{"id":3411,"date":"2016-01-28T18:11:53","date_gmt":"2016-01-28T17:11:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/bodewig-der-bund-kann-kunftig-genau-kalkulieren-was-er-fur-sein-geld-erhalt"},"modified":"2016-01-28T18:33:50","modified_gmt":"2016-01-28T17:33:50","slug":"bodewig-der-bund-kann-kunftig-genau-kalkulieren-was-er-fur-sein-geld-erhalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=3411","title":{"rendered":"Bodewig: &#8222;Der Bund kann k\u00fcnftig genau kalkulieren, was er f\u00fcr sein Geld erh\u00e4lt&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Am morgigen Freitag wird die Bodewig-II-Kommission den &#8222;Prozessoptimierungsbericht&#8220; beraten. Im Gespr\u00e4ch mit dem Verkehrsbrief erl\u00e4uterte der Kommissionsvorsitzende Kurt Bodewig die Vorteile des\u00a0 Konzepts im Vergleich zur bisherigen Auftragsverwaltung, aber auch gegen\u00fcber der vom Bund favorisierten Bundesfernstra\u00dfengesellschaft.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_3412\" aria-describedby=\"caption-attachment-3412\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Kurt-Bodewig-FotoJohannesJansson.jpg\" rel=\"attachment wp-att-3412\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-3412\" src=\"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Kurt-Bodewig-FotoJohannesJansson-300x209.jpg\" alt=\"Kurt Bodewig (Foto: Wikimedia.org\/Johannes Jannsson, norden.org)\" width=\"300\" height=\"209\" srcset=\"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Kurt-Bodewig-FotoJohannesJansson-300x209.jpg 300w, https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Kurt-Bodewig-FotoJohannesJansson-600x417.jpg 600w, https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Kurt-Bodewig-FotoJohannesJansson-584x406.jpg 584w, https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/Kurt-Bodewig-FotoJohannesJansson.jpg 700w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3412\" class=\"wp-caption-text\">Kurt Bodewig (Foto: Wikimedia.org\/Johannes Jansson, norden.org)<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Herr Bodewig, das von der Kommission skizzierte Besteller-Ersteller-Prinzip sieht vor, dass die Stra\u00dfenbauverwaltungen die Planungskosten in voller H\u00f6he erstattet bekommen. \u00dcbernehmen die L\u00e4nder dann auch das Risiko von Mehrkosten wegen Planungsm\u00e4ngeln?<\/em><\/p>\n<p class=\"western\">Das wird immer ausgehandelt: Der Bund sagt genau, was er will, und nennt den Preis, zu dem dies erfolgen soll. Wenn das von den L\u00e4ndern akzeptiert ist, ist damit die Grundlage gelegt. <!--more-->Insofern werden &#8218;Mehrkosten&#8216; nicht mehr entstehen &#8211; und wenn sie doch entstehen, ist daf\u00fcr eine Regelung zu finden. F\u00fcr den Bund besteht in dieser Konstruktion der gro\u00dfe Vorteil, dass er sehr genau kalkulieren und definieren kann, was er f\u00fcr sein Geld erh\u00e4lt. Die bisherigen Regelungen zu Planungskosten fallen weg. Alles wird Bestandteil des Preises, der in einem solchen Besteller-Auftragnehmer-Verh\u00e4ltnis definiert wird.<\/p>\n<p><em>Die sehr unterschiedliche Leistungsf\u00e4higkeit der L\u00e4nderverwaltungen ist eines der Hauptargumente des Bundes f\u00fcr seine Fernstra\u00dfengesellschaft. Welche L\u00f6sung bieten Sie an im Falle von L\u00e4ndern, deren Stra\u00dfenbauverwaltungen nicht einmal mehr die Bauherrenfunktion wahrnehmen k\u00f6nnen?