BMVI lässt sich bei Lang-Lkw-Regelbetrieb nicht in die Karten schauen

  • Noch kein Vergleich 25m-Lkw versus Langtrailer möglich
  • Lang-Lkw wird anders genutzt als von Verlagerungsskeptikern befürchtet

Das BMVI will sich weiter nicht öffentlich festlegen, wie die von ihm angestrebte „Regelzulassung“ des Lang-Lkw aussehen könnte. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervor. „Die Bundesregierung wird verschiedene Optionen im Lichte des Feldversuchs betrachten“, heißt es dort ausweichend. „In Abhängigkeit der Ergebnisse werden dann mögliche Änderungen geprüft werden.“ Verkehrsminister Alexander Dobrindt hatte schon vor geraumer Zeit deutlich gemacht, dass er nach dem Auslaufen des Feldversuchs am 31. Dezember 2016 einen Regelbetrieb für Lang-Lkw ermöglichen möchte. Auch bei der Vorstellung der Zwischenergebnisse Mitte März hatte das BMVI entsprechende Signale ausgesendet. Ausdrücklich ausgeschlossen wird die Zulassung der bis zu 60t schweren „Gigaliner“: „Ihre Regelzulassung ist für Deutschland nicht geplant“, heißt es in der Vorbemerkung des BMVI.

Noch kein Vergleich 25m-Lkw versus Langtrailer möglich

Auf die Frage, warum die Effizienzvorteile des 25,25m-Lkw nicht auch mit denen des verlängerten Trailers (Lang-Lkw-Typ I) verglichen wurden, antwortet das BMVI mit dem Hinweis, dass die Zahl der gemeldeten Kombinationen bisher zu gering gewesen sei, um belastbare Daten zu erheben. Aufgrund der Freigabe für den Verkehr in NRW sei aber eine Zunahme zu erwarten, so dass „vertiefende Erkenntnisse zum Einsatz des Lang-Lkw vom Typ 1 im Rahmen der Abschlussphase der wissenschaftlichen Begleitung gewonnen werden“ könnten.

Lang-Lkw wird anders genutzt als von Verlagerungsskeptikern befürchtet

Entschieden weist das BMVI Studien zurück, wonach der Lang-Lkw Transporte von der Schiene auf die Straße zurückverlagert. Die von den Grünen ins Feld geführte Studie des Beratungsunternehmens K+P mit dem Fraunhofer ISI http://www.isi.fraunhofer.de/isi-wAssets/docs/n/de/publikationen/Megatrucks_Kurzfassung.pdf habe für diese Frage keine Aussagekraft. Sie untersuche auf theoretischer Basis Verlagerungseffekte von 44t- und 60t-Gigalinern auf grenzüberschreitenden europäischen Einsatz auf ausgewählten Korridoren. Es würden so „Verlagerungsmöglichkeiten in Segmenten abgeleitet, die im Feldversuch mit Lang-Lkw bislang nicht beobachtet wurden“, heißt es. „Der Tatsache, dass der Lang-Lkw eine gute Ergänzung zum Kombinierten Verkehr darstellen kann, so wie im Feldversuch tatsächlich beobachtet, wird dort ebenfalls nicht Rechnung getragen.“ Bisher habe im Feldversuch jedenfalls keine Konkurrenz zur Schiene festgestellt werden können, sondern nur zum Straßentransport mit herkömmlichen Lkw. (roe)

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