{"id":1936682,"date":"2018-07-12T16:15:22","date_gmt":"2018-07-12T14:15:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1936682"},"modified":"2018-11-15T13:14:30","modified_gmt":"2018-11-15T12:14:30","slug":"richtige-zahl-fuer-abbiegeunfaelle-im-dunkeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1936682","title":{"rendered":"\u201eRichtige\u201c Zahl f\u00fcr Abbiegeunf\u00e4lle im Dunkeln"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Ziel \u201e40 Prozent weniger Verkehrstote\u201c n\u00e4hert sich kaum<\/strong><\/li>\n<li><strong>Sorgenkind Pedelec<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Auch nach der Vorlage der amtlichen Unfallstatistik f\u00fcr 2017 bleibt die Zahl der bei Lkw-Abiegeunf\u00e4llen get\u00f6teten und verletzten Radfahrer umstritten. <!--more-->Wie Mirjam Bick vom Statistischen Bundesamt (Destatis) am Donnerstag in Berlin vor Journalisten berichtete, starben 2017 bei Abbiegeunf\u00e4llen mit Lkw des G\u00fcterkraftverkehrs 37 Radfahrer, 961 wurden verletzt. Damit entfalle rund jeder dritte Unfall zwischen Lkw und Radfahrern auf diese Art von Unf\u00e4llen. Auf Nachfrage sagte sie, dass die Destatis-Zahlen zu Abbiegeunf\u00e4llen auch Unf\u00e4lle beim Linksabbiegen umfassen. Unf\u00e4lle mit Arbeitsmaschinen wie Betonmischern, M\u00fcllfahrzeugen oder Betonpumpen, die landl\u00e4ufig ebenfalls als \u201eLkw-Unf\u00e4lle\u201c wahrgenommen werden, seien hingegen nicht erfasst.<\/p>\n<p>Der Fahrradclub ADFC berichtet von 38 t\u00f6dlichen Unf\u00e4llen mit \u201eLkw\u201c im weiteren Sinne beim Rechtsabbiegen und beruft sich dabei auf eigene Auswertungen von Presse- und Polizeiberichten. Problem sei, dass die Zahl der Verletzten wegen der geringeren \u00d6ffentlichkeitswirksamkeit auf diesem Wege nicht feststellbar sei. Die Zahl der Schwer- und Schwerstverletzten sei aber ebenfalls wichtig, um die Relevanz einer Nachr\u00fcstung von Gro\u00df-Kfz mit Abbiegeassistenten beurteilen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Insgesamt scheinen sich Radfahrer aber gegen\u00fcber Lkw defensiver zu verhalten: Bei Unf\u00e4llen mit Lkw mit Personenschaden trugen sie nur in 20 Prozent der F\u00e4lle die Hauptschuld, gegen\u00fcber Pkw schon 25 Prozent und gegen\u00fcber Fu\u00dfg\u00e4ngern sogar zu 60 Prozent.<\/p>\n<h5>Ziel \u201e40 Prozent weniger Verkehrstote\u201c n\u00e4hert sich kaum<\/h5>\n<p>Gegen\u00fcber den vorl\u00e4ufigen Zahlen vom Februar (siehe <a href=\"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/zahl-der-verkehrstoten-geht-nur-langsam-zurueck\/\">hier<\/a>) hat Destatis die Zahl der Verkehrstoten f\u00fcr 2017 von 3177 auf 3180 nach oben korrigiert. Gegen\u00fcber 2016 bedeutet das eine Abnahme um 26 oder 0,8 Prozent. Vom Ziel, die Zahl der Verkehrstoten bis 2020 um 40 Prozent gegen\u00fcber 2011 zu reduzieren, ist damit aber nach 60 Prozent der Zeit nur die H\u00e4lfte erreicht (minus 20,7 Prozent). Destatis-Pr\u00e4sident Georg Thiel sprach angesichts der gewachsenen Kfz-Flotte dennoch von einem \u201erichtigen Weg\u201c, auf dem Deutschland sei.