{"id":1936265,"date":"2018-05-28T15:16:53","date_gmt":"2018-05-28T13:16:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1936265"},"modified":"2018-05-31T20:53:41","modified_gmt":"2018-05-31T18:53:41","slug":"bund-sieht-o-bus-nicht-als-element-der-strategie-fuer-e-mobilitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1936265","title":{"rendered":"Bund sieht O-Bus nicht als Element der Strategie f\u00fcr E-Mobilit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Die Bundesregierung h\u00e4lt Oberleitungs-Busse \u2013 auch mit Hybridoption f\u00fcr Strecken ohne Fahrdraht \u2013 im Rahmen ihrer F\u00f6rderung der Elektromobilit\u00e4t offenbar nicht f\u00fcr f\u00f6rderw\u00fcrdig. <!--more-->Die F\u00f6rderung von Elektrobussen durch das Umweltministerium ziele auf die Einf\u00fchrung marktf\u00e4higer Fahrzeuge, hei\u00dft in der Antwort des BMVI auf eine Kleine Anfrage der Gr\u00fcnen. \u201eBei Oberleitungsbussen ist eine Breitenanwendung \u00fcber die bestehenden Bussysteme in Eberswalde, Esslingen und Solingen hinaus zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar.\u201c Die Voraussetzung f\u00fcr eine Ber\u00fccksichtigung entsprechender Fahrzeuge im Rahmen der F\u00f6rderung des BMU l\u00e4gen daher nicht vor.<\/p>\n<p>Einzig in Hybrid-Oberleitungsbussen sieht das BMVI \u201eeine marktreife Option zur Elektrifizierung des st\u00e4dtischen Busverkehrs\u201c. Hybrid-Obusse verf\u00fcgen \u00fcber eine zus\u00e4tzliche Elektrobatterie, um auch auf Strecken ohne Fahrdraht fahren zu k\u00f6nnen. Sie k\u00f6nnten im Rahmen von Pilotprojekten gef\u00f6rdert werden. Tats\u00e4chlich wird aktuiell nur ein derartiges Projekt gef\u00f6rdert, und zwar in Solingen. Die Hybrid-Oberleitungsbusse in Esslingen (siehe <a href=\"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/aufgefischt-19-10-2017\/\">hier<\/a>) werden nur aus Landesmitteln gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Fragen wirft ein Vergleich des BMVI zu den Anschaffungskosten f\u00fcr die verschiedene Bus-Antriebsoptionen auf. Danach soll ein Oberleitungs-Gelenkbus 750.000 bis 950.000 EUR kosten. Laut tschechischen Medienberichten hat das s\u00fcdm\u00e4hrische Zlin 2013 f\u00fcr seine O-Busse von Solaris\/Skoda umgerechnet 560.000 EUR bezahlt, Pardubice 2017 f\u00fcr 15m-Busse vom selben Hersteller 400.000 EUR.<\/p>\n<p>Auch die vom BMVI genannten Preise f\u00fcr Hybrid-Oberleitungsbusse erscheinen fragw\u00fcrdig. Pilsen 2018 bei einer Ausschreibung neuer Oberleitungs-Gelenkbusse den Zuschlag f\u00fcr umgerechnet 670.000 EUR\/Fahrzeug an Solaris\/Skoda erteilt. Allerdings ist auch die Lebensdauer von O-Bussen mit 20 Jahren deutlich h\u00f6her als beim Diesel-Gelenkbus, wo zw\u00f6lf bis 15 Jahre g\u00e4ngig sind.<\/p>\n<p>Der Gr\u00fcnen-Verkehrsexperte Stefan Gelbhaar zeigte sich gegen\u00fcber dem Verkehrsbrief entt\u00e4uscht. \u201eDie Antworten der Bundesregierung auf unsere Anfrage sind ern\u00fcchternd\u201c, erkl\u00e4rte er. \u201eDie Bundesregierung bekennt sich stets wortreich zu Technologieoffenheit. Aber an ihren Taten wird deutlich, dass aus den Bekenntnissen nichts folgt. Nicht anders sind die klaren Absagen der Bundesregierung an die F\u00f6rderung von Oberleitungs-Bussen sowie Hybrid-O-Bussen zu deuten.\u201c Diese Systeme h\u00e4tten sich schon vor hundert Jahren bew\u00e4hrt, bis sie durch den Dieselbus an vielen Stellen ersetzt wurden. In vielen anderen L\u00e4ndern w\u00fcrden O-Busse bis heute genutzt und weiter ausgebaut. \u201eEinen belastbaren Grund, diese Systeme grunds\u00e4tzlich von der F\u00f6rderung auszuschlie\u00dfen, kann die Bundesregierung nicht nennen. Dar\u00fcber hinaus ist dies eine aktive Benachteiligung der wenigen St\u00e4dte in der Bundesrepublik, die diese Systeme verwenden und auf einen Hilfe beim Ausbau nicht hoffen k\u00f6nnen.\u201c (roe)<\/p>\n<p><strong>Externer Link:<\/strong> <a href=\"http:\/\/dipbt.bundestag.de\/dip21\/btd\/19\/021\/1902145.pdf\">Antwort auf Kleine Anfrage der Gr\u00fcnen zu O-Bussen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bundesregierung h\u00e4lt Oberleitungs-Busse \u2013 auch mit Hybridoption f\u00fcr Strecken ohne Fahrdraht \u2013 im Rahmen ihrer F\u00f6rderung der Elektromobilit\u00e4t offenbar nicht f\u00fcr f\u00f6rderw\u00fcrdig.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1936265"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1936265"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1936265\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1936266,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1936265\/revisions\/1936266"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1936265"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1936265"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1936265"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}