{"id":3564,"date":"2016-02-10T15:48:19","date_gmt":"2016-02-10T14:48:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/uberholt-die-schiene-die-strase-beim-wasserstoffantrieb"},"modified":"2016-02-10T15:48:19","modified_gmt":"2016-02-10T14:48:19","slug":"uberholt-die-schiene-die-strase-beim-wasserstoffantrieb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=3564","title":{"rendered":"\u00dcberholt die Schiene die Stra\u00dfe beim Wasserstoffantrieb?"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Pilotbetrieb mit Brennstoffzellen-Triebz\u00fcgen ab 2018<\/strong><\/li>\n<li><strong>Kostenunterschied noch nicht bezifferbar<\/strong><\/li>\n<li><strong>Zun\u00e4chst Abfall-Wasserstoff aus der Chemieindustrie<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Politik mahnt Industrie und Forschung, z\u00fcgig f\u00fcr den B\u00fcrger \u201eanfassbare\u201c Fahrzeuge mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb in den Realbetrieb zu bringen. \u201eWir d\u00fcrfen uns nicht zu Tode forschen\u201c, sagte Verkehrsstaatssekret\u00e4r Rainer Bomba auf einem Symposium der Nationalen Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie-F\u00f6rderinstitutionen NOW und NIP zum Schienenverkehr am Mittwoch in Berlin. <!--more-->Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies warnte davor, den Brennstoffzellenantrieb an m\u00f6glicherweise bescheideneren Bed\u00fcrfnissen des Marktes vorbei zu perfektionieren. Er pl\u00e4dierte stattdessen f\u00fcr eine staatlich unterst\u00fctzte Markteinf\u00fchrung wie bei den alternativen Energien. \u201eWenn wir Windenergie nur von den Hochschulen h\u00e4tten entwickeln lassen, w\u00e4re sie noch immer unbezahlbar.\u201c<\/p>\n<h5>Pilotbetrieb mit Brennstoffzellen-Triebz\u00fcgen ab 2018<\/h5>\n<p>Hintergrund der Veranstaltung war das N\u00e4herr\u00fccken des Pilotbetriebes von Nahverkehrstriebwagen mit Brennstoffzellenantrieb in Niedersachsen. Zum Fahrplanwechsel 2017\/18 sollen zwei Pilotfahrzeuge des Typs Alstom LINT 54 bei den Elbe-Weser-Verkehrsbetrieben (EVB) den Betrieb aufnehmen. Die Fahrzeuge werden der EVB vom Aufgabentr\u00e4ger Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) gestellt. Wartung, Instandhaltung und auch Betankung \u00fcbernimmt im Rahmen eines Verf\u00fcgbarkeitsmodells Alstom selbst. Damit soll es erleichtert werden, auf neue Erkenntnisse aus dem Probebetrieb schnell zu reagieren. 2020 soll der LNVG-Fahrzeugpool weitere zehn Fahrzeuge erhalten, um sie den SPNV-Unternehmen zur Verf\u00fcgung zu stellen. \u201eDas ist leichter zu realisieren als auf privatwirtschaftlicher Basis\u201c, sagte Lies. Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-W\u00fcrttemberg wollen mit weiteren 50 Fahrzeugen dem nieders\u00e4chsischen Beispiel folgen.<\/p>\n<p>Alstom-Europa-Chef Andreas Knitter stellte heraus, dass der Schienen(nah)verkehr eigentlich ein ideales Anwendungsgebiet f\u00fcr den Brennstoffzellenantrieb sei: Die Technik sei ausgereift und \u201ebahnfest\u201c, der Treibstoff vom Preis her konkurrenzf\u00e4hig und ausreichend verf\u00fcgbar, und anders als beim Pkw sei auch kein dichtes Tankstellennetz erforderlich, weil die Z\u00fcge immer die gleichen Linien befahren. Im Pkw-Bereich sind bisher nur asiatische Hersteller mit Wasserstoff-Serienfahrzeugen aktiv. Daimler hat die Vorstellung seines ersten Brennstoffzellen-Fahrzeuges wiederholt verschoben. Derzeit wird von 2017 gemunkelt.