{"id":1936228,"date":"2018-05-23T17:12:19","date_gmt":"2018-05-23T15:12:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1936228"},"modified":"2018-05-23T17:12:19","modified_gmt":"2018-05-23T15:12:19","slug":"eu-kommission-nimmt-sich-abbiegeassistenten-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1936228","title":{"rendered":"EU-Kommission nimmt sich Abbiegeassistenten vor"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>EU zweifelhaft an Notbremsfunktion<\/strong><\/li>\n<li><strong>Druck auf UNECE w\u00e4chst<\/strong><\/li>\n<li><strong>Schilderwald soll auf automatisiertes Fahren vorbereitet werden<\/strong><\/li>\n<li><strong>TEN-T-Sicherheitsregeln f\u00fcr weitere Stra\u00dfen<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Lkw und Busse m\u00fcssen mittelfristig so konstruiert werden, dass die Fahrer besseren direkten Blick auf Fu\u00dfg\u00e4nger und Radfahrer haben. Au\u00dferdem sollen sie verpflichtend mit Abbiegeassistenten ausgestattet werden \u2013 wenn auch zun\u00e4chst ohne Notbremsfunktion. <!--more-->Das sieht ein Verordnungsvorschlag der EU-Kommission zur Novellierung der Vorschriften f\u00fcr Fahrzeugsicherheit und Sicherheit ungesch\u00fctzter Verkehrsteilnehmer vor, der in der vergangenen Woche im Rahmen des dritten Mobilit\u00e4tspakets vorgestellt wurde und nun dem Bundesrat zur Stellungnahme zugegangen ist. Weitere Bestandteile des Pakets sind unter anderem ein Verordnungsvorschlag zur CO2-Reduzierung von Lkw (liegt dem Bundesrat noch nicht vor) und zum automatisierten und vernetzten Fahren.<\/p>\n<h5>EU zweifelhaft an Notbremsfunktion<\/h5>\n<p>Wie aus dem Verordnungsvorschlag hervorgeht, soll die Neuregelung f\u00fcr die verbesserte Direktsicht vier Jahre nach dem Inkrafttreten der Verordnung f\u00fcr neue Fahrzeugtypen gelten und acht Jahre nach dem Inkrafttreten f\u00fcr bereits vorher typgenehmigte Fahrzeugtypen.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich m\u00fcssen zwei Jahre nach dem Inkrafttreten neu typgenehmigte Lkw und Busse \u00fcber Assistenzsysteme verf\u00fcgen, die vor ungesch\u00fctzten Verkehrsteilnehmern vor dem Fahrzeug und an der Beifahrerseite warnen. Eine Notbremsfunktion will die Kommission nicht verlangen. Die Unfallanalyse habe gezeigt, dass Unf\u00e4lle mit Lkw und Bussen vor allem bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten passieren, wo es zweifelhaft sei, dass Notbrems-Assistenzsysteme wirksam sind. \u201eMit anderen Worten: Heutzutage gibt es keine Systeme, die diese Art des \u00dcberfahrens bei geringer Geschwindigkeit wirksam verhindern w\u00fcrden, und es ist ungewiss, ob und wann solche Systeme verf\u00fcgbar werden.\u201c<\/p>\n<h5>Druck auf UNECE w\u00e4chst<\/h5>\n<p>Ein Novum ist, dass die EU ihre Sicherheitsvorschriften notfalls im Alleingang umsetzen will. \u201eDennoch setzt sich die Kommission engagiert f\u00fcr die Festlegung dieser Anforderungen im Rahmen der EU-Typgenehmigung ein, wenn die Ausarbeitung auf der Ebene der UNECE nicht mit dem notwendigen Tempo vorankommt.\u201c Bisher scheitert zum Beispiel die verpflichtende Ausstattung mit Abbiegeassistenten an den langwierigen Abstimmungsprozessen in der normgebenden UN-Wirtschaftskommission f\u00fcr Europa.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem will die EU-Kommission einf\u00fchren:<\/p>\n<ul>\n<li>Fortschrittliche Notbremsassistenten f\u00fcr Pkw<\/li>\n<li>M\u00fcdigkeitserkennung (alle Fahrzeugklassen)<\/li>\n<li>Ablenkungserkennung (alle Fahrzeugklassen)<\/li>\n<li>Unfalldatenschreiber (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge)<\/li>\n<li>Signal zur Notbremsung (alle Fahrzeugklassen)<\/li>\n<li>Verletzungsarme Frontpartien zum Schutz von Fu\u00dfg\u00e4ngern und Radfahrern (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge)<\/li>\n<li>Geschwindigkeitsassistenten (alle Fahrzeugklassen)<\/li>\n<li>Spurhalteassistent (Pkw und leichte Nutzfahrzeuge)<\/li>\n<li>R\u00fcckfahrkameras oder -Erkennungssysteme (alle Fahrzeugklassen)<\/li>\n<li>Erleichterte Installation von Alcolocks<\/li>\n<\/ul>\n<p>Assistenzsysteme d\u00fcrfen nur im Stand deaktiviert werden k\u00f6nnen. Bei jedem Neustart m\u00fcssen sie sich wieder automatisch aktivieren.