{"id":1936211,"date":"2018-05-18T15:06:07","date_gmt":"2018-05-18T13:06:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1936211"},"modified":"2018-05-18T17:07:01","modified_gmt":"2018-05-18T15:07:01","slug":"nur-wenig-vertrauensschutz-fuer-fahrer-aelterer-diesel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1936211","title":{"rendered":"Nur wenig Vertrauensschutz f\u00fcr Fahrer \u00e4lterer Diesel"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Streckenbezogene Fahrverbote sind hinzunehmen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Kein absolutes \u201eVerschlechterungsverbot\u201c<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Vertrauensschutz f\u00fcr Halter und Fahrer von Diesel-Pkw auf Schutz vor Fahrverboten hat nach Ansicht des Bundesverwaltungsgerichts sehr enge Grenzen. <!--more-->Das geht aus den am Freitag \u00f6ffentlich gewordenen schriftlichen Urteilsbegr\u00fcndungen zu den Fahrverbots-Urteilen vom 27. Februar hervor (siehe <a href=\"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/bundesrichter-geben-gruenes-licht-fuer-diesel-fahrverbote\/\">hier<\/a>).<\/p>\n<p>Wie es in beiden \u2013 \u00fcber weite Strecken identischen \u2013 Urteilsbegr\u00fcndungen zum Fall D\u00fcsseldorf und zum Fall Stuttgart hei\u00dft, stelle ein zonales Fahrverbot einen erheblichen Eingriff in das Grundrecht der allgemeinen Handlungsfreiheit dar. Deshalb sei ein Interessenausgleich n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Den sieht das Gericht darin, das Besitzer von Euro-5-Diesel-Pkw ihr Fahrzeug mindestens vier Jahre fahren k\u00f6nnen, weil in den ersten drei Jahren der h\u00f6chste Wertverlust eintritt. \u201eBei der Bemessung der Frist hat der Senat ber\u00fccksichtigt, dass f\u00fcr diejenigen K\u00e4ufer, die unmittelbar vor Inkrafttreten der Abgasnorm Euro 6 ein neues Dieselfahrzeug erworben haben, das nur der Abgasnorm Euro 5 entspricht, ohne weiteres erkennbar war, dass dieses Fahrzeug in K\u00fcrze nicht mehr dem Stand der neuesten Abgasvorschriften entsprechen werde.\u201c<\/p>\n<p>Die M\u00f6glichkeit, in einem \u201eObiter dictum\u201c zu er\u00f6rtern, ob die Vierjahresfrist auch f\u00fcr die Untergruppen von Euro 6 gelten k\u00f6nnten, haben die Richter nicht genutzt.<\/p>\n<h5>Streckenbezogene Fahrverbote sind hinzunehmen<\/h5>\n<p>Gegen streckenbezogene Fahrverbote hat das Gericht keine grundlegenden Vorbehalte. \u201eDerartige Einschr\u00e4nkungen gehen nicht \u00fcber sonstige stra\u00dfenverkehrsrechtlich begr\u00fcndete Durchfahrt- und Halteverbote hinaus, mit denen Autofahrer stets rechnen und die sie grunds\u00e4tzlich hinnehmen m\u00fcssen. Dies gilt auch f\u00fcr von einem streckenbezogenen Verkehrsverbot betroffene Anlieger und Anwohner.\u201c Es gebe keinen Anspruch darauf, bis vor die Haust\u00fcr fahren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h5>Kein absolutes \u201eVerschlechterungsverbot\u201c<\/h5>\n<p>Das Urteil enth\u00e4lt dar\u00fcber hinaus einen indirekten R\u00fcckschlag f\u00fcr Stuttgart in einem anderen Rechtsstreit, n\u00e4mlich um die Verkehrsverminderung am Neckartor. Das Land hatte sich 2016 in einem Vergleich mit Anwohner verpflichtet, den Autoverkehr dort um 20 Prozent zu vermindern, falls die Feinstaubbelastung dort nicht unter den EU-Grenzwert sinkt.<\/p>\n<p>Im Oktober 2017 hatte das Land dann erkl\u00e4rt, den Vergleich nicht umzusetzen zu wollen, weil es dann der Verkehr auf anderen Stra\u00dfen verlagert und dort die Stickoxid-Belastung erh\u00f6hen w\u00fcrde (siehe <a href=\"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/aufgefischt-13-10-2017\/\">hier<\/a>). Ein derart absolutes \u201eVerschlechterungsverbot\u201c verneint das Bundesverwaltungsgericht. Eine Verlagerung ist zul\u00e4ssig, solange auf den Ausweichstrecken die Grenzwerte nicht \u00fcberschritten werden oder Grenzwert\u00fcberschreitungen nicht noch zus\u00e4tzlich verschlechtert werden.<\/p>\n<p><strong>Externe Links:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/l.duh.de\/p180518a\">Schriftliche Urteilsbegr\u00fcndung D\u00fcsseldorf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/l.duh.de\/p180518a\">Schriftliche Urteilsbegr\u00fcndung Stuttgart<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Streckenbezogene Fahrverbote sind hinzunehmen Kein absolutes \u201eVerschlechterungsverbot\u201c Der Vertrauensschutz f\u00fcr Halter und Fahrer von Diesel-Pkw auf Schutz vor Fahrverboten hat nach Ansicht des Bundesverwaltungsgerichts sehr enge Grenzen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1936211"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1936211"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1936211\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1936212,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1936211\/revisions\/1936212"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1936211"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1936211"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1936211"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}