Verkehrsminister verlangen verlässlichen Bahnbetrieb

  • Mehr Redundanz ins Eisenbahnnetz
  • Schwarzer-Peter-Spiel zwischen DB und Ländern

Die Länder verlangen von der DB einen wetterfesten Betrieb. Das machte Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch am Freitag nach der Verkehrsministerkonferenz in Wolfsburg deutlich. Der Bund wird aufgefordert, bis zur nächsten VMK im April zu berichten, welche Schritte die DB-Infrastruktursparte unternommen hat, damit nicht schon wieder selbst „mittelschwere Stürme“ – so Horch – den Bahnverkehr zum Erliegen bringen.

Schwarzer-Peter-Spiel zwischen DB und Ländern

Aus DB-Kreisen ist unterdessen der Vorwurf zu vernehmen, dass oft die Naturschutzbehörden einen Rückschnitt von Bäumen an den Gleisen verhindern. Genannt wurden unter anderem Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla wolle das Thema jetzt aber energisch angehen. Man sei sich dessen bewusst, dass die Verlagerung von Verkehren auf die Schiene nur dann gelinge, wenn Bürger und Wirtschaft Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Eisenbahn hätten.

Aus Länderkreisen hieß es am Rande der VMK, die DB versuche die Schuld unberechtigterweise auf die Naturschutzbehörden abzuschieben. Wenn man den Rückschnitt lange Zeit vernachlässige, würden eben aus leicht zu beseitigenden Sträuchern Bäume, die unter einem ganz anderen Schutz ständen.

Mehr Redundanz ins Eisenbahnnetz

Vor dem Hintergrund der Rheintalbahn-Havarie und den fehlenden Ausweichstrecken mahnten die Länder überdies an, mehr Redundanzen im Schienennetz zu schaffen. Dafür müsse ein zusätzliches Infrastrukturprogramm aufgelegt werden. Außerdem sollte die Bewertungsmethodik für den Bundesverkehrswegeplan so geändert werden, dass der Nutzen von Maßnahmen, die der Redundanz nützten, besonders gewichtet werde. (roe)