<\/em><\/p>\n<p class=\"western\">Die erste Option ist nat\u00fcrlich, dass die Stra\u00dfenbauverwaltungen oder Stra\u00dfenbaubetriebe es entweder selber k\u00f6nnen oder Kooperationsformen zum Beispiel mit Nachbarl\u00e4ndern entwickeln. Daf\u00fcr gibt es schon jetzt Beispiele. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen sie nat\u00fcrlich f\u00fcr die Realisierung Leistungen Dritter einkaufen, zum Beispiel privater Ingenieurb\u00fcros. W\u00fcrde dies alles nicht nicht funktionieren &#8211; woran ich aber nicht glaube! &#8211; dann w\u00fcrde man \u00fcber die grundgesetzliche M\u00f6glichkeit zur Abgabe der Auftragsverwaltung an den Bund nachdenken m\u00fcssen.<\/p>\n<p><em>Viel ist vom Lebenszyklusansatz die Rede, sonderlich konkret wird es nicht &#8211; abgesehen vom Wunsch nach \u00fcberj\u00e4hriger Finanzierung. Wie w\u00e4re es im optimierten System m\u00f6glich, analog zu \u00d6PP schon in der Planungs- und Bauphase Betrieb und Erhaltung \u00fcber die gesamte Lebensdauer zu ber\u00fccksichtigen?<\/em><\/p>\n<p class=\"western\">Das kann Gegenstand des jeweiligen Auftrags sein &#8211; wenn der Bund es m\u00f6chte. Es ist unser aller Ziel, die Aufwendungen \u00fcber den gesamten Lebenszyklus zu reduzieren.<\/p>\n<p><em>Eine privatwirtschaftlich organisierte Bundesfernstra\u00dfengesellschaft k\u00f6nnte auch Planungspersonal gewinnen, das nicht bereit ist, f\u00fcr TV\u00f6D oder Beamtenbesoldung zu arbeiten. Welche L\u00f6sungen k\u00f6nnten die L\u00e4nder da anbieten?<\/em><\/p>\n<p class=\"western\">Geld ist eine wichtige, aber nicht die ausschlie\u00dfliche Form der Motivation f\u00fcr Besch\u00e4ftigte. Wenn die L\u00e4nder etwa im Bereich der Arbeitsorganisation zus\u00e4tzliche Perspektiven bieten k\u00f6nnen \u2013 zum Beispiel gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf -, ist die Arbeit auch im bestehenden System reizvoll. Bei der Gr\u00fcndung einer Bundesfernstra\u00dfengesellschaft w\u00fcrde der Bund mit attraktiven Angeboten die Besten abwerben und die L\u00e4nder allein lassen &#8211; auf einen solchen Wettlauf k\u00f6nnen sich die meisten L\u00e4nder schon aufgrund ihrer finanziellen Situation nicht einlassen.<\/p>\n<p><em>Im Bericht wird in den Raum gestellt, dass sich die Optimierung in zwei Jahren durchziehen l\u00e4sst, w\u00e4hrend f\u00fcr das Modell des Bundes zehn Jahre notwendig seien. Glauben Sie an die zwei Jahre?<\/em><\/p>\n<p class=\"western\">Auf jeden Fall dauert eine Optimierung des bestehenden Systems nur einen Bruchteil der Zeit, den der Aufbau einer Bundesfernstra\u00dfengesellschaft in Anspruch nehmen w\u00fcrde \u2013 nahezu eine Dekade muss man rechnen. Die Frage treibt mich wirklich um: Ich halte es f\u00fcr sehr schwierig, gar kontraproduktiv, einen derart grundlegenden Umbau der Verwaltung vorzunehmen, wie ihn der Bund vorschl\u00e4gt, w\u00e4hrend wir gerade einen solchen Aufwuchs von Investitionen haben. Jeder Umbau ist mit Friktionen verbunden. (roe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am morgigen Freitag wird die Bodewig-II-Kommission den &#8222;Prozessoptimierungsbericht&#8220; beraten. 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