- Drei Rheinabschnitte und Spree in Berlin im Fokus
- Relevante Belastung nur durch Stickoxide
Abgasnachbehandlungssysteme oder gar „Feinstaubplaketten“ für Binnenschiffe in städtischen Gebieten können keinen nennenswerten Beitrag zu einer Verbesserung der Luftqualität entlang der Ufer leisten, da die Belastungen in erster Linie offensichtlich von anderen Emittenten ausgehen. Zu diesem Schluss kommt der Binnenschifffahrtsverband BDB anhand von vier Studien des Ingenieurbüros Lohmeyer im Auftrag der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG).
Drei Rheinabschnitte und Spree in Berlin im Fokus
Untersucht wurden vier Flussabschnitte: Am Niederrhein bei Wesel, am Mittelrhein bei Köln, am Oberrhein südlich von Karlsruhe sowie an der Spree in Berlin. Anhand realer Verkehrs-, Wetter- und Geländedaten wurde berechnet (nicht gemessen), wie hoch die zusätzliche von der Schifffahrt ausgehende Belastung der Luft mit Stickoxiden, Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid, Kohlenwasserstoffen, Benzol, Ruß und Partikeln ist.
Relevante Belastung nur durch Stickoxide
Mehr als 10 Prozent des Grenzwerts für die Luftbelastung (Immission) werden nur bei Stickoxiden (NOx) erreicht. Sowohl in Köln auch in Wesel wird der NOx-Grenzwert in der Fahrrinne allein durch die Schifffahrt um das Doppelte überschritten. Im Uferbereich erreicht die NOx-Belastung dort noch ein Viertel bis ein Drittel des Grenzwerts, in 130 Meter Entfernung noch knapp ein Fünftel. In Berlin hingegen beträgt die NOx-Zusatzbelastung selbst in Fahrrinnenmitte nur ein Fünftel des Grenzwerts. Das Ergebnis wird aber möglicherweise durch den stark saisonalen Charakter der Fahrgastschifffahrt auf der Spree beeinflusst. Für alle anderen Schadstoffe ist die Zusatzbelastung durch die Binnenschifffahrt auf allen vier Abschnitten gemessen an den Grenzwerten vernachlässigbar. (roe)