Das BMVI wird prüfen, ob es das vom Gütertransportverband BGL am Freitag in Hamburg vorgestellte Konzept des „Bekannten Versenders“ in den Aktionsplan Güterverkehr und Logistik aufnimmt. Das sagte Verkehrsstaatssekretär Norbert Barthle zu. Das von BGL und Transfrigoroute entwickelte Konzept soll den Ladungsdiebstahl durch kriminelle Fuhrunternehmen und intransparente Subunternehmerketten eindämmen. Es sieht vor, dass Mitgliedsunternehmen des BGL die Kennzeichen ihrer Fahrzeuge gegen eine geringe Gebühr – die Rede ist von 2 EUR/Monat – in einer Datenbank beim BGL hinterlegen können. Für die Verlader ist das System kostenlos. Bei der Abholung an der Rampe kann der Versender dann leicht überprüfen, ob das eingesetzte Fahrzeug einem vertrauenswürdigen Unternehmer gehört. Der BGL bürge für die registrierten Unternehmen. Sollte ein Spediteur trotzdem einen nicht registrierten Lkw schicken, werde eine Konventionalstrafe von 5000 EUR fällig. Schwarze Schafe sollen durch einen gemischt besetzten „Güteausschuss“ auch dauerhaft ausgeschlossen werden können. Speziell Markenartiklern aus Industrie und Handel soll damit eine Möglichkeit eröffnet werden, ihre Lieferketten auf vertrauenswürdige Unternehmen zu stützen.
Der BGL wird das System 2016 zunächst in Deutschland aufbauen, über die IRU (International Road Transport Union) soll es jedoch zügig als „Trusted Carrier“ internationalisiert werden. BGL-Hauptgeschäftsführer Karlheinz Schmidt berichtete, es gebe schon reges Interesse aus Polen, Frankreich und den Niederlanden. (roe)