{"id":1936755,"date":"2018-08-24T11:49:38","date_gmt":"2018-08-24T09:49:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1936755"},"modified":"2018-08-24T11:52:45","modified_gmt":"2018-08-24T09:52:45","slug":"lkw-maut-soll-nicht-nach-tageszeit-differenziert-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1936755","title":{"rendered":"Lkw-Maut soll nicht nach Tageszeit differenziert werden"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Keine elektrische Mindestreichweite f\u00fcr Hybrid-Lkw<\/strong><\/li>\n<li><strong>M\u00fcllwagen sollen mautpflichtig bleiben<\/strong><\/li>\n<li><strong>Mautbefreiung f\u00fcr Landwirtschaft bleibt im Grundsatz erhalten<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Bundesregierung h\u00e4lt die von den L\u00e4ndern geforderte Differenzierung des L\u00e4rmzuschlags auf die Lkw-Maut weder f\u00fcr umsetzbar noch f\u00fcr sinnvoll. <!--more-->Der Bundesrat hatte Anfang Juli in seiner Stellungnahme zum Entwurf f\u00fcr die Mautgesetz-Novelle gefordert, die L\u00e4rmzuschl\u00e4ge entsprechend den M\u00f6glichkeiten der EU-Wegekostenrichtlinie nach Tages- und Nachtzeit (22 bis 6 Uhr) zu differenzieren. Tags\u00fcber betr\u00e4gt der maximal zul\u00e4ssige Satz 0,2 Cent, nachts 0,3 Cent.<\/p>\n<p>In ihrer am Donnerstag ver\u00f6ffentlichten Gegen\u00e4u\u00dferung schreibt die Bundesregierung nun, dass sich Differenzierung zwar bei automatischer Mauterfassung mit Bordger\u00e4t (OBU) m\u00f6glich sei, nicht aber bei manueller Einbuchung \u00fcber Mautterminals oder Smartphone-App. Dort werde f\u00fcr die jeweilige Fahrt ein gewisses Zeitfenster zugelassen, so dass der \u00dcbergang zwischen Tages- und Nachttarif nicht vorher bestimmt werden kann.<\/p>\n<p>Im \u00fcbrigen sei keine Lenkungswirkung zu erwarten: F\u00fcr einen vierachsigen Euro-VI-Lkw \u00fcber 18t w\u00fcrde die Maut bei einer Nachtfahrt von 22 bis 6 Uhr (inkl. vorgeschriebener Pausen) nur um 58 Cent auf 109,04 EUR steigen.<\/p>\n<h5>Keine elektrische Mindestreichweite f\u00fcr Hybrid-Lkw<\/h5>\n<p>Die Bundesregierung lehnt auch den Wunsch der L\u00e4nderkammer ab, die Mautbefreiung f\u00fcr Elektrohybrid-Lkw an eine elektrische Mindestreichweite von 40km zu kn\u00fcpfen. Die L\u00e4nder hatten das damit begr\u00fcndet, das \u201esignifikante positive Effekte auf THG-Emission, Luftbelastung und L\u00e4rmbelastung\u201c nur mit einer Mindestreichweite zu erwarten seien.<\/p>\n<p>Die Bundesregierung h\u00e4lt dem jetzt entgegen, dass auch Fahrzeuge mit einer geringeren elektrischen Reichweite einer Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele leisten k\u00f6nnen: \u201eInsbesondere wenn diese Fahrzeuge im regionalen Verteilerverkehr eingesetzt werden, besteht bei Vorhandensein von passenden Elektroanschl\u00fcssen w\u00e4hrend der Wartezeiten an den Verladerampen die M\u00f6glichkeit, den Akku nachzuladen\u201c. So k\u00f6nnten \u00fcber den Arbeitstag verteilt mehr als 40 km rein elektrisch gefahrene Strecke erreicht werden.<\/p>\n<h5>M\u00fcllwagen sollen mautpflichtig bleiben<\/h5>\n<p>Abgelehnt wird ferner der Wunsch der L\u00e4nder, M\u00fcllfahrzeuge in der kommunalen Daseinsvorsorge von der Maut zu befreien. \u201eAuch M\u00fcllfahrzeuge belasten die Stra\u00dfen und nutzen diese ab\u201c, hei\u00dft es. Zudem sei eine Mautdifferenzierung zwischen M\u00fcllfahrzeugen in der kommunalen Daseinsvorsorge und Fahrzeugen von gewerblichen Entsorgungsunternehmen mit Blick auf das Gleichbehandlungsgebot des Grundgesetzes kritisch zu bewerten. Dasselbe hatte auch der Bundesverband G\u00fcterverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) in einem Positionspapier Mitte Juli bem\u00e4ngelt.<\/p>\n<h5>Mautbefreiung f\u00fcr Landwirtschaft bleibt im Grundsatz erhalten<\/h5>\n<p>Dagegen folgt der Bund dem Wunsch der L\u00e4nder, land- und forstwirtschaftliche Transporte auch weiterhin weitgehend von der Maut zu befreien. Danach sollen k\u00fcnftig \u201eland- oder forstwirtschaftliche Fahrzeuge, die f\u00fcr solche Zwecke eingesetzt werden, mit einer bauartbedingten H\u00f6chstgeschwindigkeit von maximal 60 km\/h\u201c von der Mautpflicht ausgenommen werden. Damit sind Autobahnen und Kraftfahrstra\u00dfen (Mindestgeschwindigkeit 61km\/h) f\u00fcr diese Fahrzeuge k\u00fcnftig tabu.<\/p>\n<p>Hintergrund ist, dass mit dem Start der Bundesstra\u00dfenmaut und zugleich einer ge\u00e4nderten Rechtsprechung die bisherige Praxis gekippt geworden war, wonach land- und forstwirtschaftliche Transporte im Nahbereich \u2013 zum Beispiel vom Feld zum Hof \u2013 grunds\u00e4tzlich nicht mautpflichtig waren. Mautbefreit waren nur noch Transporte, wenn die Fahrzeugkombination bauartbedingt h\u00f6chstens 40km\/h fahren konnte. Zahlreiche Landwirte hatten deswegen ihre oft schnelleren Traktoren drosseln lassen. Unter dem Druck der Agrarpolitiker der gro\u00dfen Koalition hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer daraufhin eine \u00c4nderung des Mautgesetzes und f\u00fcr die \u00dcbergangszeit eine Kulanzregelung zugesagt. (roe)<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><b>Externer Link:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/dipbt.bundestag.de\/doc\/btd\/19\/039\/1903930.pdf\">Gesetzentwurf mit Stellungnahme des Bundesrates und Gegen\u00e4u\u00dferung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.bgl-ev.de\/images\/downloads\/media_3293_1.PDF\">Positionspapier des BGL<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keine elektrische Mindestreichweite f\u00fcr Hybrid-Lkw M\u00fcllwagen sollen mautpflichtig bleiben Mautbefreiung f\u00fcr Landwirtschaft bleibt im Grundsatz erhalten Die Bundesregierung h\u00e4lt die von den L\u00e4ndern geforderte Differenzierung des L\u00e4rmzuschlags auf die Lkw-Maut weder f\u00fcr umsetzbar noch f\u00fcr sinnvoll.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1936755"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1936755"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1936755\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1936756,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1936755\/revisions\/1936756"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1936755"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1936755"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1936755"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}