Zwiespältiges Ergebnis für Deutschland bei Verkehrssicherheit

  • Mehr Radfahrer, mehr tote Radfahrer
  • Ablenkung wird zum ernsten Problem

Deutschland steht bei der Zahl der Verkehrstoten deutlich besser da, wenn auch die Fahrleistung berücksichtigt wird. In der jährlichen Erhebung der International Road Traffic Data and Analysis Group (IRTAD), die am Mittwoch auf dem Weltverkehrsforum in Leipzig vorgestellt wurde, liegt Deutschland mit 4,2 Toten je gefahrene Mrd. Fahrzeug-Kilometer auf Platz 7 – vor den Niederlanden (4,7). Wird hingegen die Zahl der Toten je 100.000 Einwohner betrachtet, liegt Deutschland mit 3,8 auf Platz 10 und damit hinter den Niederlanden (3,6/Platz 7).

Die sichersten Länder waren wie schon in den Vorjahren Norwegen, Schweden und die Schweiz mit 2,0 bis 2,7 Verkehrstoten je 100.000 Einwohner und 3,0 bis 3,3 Verkehrstoten je gefahrene Mrd. Fahrzeug-Kilometer. Die Erhebung erfasst im Grundsatz 32 Staaten. Für 22 Staaten liegen auch Daten zur Fahrleistung vor.

Mehr Radfahrer, mehr Tote

Wie auch schon die EU-Kommission in ihrer Unfallbilanz (siehe hier) stellt die IRTAD fest, dass sich der Rückgang der Zahl der Verkehrstoten verlangsamt hat. Als Grund sieht sie zum einen die Zunahme des Radverkehrs und damit ungeschützter Verkehrsteilnehmer an. In Deutschland jedenfalls ist die Zahl getöteter Radfahrer von 2010 bis 2016 um 3,1 Prozent gestiegen, in den Radfahrnationen Niederlande und Dänemark sogar um 17 bzw. 19 Prozent. Den höchsten Anstieg verzeichnete übrigens Österreich mit 50 Prozent.

Ablenkung wird zum ernsten Problem

Zum anderen thematisiert sie Ablenkung, nicht zuletzt durch Mobiltelefone. „Einige Länder erwähnen einen deutlichen Anstieg von Unfällen wegen der Benutzung von Mobiltelefonen oder anderen digitalen Geräten beim Fahren“, heißt es. „Die Faktenlage ist lückenhaft, weil es keine standardisierten Daten gibt, die den Einfluss von Ablenkung auf das Fahrverhalten belegen. Die verfügbaren Informationen stützen jedoch die Sichtweise, dass Ablenkung beim Fahren zu einem großen Risiko für die Straßenverkehrssicherheit wird, das eine systematischere Antwort verlangt.“ (roe)

Externer Link: IRTAD Annual Report Road Safety 2018 (nur auf Englisch)