{"id":3626,"date":"2016-02-17T15:27:19","date_gmt":"2016-02-17T14:27:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/abschlussbericht-fur-abgasskandal-noch-nicht-in-sicht"},"modified":"2016-02-17T19:30:36","modified_gmt":"2016-02-17T18:30:36","slug":"abschlussbericht-fur-abgasskandal-noch-nicht-in-sicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=3626","title":{"rendered":"Abschlussbericht f\u00fcr Abgasskandal noch nicht in Sicht"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Abgasnachpr\u00fcfungen bei rund 60 Modellen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Odenwald: BMVI nimmt Hinweise von DUH auf<\/strong><\/li>\n<li><strong>Europ\u00e4ische Vorschriften bieten zu viel Interpretationsspielraum<\/strong><\/li>\n<li><strong>US-Vorschriften strenger und pr\u00e4ziser<\/strong><\/li>\n<li><strong>Luxemburg nimmt eigene Typgenehmigungspraxis unter die Lupe<\/strong><\/li>\n<li><strong>Pr\u00fcfung der Motorsoftware wird schwierig<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Verkehrsstaatssekret\u00e4r Michael Odenwald, Leiter der Untersuchungskommission f\u00fcr den Abgasskandal, lehnt es ab, einen Termin f\u00fcr den Abschlussbericht zu nennen. \u201eIch werde mich nicht auf Termine festlegen, das w\u00e4re unseri\u00f6s\u201c, sagte er am Mittwoch bei einem Fachgespr\u00e4ch der Gr\u00fcnen-Bundestagsfraktion. <!--more-->Wenn die Regierung etwas amtlich ver\u00f6ffentliche, habe das eine ganz andere Wirkung als Ver\u00f6ffentlichungen anderer Institutionen. Daher gehe Gr\u00fcndlichkeit und Sachlichkeit vor. Er lie\u00df aber durchblicken, dass auch ihm an einem z\u00fcgigen Abschluss liege.<\/p>\n<h5>Abgasnachpr\u00fcfungen bei rund 60 Modellen<\/h5>\n<p>Wie der Staatssekret\u00e4r berichtete, l\u00e4sst die Kommission \u201ealle relevanten im Markt befindlichen Fahrzeuge\u201c nachpr\u00fcfen. Das seien rund 60 Modelle der Schadstoffklassen Euro 5 und Euro 6. Die endg\u00fcltige Zahl stehe noch nicht fest, \u201ees k\u00f6nnen auch 65 werden\u201c. Dabei werde auch auf der Stra\u00dfe gemessen. Durchgef\u00fchrt w\u00fcrden die Messungen von Pr\u00fcforganisationen wie T\u00dcV, Dekra oder GT\u00dc. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) besitze weiterhin keinen eigenen Pr\u00fcfstand und sei auch personell nicht in der Lage, die Messungen selbst vorzunehmen. \u201eDie Philosophie war bisher eine andere.\u201c Der notwendige Personalaufbau beim KBA \u201ewird auch ein Thema bei den n\u00e4chsten Haushaltsverhandlungen sein\u201c, k\u00fcndigte er an.<\/p>\n<h5>Odenwald: BMVI nimmt Hinweise von DUH auf<\/h5>\n<p>Den Vorwurf, das BMVI nehme Hinweise der Deutschen Umwelthilfe (DUH) nicht ernst, wies Odenwald zur\u00fcck. Die DUH habe \u201esehr detaillierte Hinweise\u201c gegeben\u201c, die auch gepr\u00fcft w\u00fcrden. Er wich aber der Frage aus, warum die DUH nicht einmal mehr Eingangsbescheide erhalte. Die DUH sei aber nicht die einzige Hinweisgeberin, betonte er. \u201eSie glauben nicht, was wir an Hinweisen und Whistleblower-Informationen bekommen. Aber wir wollen auch mal fertigwerden.\u201c Der Gr\u00fcnen-Fraktionsvize Oliver Krischer blieb allerdings bei seiner Vermutung, die Bundesregierung wolle den Skandal aussitzen.<\/p>\n<h5>Europ\u00e4ische Vorschriften bieten zu viel Interpretationsspielraum<\/h5>\n<p>Odenwald forderte, die europ\u00e4ischen Regelungen zu Abgasgrenzwerten pr\u00e4ziser zu fassen, damit es nicht zu national unterschiedlichen Auslegungen komme. Es sei bisher unklar, wie die Anforderung, die Grenzwerte d\u00fcrften \u201ein normal use\u201c nicht \u00fcberschritten werden, auszulegen sei. Daimler hatte die Abschaltung des Emissionsminderungssystems im Mercedes 220 CDI bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius mit \u201eMotorschutz\u201c begr\u00fcndet. Hinter den Kulissen war allerdings zu h\u00f6ren, dass die Bundesregierung offensichtlich vermeiden wolle, die Auslegung gerichtlich kl\u00e4ren zu lassen: Theoretisch k\u00f6nnte sie derart auff\u00e4llig gewordenen Fahrzeugen die Typzulassung entziehen, wogegen Daimler dann gerichtlich vorgehen m\u00fcsste.