{"id":3958,"date":"2017-03-22T20:12:52","date_gmt":"2017-03-22T19:12:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/viel-zustimmung-fur-verbot-lauter-guterwagen"},"modified":"2017-03-22T20:13:02","modified_gmt":"2017-03-22T19:13:02","slug":"viel-zustimmung-fur-verbot-lauter-guterwagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=3958","title":{"rendered":"Viel Zustimmung f\u00fcr Verbot lauter G\u00fcterwagen"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><b>Zus\u00e4tzliche abschreckende Elemente gefordert<\/b><\/li>\n<li><b>Ausnahmen genauer fassen<\/b><\/li>\n<li><b>Monitoring und Evaluierung<\/b><\/li>\n<li><b>Sorgenkind Polen<\/b><\/li>\n<\/ul>\n<p>In bemerkenswerter Harmonie begr\u00fc\u00dft die Bahnbranche das Schienenl\u00e4rmschutzgesetz mit dem Verbot lauter G\u00fcterwagen ab dem Fahrplanwechsel Ende 2020. <!--more-->Bei einer Expertenanh\u00f6rung im Bundestags-Verkehrsausschuss gab es keine grunds\u00e4tzlichen Einw\u00e4nde gegen den Gesetzentwurf. Strittig blieb vor allem, wie laute G\u00fcterwagen noch wirksamer vom Netz ferngehalten werden k\u00f6nnen, und wie die Ausnahmen gefasst werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Um eine Kollision mit dem EU-Grundsatz des diskriminierungsfreien Warenverkehrs zu vermeiden, sieht das Gesetz die M\u00f6glichkeit vor, laute G\u00fcterz\u00fcge soweit zu verlangsamen, dass sie genauso leise wie \u201eleise\u201c Z\u00fcge sind. Derart langsame Z\u00fcge w\u00fcrden aber massiv Trassenkapazit\u00e4t vernichten.<\/p>\n<h5>Zus\u00e4tzliche abschreckende Elemente gefordert<\/h5>\n<p>Peter Westenberger vom Wettbewerbsbahn-Verband NEE, Dirk Flege von der Allianz pro Schiene und Martin Henke vom VDV regten daher an, laute G\u00fcterwagen und langsame Z\u00fcge ausschlie\u00dflich auf als Gelegenheitsverkehr angemeldete Trassen zu verweisen, damit der Regelverkehr nicht ausgebremst wird. Flege und Henke regten an, die Anmeldung solcher Trassen wegen des hohen Erstellungsaufwands f\u00fcr die Infrastrukturbetreiber h\u00f6her zu bepreisen, um damit von der Nutzung dieses Instruments abzuschrecken. Henke h\u00e4lt das auch f\u00fcr mit dem Europarecht vereinbar.<\/p>\n<p>Henke wie auch J\u00fcrgen Tuscher vom Wagenhalterverband VPI und Westenberger pl\u00e4dierten zus\u00e4tzlich f\u00fcr eine st\u00e4rkere Spreizung des l\u00e4rmabh\u00e4ngigen Trassenpreissystems.<\/p>\n<h5>Ausnahmen genauer fassen<\/h5>\n<p>Alle Verb\u00e4nde sprachen sich daf\u00fcr aus, auch G\u00fcterwagen, die auf Steilstrecken wie der \u201eR\u00fcbelandbahn\u201c im Harz eingesetzt werden und f\u00fcr die es noch keine zugelassene leise Bremstechnik gibt, in die Ausnahmen aufzunehmen. Strittig blieb, ob Beispiele f\u00fcr Ausnahmen direkt in den Gesetzestext aufgenommen werden sollen oder nur in die Gesetzesbegr\u00fcndung.<\/p>\n<h5>Streit \u00fcber Zumutbarkeit<\/h5>\n<p>Eine Kontroverse entspann sich an der Frage von Autotransportwagen mit kleinen Radumf\u00e4ngen. Hier gibt es \u2013 nicht zuletzt wegen der geringen Fahrzeugzahl \u2013 keine Umr\u00fcstm\u00f6glichkeit mit LL-Sohlen. Der Bahntechnikexperte Prof. Markus Hecht r\u00e4umte auf Nachfrage der Gr\u00fcnen-Verkehrsexpertin Valerie Wilms aber ein, dass die deutlichere teurere Umr\u00fcstung auf K-Sohle m\u00f6glich w\u00e4re. Nach ihrer Auffassung w\u00e4re damit der Anspruch auf eine Ausnahme hinf\u00e4llig, weil es eine zugelassene Technologie gibt. Hecht widersprach; w\u00f6rtlich hei\u00dft es im Gesetzentwurf: \u201eBefreiungen sind m\u00f6glich f\u00fcr G\u00fcterwagen, f\u00fcr die es nachweisbar keine zugelassenen schallmindernden Austauschteile gibt, die an Stelle herk\u00f6mmlicher Ersatzteile eingebaut werden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<h5>Monitoring und Evaluierung<\/h5>\n<p>Tuscher und Westenberger sprachen sich unisono daf\u00fcr aus, die Wirkung des Gesetzes schon 2019 zu evaluieren, um gegebenenfalls nachsteuern zu k\u00f6nnen. Der Gesetzentwurf sieht aktuell eine Evaluierung nach f\u00fcnf Jahren vor. Tuscher forderte ferner, nicht die Zahl der leisen Wagen zum Ma\u00dfstab zu machen, sondern die \u201eleise\u201c gefahrenen Kilometer.<\/p>\n<p>Hecht wies darauf hin, dass der Bund derzeit den Auftrag f\u00fcr ein Netz von 17 L\u00e4rm-Monitoringstationen vorbereitet, die rund 90 Prozent des G\u00fcterverkehrs erfassen w\u00fcrden. Enthalten sei auch eine Option, wagenscharf laute Fahrzeuge im Zugverband zu identifizieren. Er lie\u00df durchblicken, dass sich damit die jetzt vorgesehene \u00dcberpr\u00fcfung der Unternehmensangaben zu leisen Z\u00fcgen anhand von Wagenlisten er\u00fcbrigen k\u00f6nnte. Vor allem der VPI sieht den geplanten B\u00fcrokratieaufwand sehr kritisch.<\/p>\n<h5>Sorgenkind Polen<\/h5>\n<p>Tuscher berichtete, dass zum Jahresende 2016 53,7 Prozent aller Wagen der VPI-Mitgliedsunternehmen \u201eleise\u201c waren. Auch private Wagenhalter in Frankreich und der Tschechischen Republik seien sich der Notwendigkeit zur Umr\u00fcstung bewusst. Man warte dort nur noch auf die Verabschiedung des Gesetzes, um die Auftr\u00e4ge anzusto\u00dfen. Sorgenkind sei Polen, weil dort in gro\u00dfem Umfang Wagen mit Radreifen unterwegs sind. Um auf LL-Sohle umr\u00fcsten zu k\u00f6nnen, m\u00fcssten dort auch die R\u00e4der ausgetauscht werden, was die Umr\u00fcstung deutlich verteuere. (roe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zus\u00e4tzliche abschreckende Elemente gefordert Ausnahmen genauer fassen Monitoring und Evaluierung Sorgenkind Polen In bemerkenswerter Harmonie begr\u00fc\u00dft die Bahnbranche das Schienenl\u00e4rmschutzgesetz mit dem Verbot lauter G\u00fcterwagen ab dem Fahrplanwechsel Ende 2020.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[9],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3958"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3958"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3958\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3960,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3958\/revisions\/3960"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3958"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3958"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3958"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}