestätigt. Danach sollen vor allem Elektrifizierungslücken geschlossen werden, um eine höhere Stabilität und Widerstandsfähigkeit (Resilienz) des Eisenbahnbetriebs bei Störungen und Baustellen zu erreichen. Hintergrund sind die Erfahrungen nach der Rastatt-Havarie.

Laut Ferlemann ist ein Teil der der angedachten Projekte schon im Bundesverkehrswegeplan enthalten – zum Beispiel der Ausbau des „Ostkorridors“ von Hamburg über Halle-Hof-Regensburg Richtung Alpen -, andere Projekte könnten aus der Projektliste des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen für ein Elektrifizierungs-Sonderprogramm übernommen werden. „Das ist eine gute Basis“, sagte er.

Ausdrücklich distanzierte er sich von der „Kleinen Pfalzlösung“, dem Ausbau der linksrheinischen Strecke zwischen Ludwigshafen und Wörth/Karlsruhe für den Güterverkehr. Das sei eine Idee alleine der DB, „wir wollen das eigentlich nicht“.

Aus VDV-Kreisen ist unterdessen zu hören, dass die Arbeiten an einem Handbuch zum vereinfachten und vor allem kostengünstigeren Bau von Oberleitungen gut vorankommen. Noch vor Ende des Jahres werde das Konzept vorgestellt. Dabei werde auch auf die Erfahrungen der DDR-Reichsbahn zurückgegriffen. Diese hatte ebenfalls eine „Einfachfahrleitung“ entwickelt, die sich aber aufgrund minderwertiger Materialien nicht bewährte. (roe)

Externer Link: VDV-Positionspapier für ein Elektrifizierungs-Sonderprogramm