<\/p>\n<h5>Kostenunterschied noch nicht bezifferbar<\/h5>\n<p>Zum Kostenunterschied zu Dieselfahrzeugen gab es nur vage Aussagen. Von Alstom war zu h\u00f6ren, dass sich die Mehrkosten f\u00fcr das Fahrzeug selbst \u201ein Grenzen\u201c hielten, weil die Antriebstechnik aus vorhandenen Komponenten aus dem Busbereich bestehe und lediglich in das vorhandene LINT-54-Chassis integriert werden m\u00fcsse. Offen sei die Mehrkosten im Betrieb. Viel h\u00e4nge davon ab, wie gro\u00df der Zusatzaufwand f\u00fcr die Betankung sei. F\u00fcr zehn Z\u00fcge werden laut Knitter 2t Wasserstoff pro Tag ben\u00f6tigt. Immerhin gebe es einen weltweit einheitlichen Zapfs\u00e4ulen-Standard f\u00fcr Wasserstoff aus dem Kfz-Bereich, so das erleichterte Fazit aus Kreisen der Beteiligten. Knitter hofft, dass das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) den Versuch konstruktiv unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Herangehensweise von Alstom gab es sogar aus Kreisen der Konkurrenz gro\u00dfe Anerkennung: Sie sei zwar \u201ehemds\u00e4rmelig\u201c, zeuge aber von unternehmerischen Mut. Bezeichnend sei auch, dass alle vier Bundesl\u00e4nder bei ihrem Probebetrieb auf NE-Bahnen setzten \u2013 offensichtlich sei der DB-Apparat zu schwerf\u00e4llig.<\/p>\n<h5>Zun\u00e4chst Abfall-Wasserstoff aus der Chemieindustrie<\/h5>\n<p>Der Wasserstoff selbst kommt zun\u00e4chst aus der Chemieindustrie, wo er als Abfallprodukt anf\u00e4llt (\u201ebrauner Wasserstoff\u201c). Perspektivisch sei der Einsatz von \u201egr\u00fcnem Wasserstoff\u201c aus \u00dcberschussproduktion von Wind- und Solarenergieanlagen m\u00f6glich und erstrebenswert, hie\u00df es \u00fcbereinstimmend. Lies wie darauf hin, dass 2020 ein gro\u00dfer Teil der nach heutigen Ma\u00dfst\u00e4ben \u201e\u00fcberdotierten\u201c Einspeiseverg\u00fctungen auslaufe, so dass die EEG-Umlage entsprechend sinken k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Er mahnte dar\u00fcber hinaus an, die B\u00fcrger rechtzeitig \u00fcber Wasserstoffantrieb aufzukl\u00e4ren. Auf keinen Fall d\u00fcrfe es wieder zu einer Sicherheitsdiskussion wie beim Gasantrieb f\u00fcr Autos kommen, die dann in das Einfahrverbot f\u00fcr Parkh\u00e4user und Tiefgaragen gef\u00fchrt habe. \u201eViele B\u00fcrger haben beim Wasserstoff nur den Knalleffekt aus dem Chemieunterricht im Hinterkopf.\u201c (roe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pilotbetrieb mit Brennstoffzellen-Triebz\u00fcgen ab 2018 Kostenunterschied noch nicht bezifferbar Zun\u00e4chst Abfall-Wasserstoff aus der Chemieindustrie Die Politik mahnt Industrie und Forschung, z\u00fcgig f\u00fcr den B\u00fcrger \u201eanfassbare\u201c Fahrzeuge mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb in den Realbetrieb zu bringen. \u201eWir d\u00fcrfen uns nicht zu Tode forschen\u201c, sagte Verkehrsstaatssekret\u00e4r Rainer Bomba auf einem Symposium der Nationalen Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie-F\u00f6rderinstitutionen NOW und NIP [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[9],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3564"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3564"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3564\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3565,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3564\/revisions\/3565"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3564"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3564"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3564"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}