<\/p>\n<h5 align=\"LEFT\">Schilderwald soll auf automatisiertes Fahren vorbereitet werden<\/h5>\n<p align=\"LEFT\">Komplement\u00e4r zur Fahrzeugsicherheit will die Kommission auch die Sicherheit der Stra\u00dfenverkehrsinfrastruktur verbessern und dazu die Richtlinie von 2008 novellieren. Spurhalteassistenten setzen zum Beispiel eine ordentliche Stra\u00dfenmarkierung voraus. \u201eDie Mitgliedstaaten stellen sicher, dass Fahrbahnmarkierungen und Verkehrszeichen ordnungsgem\u00e4\u00df gestaltet und instand gehalten werden, sodass sie sowohl von menschlichen Fahrern als auch von Fahrzeugen, die mit Fahrerassistenzsystemen oder einer h\u00f6heren Automatisierungsstufe ausgestattet sind, leicht und zuverl\u00e4ssig erkannt werden k\u00f6nnen\u201c, hei\u00dft es im Vorschlag. Erg\u00e4nzend soll die Kommission \u201eallgemeine Leistungsanforderungen\u201c entwickeln, um die Erkennung von Fahrbahnmarkierungen und Verkehrszeichen zu erleichtern.<\/p>\n<h5 align=\"LEFT\">TEN-T-Sicherheitsregeln f\u00fcr weitere Stra\u00dfen<\/h5>\n<p align=\"LEFT\">Wesentlicher Inhalt des Vorschlags aus deutscher Sicht d\u00fcrfte sein, die Sicherheitsmanagement-Vorschriften f\u00fcr die Fernstra\u00dfen des TEN-T-Netzes auf alle Autobahnen, au\u00dfer\u00f6rtlichen Fernstra\u00dfen und Stra\u00dfen mit EU-Finanzierung anzuwenden. Auf diesen 15 Prozent des Stra\u00dfennetzes ereignen sich 39 Prozent aller Todesf\u00e4lle im Verkehr. Auf den TEN-T-Stra\u00dfen sei es gelungen, die Zahl und Schwere von Unf\u00e4llen deutlich zu verringern.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Mit der Novelle verbunden sind neue Berichtspflichten der Nationalstaaten an die EU. Bis 2025 muss das neu hinzugekommene Stra\u00dfennetz erstmals unter Aspekten des Unfallrisikos bewertet werden, anschlie\u00dfend alle f\u00fcnf Jahre.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Die EU-Kommission sch\u00e4tzt, dass durch die Novelle im Zeitraum 2020 bis 2030 im Vergleich zum Basisszenario mehr als 3200 Menschenleben gerettet und mehr als 20700 schwere Verletzungen vermieden werden k\u00f6nnen. (roe)<\/p>\n<p><strong>Externe Links:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/europa.eu\/rapid\/press-release_IP-18-3708_de.htm\">Pressemitteilung der EU-Kommission zum dritten Mobilit\u00e4tspaket<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.bundesrat.de\/SharedDocs\/drucksachen\/2018\/0101-0200\/188-18.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=1\">Verordnungsvorschlag f\u00fcr Sicherheitsmanagement f\u00fcr Stra\u00dfenverkehrsinfrastruktur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.bundesrat.de\/SharedDocs\/drucksachen\/2018\/0101-0200\/186-18.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=1\">Verordnungsvorschlag f\u00fcr Fahrzeugsicherheit<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>EU zweifelhaft an Notbremsfunktion Druck auf UNECE w\u00e4chst Schilderwald soll auf automatisiertes Fahren vorbereitet werden TEN-T-Sicherheitsregeln f\u00fcr weitere Stra\u00dfen Lkw und Busse m\u00fcssen mittelfristig so konstruiert werden, dass die Fahrer besseren direkten Blick auf Fu\u00dfg\u00e4nger und Radfahrer haben. 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