Bauwirtschaft wünscht sich wieder ein BMVBS

  • Invest-Hochlauf: Preissteigerung frisst Mehrausgaben zu einem Großteil auf
  • Verstetigung der Auftragsvergabe angemahnt

Die Bauwirtschaft wünscht sich, dass Verkehr und Bau wieder in einem Ministerium zusammengeführt werden. Die Ausgliederung des Bauressorts ins Umweltministerium habe sich nicht bewährt, monierten die Präsidenten der Bauverbände HDB und ZDB, Peter Hübner und Hartmut Loewenstein, auf ihrer gemeinsamen Jahresauftakt-Pressekonferenz. Alle Bauthemen gehörten unter ein Dach.

Preissteigerung frisst Mehrausgaben zu einem Großteil auf

Wie aus den Zahlen für das vergangene Jahr hervorgeht, nähert sich die Bauwirtschaft der Vollauslastung. Der Auslastungsgrad der Geräte lag bei 77 Prozent. Faktische Vollauslastung werde im mittleren bis oberen 80-Prozent-Bereich erreicht. Der Umsatz legte nominal um 5 Prozent zu, die Preissteigerung für Bauleistung betrug 3 Prozent.

Für das laufende Jahr erwarten die beiden Verbände speziell für den öffentlichen Bau (unter anderem Straßen), dass sich der Abstand zwischen beiden Größen weiter verringert: Der Umsatz soll nominal um 4 Prozent wachsen, die Preissteigerung wird bei 3,5 Prozent angesetzt. Loewenstein räumte auf Nachfrage ein, dass man real von einer Stagnation sprechen könne. Sein HDB-Kollege Hübner sieht aber noch keine Gefahr einer überhitzten Baukonjunktur. Die Gewinne lägen immer noch im unteren einstelligen Prozentbereich, zwischen 1 und 3 Prozent.

Beide ließen durchblicken, dass viel gewinnen wäre, wenn speziell die öffentliche Hand die Auftragsvergabe im Jahresverlauf verstetigen würde. Im Januar und Februar würde nur die Hälfte des rein rechnerisch auf diese Monate entfallen Auftragsvolumens vergeben. „Auch im November und Dezember sinkt das Auftragsvolumen deutlich ab“, stellte Hübner fest.

Verstetigung der Auftragsvergabe angemahnt

Angesichts der noch nicht absehbaren Verabschiedung des Bundeshaushalts für 2018 riefen sie Finanz- und Verkehrsministerium auf, „alle Spielräume des Haushaltsrechts auszuschöpfen, damit die für die Verkehrswegeinvestitionen des Bundes eingeplanten Mittel zügig verbaut werden können“. Wegen der vorläufigen Haushaltsführung können derzeit nur Erhaltungsmaßnahmen neu in Angriff genommen werden. Der Start neuer Neu- und Ausbauvorhaben liegt auf Eis, solange es keinen ordentlichen Haushalt gibt.

Beide appellierten an den Bund, zügig ein Planungs- und Baubeschleunigungsgesetz zu verabschieden. Vor allem für Ersatzneubauten seien vereinfachte Genehmigungsverfahren nötig. (roe)