{"id":3778,"date":"2017-03-02T16:20:55","date_gmt":"2017-03-02T15:20:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/der-dgb-will-eine-andere-autobahngesellschaft"},"modified":"2017-03-14T15:32:50","modified_gmt":"2017-03-14T14:32:50","slug":"der-dgb-will-eine-andere-autobahngesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=3778","title":{"rendered":"Der DGB will eine andere Autobahngesellschaft"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Sorge um Investitionshochlauf<\/strong><\/li>\n<li><strong>Privatisierungsbremse sch\u00e4rfer anziehen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Personal\u00fcberleitung wird knifflig<\/strong><\/li>\n<li><strong>Sonderrisiko Opt-Out<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) liegt mit seinen Vorstellungen von einer idealen Bundesautobahngesellschaft \u00fcberraschend nahe am Modell der \u201eschlanken Managementgesellschaft\u201c des Deutschen Verkehrsforums.<!--more--><\/p>\n<p>In einer am Donnerstag auf einem Workshop in Berlin vorgestellten Resolution spricht sich der Gewerkschaftsdachverband gegen eine \u201ezentralistische Mammutorganisation\u201c aus, wie sie derzeit geplant sei. \u201eWir glauben, dass damit regionale Kompetenz verloren geht\u201c, sagte DGB-Vorstandsmitglied Stefan K\u00f6rzell.<\/p>\n<h5>Sorge um Investitionshochlauf<\/h5>\n<p>Nach seiner \u00dcberzeugung wird der Umbau die Mitarbeiter der Stra\u00dfenbauverwaltungen \u00fcber zwei Legislaturperioden besch\u00e4ftigen und so dem Investitionshochlauf im Wege stehen. Der DGB pl\u00e4diert daf\u00fcr, die Kompetenzen f\u00fcr Planung, Bau, Erhalt und Betrieb der Bundesfernstra\u00dfen bei den Landesstra\u00dfenbauverwaltungen zu belassen, sie aber von der Infrastrukturgesellschaft des Bundes als Projekttr\u00e4ger einzusetzen. \u201eDie Verkehrsinfrastrukturgesellschaft kann als Funktionsebene zwischen Bundesministerium und Auftragsverwaltung der L\u00e4nder fungieren und zentrale Management- und Finanzierungsaufgaben \u00fcbernehmen.\u201c<\/p>\n<p>Wenig \u00fcberrraschend hatte der DGB als Kronzeugen f\u00fcr seinen Vorschlag Kurt Bodewig eingeladen. Die Bodewig-II-Kommission hatte das Modell der \u201eAuftragsverantwortung\u201c entwickelt, das ebenfalls ein Besteller-Ersteller-Verh\u00e4ltnis zwischen Bund und L\u00e4ndern vorsieht.<\/p>\n<p>Auch Bodewig bef\u00fcrchtet bis mindestens 2022 massive \u201eLeistungsst\u00f6rungen\u201c im Stra\u00dfenbau durch die jetzt vorgesehene \u00dcberleitung von Mitarbeitern, Material und Aufgaben an den Bund. Aus seiner Erfahrung heraus bezweifle er, ob in dieser Zeit nicht verbaute Stra\u00dfenbaumittel wiederholt in folgende Haushaltsjahre weitergeschoben werden k\u00f6nnen oder ob sie die Haush\u00e4lter nicht doch wieder einsammeln.<\/p>\n<h5>Privatisierungsbremse sch\u00e4rfer anziehen<\/h5>\n<p>Falls die umfassende Autobahngesellschaft nicht verhindert werden kann, fordert der DGB deutliche Nachbesserungen:<\/p>\n<ul>\n<li>Ausschluss von Privatbeteiligungen auch an den Regionalgesellschaften und in Form stiller Beteiligungen<\/li>\n<li>Auschluss von \u00d6PP<\/li>\n<li>Verbot einer Gr\u00fcndungsverschuldung<\/li>\n<li>Als Gesellschaftsform m\u00f6glichst Anstalt \u00f6ffentlichen Rechts<\/li>\n<\/ul>\n<h5>Personal\u00fcberleitung wird knifflig<\/h5>\n<p>Die Risiken beim Personal\u00fcbergang auf den Bund thematisierte Frank Hollweg von Stra\u00dfen NRW, zugleich Sprecher der Verdi-Bundesfachkommission Stra\u00dfenbauverwaltung. Zwar sehe der Tarifvertrag des Bundes (TV\u00f6D-Bund) gegen\u00fcber den L\u00e4ndern im Grundsatz h\u00f6here Entgelte vor. Es gebe in den L\u00e4ndern aber teilweise g\u00fcnstigere Arbeitszeitregelungen. Nach seiner Einsch\u00e4tzung ist auch noch nicht gesichert, dass die Mitarbeiter \u00fcbertarifliche Zulagen \u201emitnehmen\u201c k\u00f6nnen und sie nicht abgeschmolzen werden.<\/p>\n<p>Hollweg wies darauf hin, dass im TV\u00f6D-Bund auch noch keine Eingruppierungsmerkmale f\u00fcr den Stra\u00dfenbetriebsdienst existieren. Am Rande der Veranstaltung war zu h\u00f6ren, dass in der bayerischen Stra\u00dfenbauverwaltung teilweise Entgelte \u00fcber Bundesniveau gezahlt werden sollen.<\/p>\n<p>Um solche Ungewissheiten m\u00f6glichst schnell zu kl\u00e4ren, forderte Hollweg einen \u00dcberleitungstarifvertrag und das m\u00f6glichst auch gesetzlich als Vorbedingung zu verankern.<\/p>\n<h5>Sonderrisiko Opt-Out<\/h5>\n<p>Extrem hohes Risiken f\u00fcr die Funktionsf\u00e4higkeit des Landesstra\u00dfenbauverwaltungen sieht Hollweg bei einem Herausoptieren der Bundesstra\u00dfen. Er wies auf die enge Verflechtung von Betriebsdienst f\u00fcr Bundes-, Landes- und teilweise Kreisstra\u00dfen hin. \u201eOpt-Out w\u00fcrde die Verwaltung v\u00f6llig zerrei\u00dfen.\u201c (roe)<\/p>\n<p><strong>Externer Link:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.dgb.de\/uber-uns\/dgb-heute\/dgb-fachabteilungen\/struktur-industrie-und-dienstleistungspolitik\/unsere-autobahn\/++co++4dd84ecc-fdab-11e6-9da5-525400e5a74a\">Beschluss des DGB-Bundesvorstandes vom 28.2.2017<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sorge um Investitionshochlauf Privatisierungsbremse sch\u00e4rfer anziehen Personal\u00fcberleitung wird knifflig Sonderrisiko Opt-Out Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) liegt mit seinen Vorstellungen von einer idealen Bundesautobahngesellschaft \u00fcberraschend nahe am Modell der \u201eschlanken Managementgesellschaft\u201c des Deutschen Verkehrsforums.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3778"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3778"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3778\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3882,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3778\/revisions\/3882"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3778"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3778"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3778"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}