Fernbusbranche erwartet Maut ab 2018

  • MFB: Busmaut nur im Gleichklang mit Pkw-Maut
  • Sollen Kommunen Fernbushaltestellen bauen?
  • Städte können bei Flächenausweisung helfen

Das Thema Maut beschäftigt die Fernbusbranche offenbar mehr als sie nach außen zugibt. Wie Branchenvertreter am Mittwoch am Rande des Nutzfahrzeug-Symposiums des Automobilherstellerverbandes VDA sagten, rechnen sie mit der Einführung einer Mautpflicht in der nächsten Legislaturperiode. Zu wünschen sei eine stufenweise Einführung, damit die Fahrgäste nicht auf einen Schlag mit einer kräftigen Fahrpreiserhöhung konfrontiert werden.

MFB: Busmaut nur im Gleichklang mit Pkw-Maut

Zuvor hatte Meinfernbus-Geschäftsführer Panya Putsathit in einer Podiumsdiskussion gefordert, eine Busmaut nur dann einzuführen, wenn gleichzeitig eine „echte“ Maut für den Pkw erhoben wird. Es dürfe nicht sein, dass ein umweltfreundliches Verkehrsmittel wie der Bus mehr belastet und so eine politisch unterwünschte Rückverlagerung auf den Individualverkehr gefördert werde.

Sollen Kommunen Fernbushaltestellen bauen?

Kontrovers diskutiert wurde die Frage der Fernbushaltestellen. Putsathit bezeichnete die Haltestelleninfrastruktur als ein wesentliches Wachstumshindernis und forderte von den Kommunen mehr Engagement. Es gehe nicht um „Glaspaläste“, sondern oft nur um Wartehäuschen. Zudem könnten viele vorhandene ÖPNV-Haltestellen durch die Fernbusse mitgenutzt werden. Er verlange nicht, dass die Haltestellen kostenlos hingestellt werden – in vielen Städten müsse in den Busbahnhöfen für die Nutzung gezahlt werden. Carsten Hansen vom Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) wies die Forderung dennoch zurück. Weder seien die Kommunen dazu rechtlich verpflichtet noch seien sie aufgrund ihrer Schuldenlast in der Lage, mal eben auch nur einige Tausend Euro für eine bessere Haltestelle vorzufinanzieren. „Ein gewerbliches Interesse darf nicht auf die Kommunen verlagert werden“, betonte er – auch wenn die Kommunen natürlich Interesse daran hätten, an das Fernbusnetz angeschlossen zu sein. Fernbushaltestellen zu Lasten des ÖPNV lehnte er grundsätzlich ab.

Städte können bei Flächenausweisung helfen

Gesprächsmöglichkeit sieht Hansen bei der Flächenausweisung für Busbahnhöfe, die dann privat errichtet würden. Allerdings müssten die Kommunen dabei auch die Interessen der Anlieger und der übrigen Verkehrsteilnehmer berücksichtigen. Am beliebtesten seien Flächen in der Nähe der Bahnhöfe, doch dort sei die Verkehrsbelastung schon jetzt hoch. Nicht zielführend seien Busbahnhöfe an der Peripherie, die zusätzlichen Bring- und Abholverkehr erzeugten. (roe)

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