<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber 2016 ging die Zahl aller polizeilich erfassten Unf\u00e4lle mit Personenschaden um 1,8 Prozent zur\u00fcck, die Zahl der Leicht- und der Schwerverletzten ging um 1,7 bzw. 1,4 zur\u00fcck. Rund 45 Prozent der Get\u00f6ten waren Pkw-Insassen, weitere 20 Prozent waren mit einem Kraftrad unterwegs.<\/p>\n<h5>Sorgenkind Pedelec<\/h5>\n<p>Sorgen bereitet den Statistikern die Zahl der Pedelec-Unf\u00e4lle. Die Zahl der get\u00f6teten Pedelec-Fahrer stieg von 2014 (Beginn der statistischen Erfassung) bis 2017 von 39 auf 68 (plus 74 Prozent). Der Anstieg der Get\u00f6teten blieb damit zwar hinter dem Flottenwachstum (plus 93 Prozent) zur\u00fcck, aber im Vergleich zum unmotorisierten Fahrrad ist das Risiko eines t\u00f6dlichen Unfalls unter allen Unf\u00e4llen mit Personenschaden drei Mal h\u00f6her. 2017 war bezogen auf die Zahl der Fahrzeuge das Risiko eines t\u00f6dlichen Unfalls mit Pedelec gegen\u00fcber normalen R\u00e4dern sogar um den Faktor 4,7 h\u00f6her. Den Grund sehen die Statistiker im h\u00f6heren Alter der Pedelec-Fahrer: 64 Prozent der Get\u00f6teten geh\u00f6rten der Altersgruppe ab 75 an, bei unmotorisierten Radfahrern waren es nur 34 Prozent. Unf\u00e4lle enden bei \u00c4lteren h\u00e4ufiger t\u00f6dlich.<\/p>\n<p>\u00dcberproportional stieg aber auch die Zahl der verletzten Pedelec-Fahrer, und zwar um 131 Prozent. Einziger Lichtblick ist, dass Pedelec-Fahrer vor einem Unfall \u00fcberwiegend regelkonformer verhalten als Normalrad-Fahrer. Ausnahme ist \u2013 wenig \u00fcberraschend \u2013 unangemessene Geschwindigkeit.<\/p>\n<p>Bernhard Veldhues von Destatis stellte au\u00dferdem den neuen \u201eVerkehrsunfallkalender\u201c vor, an dem tagesscharf und eing\u00e4ngiger Form die Unf\u00e4lle mit Personenschaden allgemein sowie Fahrrrad-, Motorrad- und Alkoholunf\u00e4lle seit 2007 ausgewiesen werden. Wie zu h\u00f6ren war, will sich die Stabsstelle Radverkehr im BMVI eine Sonderauswertung nach Tageslicht, D\u00e4mmerung und Dunkelheit erstellen lassen, um daraus eventuell Schl\u00fcsse f\u00fcr eine effektivere Verkehrssicherheitsarbeit ziehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Externe Links:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/PresseService\/Presse\/Pressekonferenzen\/2018\/verkehrsunfaelle_2017\/unfallentwicklung_uebersicht.html\">Medienpaket zur Verkehrsunfallstatistik f\u00fcr 2017<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Service\/Verkehr\/Verkehrsunfaelle.html\">Verkehrsunfallkalender<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ziel \u201e40 Prozent weniger Verkehrstote\u201c n\u00e4hert sich kaum Sorgenkind Pedelec Auch nach der Vorlage der amtlichen Unfallstatistik f\u00fcr 2017 bleibt die Zahl der bei Lkw-Abiegeunf\u00e4llen get\u00f6teten und verletzten Radfahrer umstritten.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1936682"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1936682"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1936682\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1936918,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1936682\/revisions\/1936918"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1936682"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1936682"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1936682"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}