Kommt der Datenschutz unter die Räder autonomer Autos?

Für das hochautomatisierte und das autonome Fahren werden die Nutzer deutliche Zugeständnisse in Sachen Datenschutz machen müssen. Das prognostizierte der VW-Zukunftsforscher Wolfgang Müller-Pietralla in der vergangenen Woche auf dem Technischen Kongress des Autoindustrieverbandes VDA. Beim automatisierten Fahren fallen Daten nicht nur in großer Menge an, sondern sie werden auch benötigt, um es anderen Fahrzeugen zu ermöglichen, sich ein realitätsnahes Lagebild zu machen.

Bosch-Geschäftsführer Stefan Hartung mahnte aber zur Vorsicht. „Wir müssen uns als Industrie sehr genau ansehen, was wir da tun“, sagte Hartung. Heute sei vielfach die Einstellung zu beobachten, Daten als neues Erdöl oder Gold zu betrachten. Entscheidend sei aber, ob die Industrie in Richtung Datenmonopole oder Datenmärkte unterwegs sei. IT-Unternehmen würden die Daten nutzen, um den Nutzern während der Fahrt einen neuen Fernseher anzubieten, sagte er - ohne die autonomen Google-Autos direkt zu erwähnen. „Wir als Industrie müssen da genauer nachdenken.“

Müller-Pietralla hob allerdings hervor, dass die Einstellung der Bürger zum Datenschutz in den wichtigsten Märkten stark unterscheide. Während in China das digitale Leben einen hohen positiven Stellenwert habe, stehe in Deutschland der Wunsch nach Schutz und Sicherheit an erster Stelle. (roe)