Neue Rheinbrücke trotz giftigem Grund

Die Bundesregierung hält die Risiken, die durch den Eingriff in die giftmüllbelastete frühere Deponie Dhünnaue beim Ersatzneubau der Leverkusener Rheinbrücke entstehen, für beherrschbar.

Die Zusammensetzung des Mülls sei durch frühere Gutachten und Erkundungsbohrungen im Jahr 2016 bekannt, heißt es in der Antwort des BMVI auf eine Kleine Anfrage der Linken. In der Deponie hatten die heutigen Bayer-Werke bis 1965 unter anderem auch anorganische und organische Produktionsreste abgelagert. Für den Neubau der Brücke und die Entwirrung des Autobahnkreuzes Leverkusen-West muss in die derzeit versiegelte Deponie sowohl mit einzelnen Bohrpfählen als auch flächig eingegriffen werden. Die Anwohner befürchten, dass dabei Giftstoffe freiwerden.

Den Untersuchungen zufolge gelten 8 Prozent des Deponievolumens als „höher belastet“ und müssen bei Entnahme als Sondermüll entsorgt werden. Beim Rest handelt es sich um unproblematische Materialien wie Bauschutt oder Hausmüll. Straßen NRW plant, die Arbeiten an der Deponie in Leichtbauhallen unter Luftunterdruck vorzunehmen, um so jegliches Entweichen von Staub oder giftigen Dämpfen zu verhindern.

Falls es dennoch Dritten Schäden durch den Eingriff entstehen, haftet laut BMVI die Bundesstraßenverwaltung. Ebenso müsse alle Kosten für die Wiederherstellung des sanierten Zustands übernehmen. Das sehe eine Vereinbarung zwischen Bund, Bayer AG und der Stadt Leverkusen aus dem Jahr 1997 vor. (roe)

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