Software-Updates im Winter unwirksam?

Die verpflichtenden Software-Updates für VW-Betrugsdiesel haben die Stickoxid-Emissionen im Realbetrieb nur bedingt vermindert. Zu diesem Ergebnis kommt das Emissions-Kontroll-Institut (EKI) unter dem Dach der Deutschen Umwelthilfe (DUH) aufgrund eigener Vorher-Nachher-Messungen an drei verschiedenen Fahrzeugen, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurden.

Entscheidender Faktor scheint die Außentemperatur zu sein. Bei Temperaturen über 10 Grad war je nach Modell eine Verbesserung um 25 bis 54 Prozent erkennbar. In einem Fall wurde sogar der NOx-Grenzwert für Euro-5-Pkw fast eingehalten. Ausgerechnet dieses Fahrzeug, ein VW Sharan mit 2-Liter-Motor, wies bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt jedoch deutlich höhere Emissionen als vor dem Update bei sommerlichen Temperaturen auf. Aus Sicht von EKI-Leiter Axel Friedrich deutet das darauf hin, dass sich die „Thermofenster“-Problematik durch die Software-Updates nicht geändert hat. DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch erinnerte daran, dass hohe Stickoxidwerte im Winter für geschwächte Menschen und Kinder besonders kritisch sind.

Überhaupt keinen Effekt im Realbetrieb gebracht haben nach Einschätzung von Friedrich die Software-Updates von Renault (siehe hier). Ein upgedateter Renault Captur habe bei Messungen im Mai selbst im Leerlauf ein extrem schlechtes Emissionsverhalten gezeigt, sagte er auf Nachfrage des Verkehrsbriefs.

Deutlich höhere Emissionsminderungen wurden bei drei exemplarischen Hardware-Nachrüstungen mit SCR-Katalysatoren an zwei VW und einem BMW erreicht. Alle Fahrzeuge hielten im Realbetrieb den Euro-5-Grenzwert für NOx ein. Vor diesem Hintergrund appellierten Resch und Friedrich an die Bundesregierung, endlich den Weg für flächige Hardware-Nachrüstungen freizumachen.

Externer Link: Bericht des EKI zu Vorher-Nachher-Messungen