Linke warnt vor Diesel-Umtausch

Die Linken-Verkehrsexpertin Ingrid Remmers warnt Politik und Verbraucher davor, sich unkritisch auf Umtauschlösungen der Hersteller im Kampf gegen Diesel-Abgase einzulassen. Die auch im Realbetrieb sauberen Diesel-Pkw der Abgasnorm Euro 6d-Temp seien erst seit einigen Monaten auf dem Markt, sagte sie am Donnerstag bei einem Pressegespräch im Bundestag. Sollten die Meldungen zutreffen, wonach Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer den Herstellern ermöglichen will, auch „junge Gebrauchte“ - mit den Euronormen 6a bis 6c - zum Austausch gegen Euro-4- und Euro-5-Diesel anzubieten, würden damit erneut Fahrzeuge verkauft, die im Realbetrieb weit über den NOx-Grenzwerten liegen. Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes zum Fahrverbot für Euro-5-Diesel in Stuttgart sei aber damit zu rechnen, dass die Gerichte den Haltern dieser Fahrzeuge ebenfalls vier Jahre nach dem Auslaufen der Norm den Vertrauensschutz  entziehen. Das wäre Anfang September 2022.

Herbert Behrens, in der vergangenen Legislaturperiode Vorsitzender des Abgas-Untersuchungsausschusses des Bundestages, beklagte, dass laut österreichischen Zahlen die Dieselflotte durch die Fahrverbotsdiskussion um rund 20 bis 25 Prozent entwertet worden sei. Umgerechnet auf die deutsche Flotte bedeute das einen Wertverlust von mindestens 55 Mrd. EUR. (roe)