{"id":1936879,"date":"2018-10-23T17:41:19","date_gmt":"2018-10-23T15:41:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1936879"},"modified":"2018-10-23T17:41:19","modified_gmt":"2018-10-23T15:41:19","slug":"unfallforschung-blaue-wildreflektoren-kann-man-sich-sparen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1936879","title":{"rendered":"Unfallforschung: Blaue Wildreflektoren kann man sich sparen"},"content":{"rendered":"<p>Blaue Reflektoren an den Stra\u00dfen-Leitpfosten vermindern Wildunf\u00e4lle doch nicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine gro\u00df angelegte Studie der Uni G\u00f6ttingen f\u00fcr die Unfallforschung der Unfallforschung der Versicherer (UDV). <!--more-->F\u00fcr die Studie wurde das Unfallgeschehen an 151 Stra\u00dfenabschnitten von je 2km L\u00e4nge \u00fcber zwei Jahre beobachtet \u2013 jeweils zuf\u00e4llig ausgew\u00e4hlt ein Jahr mit drei verschiedenen blauen Reflektortypen und ein Jahr ohne. Im Ergebnis war ein Reduzierung der Wildunf\u00e4lle weder erkennbar noch statistisch nachweisbar.<\/p>\n<p>Zuletzt hatte das Institut f\u00fcr Wildbiologie in einer Studie f\u00fcr den Deutschen Jagverband und den ADAC in einem \u00fcber vier Jahre laufenden Versuch an 28 Teststrecken eine positive Wirkung von blauen Reflektoren festgestellt.<\/p>\n<p>Siegfried Brockmann, Leiter der UDV, nannte gegen\u00fcber dem Verkehrsbrief als Hauptgrund f\u00fcr die unterschiedlichen Ergebnisse die Zahl der Teststrecken. Die Zahl der Wildunf\u00e4lle werde von sehr vielen Faktoren beeinflusst, zum Beispiel erh\u00f6htem\/geringeren Verkehrsaufkommen infolge von Umleitung oder ver\u00e4nderte Wanderwegen des Wildes. Nur eine hohe Zahl von Versuchsstrecken k\u00f6nne diese Zufallseffekte eliminieren. Tats\u00e4chlich sei die Entwicklung der Wildunf\u00e4lle nach Installation der Reflektoren auch in der UDV-Studie sehr unterschiedlich \u2013 sowohl nach oben als auch nach unten.<\/p>\n<p>Brockmann hob hervor, die begleitende Beobachtung mit nachtsichtf\u00e4higen Kameras habe ergeben, dass sich die Tiere im Grunde mehrheitlich richtig verhielten. Dabei war egal, ob es Reflektoren gab oder nicht. Gut 94 Prozent der Tiere, die noch nicht die Stra\u00dfe oder den Stra\u00dfenrand betreten hatten, fl\u00fcchteten bei Ann\u00e4herung von Autos oder warteten das Passieren ab. Gut ein Drittel befand sich bei Ann\u00e4hern eines Autos bereits auf der Stra\u00dfe oder dem Stra\u00dfenrand, w\u00e4re also durch Reflektoren nicht abzuhalten gewesen.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund sprach sich Brockmann daf\u00fcr aus, sich nicht l\u00e4nger damit zu besch\u00e4ftigen, wie man Wild davon \u00fcberzeugen kann, die Stra\u00dfe nicht zu betreten. Wirksamstes Mittel gegen Wildunf\u00e4lle werde wohl die physische Trennung von Wild und Kraftfahrzeugen mit Z\u00e4unen bleiben, erg\u00e4nzt durch Gr\u00fcnbr\u00fccken. Aber auch die Sicherung von bekannten Wildquerungen durch elektronische Wildwarnanzeigen sei denkbar. Fahrzeugseitig sei an W\u00e4rmebildsensoren zu denken, die die Fahrer rechtzeitig auch bei Dunkelheit auf Wildtiere auf oder an der Fahrbahn aufmerksam machen, damit sie rechtzeitig bremsen k\u00f6nnen. (roe)<\/p>\n<p><b>Externe Links:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/udv.de\/de\/publikationen\/unfallforschung-kompakt\/wirksamkeit-blauer-wildwarnreflektoren\">Studie f\u00fcr UDV<\/a><\/li>\n<li><a>Studie f\u00fcr ADAC und DJV<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Blaue Reflektoren an den Stra\u00dfen-Leitpfosten vermindern Wildunf\u00e4lle doch nicht. 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