<\/p>\n<h5>US-Vorschriften strenger und pr\u00e4ziser<\/h5>\n<p>Auch Vicente Franco vom International Council on Clean Transportation (ICCT), das den VW-Skandal ins Rollen gebracht hatte, stellte Auslegungsdifferenzen dar. Zahlreiche Praktiken, die in den USA illegal seien, w\u00fcrden zum Beispiel vom KBA akzeptiert. Franco lie\u00df ferner sein Unverst\u00e4ndnis durchblicken, dass schwere Lkw heute im Realbetrieb weniger NOx aussto\u00dfen als die meisten getesteten Pkw.<\/p>\n<h5>Luxemburg nimmt eigene Typgenehmigungspraxis unter die Lupe<\/h5>\n<figure id=\"attachment_3630\" aria-describedby=\"caption-attachment-3630\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/160217-Luxemburg-Typgenehmigung.jpg\" rel=\"attachment wp-att-3630\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3630 size-medium\" src=\"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/160217-Luxemburg-Typgenehmigung-300x223.jpg\" alt=\"Ein Ford aus Luxemburg?\" width=\"300\" height=\"223\" srcset=\"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/160217-Luxemburg-Typgenehmigung-300x223.jpg 300w, https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/160217-Luxemburg-Typgenehmigung-546x406.jpg 546w, https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/160217-Luxemburg-Typgenehmigung.jpg 597w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3630\" class=\"wp-caption-text\">Ein Ford aus Luxemburg? (Ausschnitt aus einem Fahrzeugbrief von 2001)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Dar\u00fcber hinaus gebe es offenbar einen Wettbewerb um Typgenehmigungen zwischen den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern: Auf Luxemburg entfielen 20 Prozent der EU-Typzulassungen; auch die Niederlande und selbst Malta seien vertreten. Claude Turmes, gr\u00fcner Europaparlamentarier aus Luxemburg, sagte allerdings, dass der neue gr\u00fcne Verkehrsminister in Luxemburg einen Audit der Zulassungsbeh\u00f6rde angeordnet habe.<\/p>\n<h5>Pr\u00fcfung der Motorsoftware wird schwierig<\/h5>\n<p>Skepsis gab es gegen\u00fcber dem Vorschlag der Bundesregierung, die Autohersteller zur Offenlegung der Motorsoftware zu zwingen. \u201eWir werden uns nicht wehren, wenn man glaubt, das durchdringen zu k\u00f6nnen\u201c, sagte Reinhard Kolke, Leiter des ADAC-Technik-Zentrums, mit Blick auf den enormen Umfang des Codes. Gerd Lottsiepen vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) schlug, die Software von \u00f6ffentlich finanzierten Universit\u00e4tsinstituten pr\u00fcfen zu lassen.<\/p>\n<p>Bedauert wurde allgemein, dass sowohl Daimler als auch der Automobilindustrieverband VDA ihre Teilnahme am Fachgespr\u00e4ch unter Berufung auf Terminschwierigkeiten abgesagt hatten. (roe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Abgasnachpr\u00fcfungen bei rund 60 Modellen Odenwald: BMVI nimmt Hinweise von DUH auf Europ\u00e4ische Vorschriften bieten zu viel Interpretationsspielraum US-Vorschriften strenger und pr\u00e4ziser Luxemburg nimmt eigene Typgenehmigungspraxis unter die Lupe Pr\u00fcfung der Motorsoftware wird schwierig Verkehrsstaatssekret\u00e4r Michael Odenwald, Leiter der Untersuchungskommission f\u00fcr den Abgasskandal, lehnt es ab, einen Termin f\u00fcr den Abschlussbericht zu nennen. \u201eIch werde [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3626"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3626"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3626\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3632,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3626\/revisions\/3632"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3626"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3626"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3626"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}