{"id":1936143,"date":"2018-05-09T16:44:39","date_gmt":"2018-05-09T14:44:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1936143"},"modified":"2018-05-18T00:39:41","modified_gmt":"2018-05-17T22:39:41","slug":"technische-gutachter-des-bmvi-uneins-bei-hardware-nachruestung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1936143","title":{"rendered":"Technische Gutachter des BMVI uneins bei Hardware-Nachr\u00fcstung"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Mehrverbrauch wohl unvermeidbar<\/strong><\/li>\n<li><strong>Kommt eine Hardware-Nachr\u00fcstung rechtzeitig?<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Der einzige technisch sinnvolle Weg f\u00fcr eine Hardware-Nachr\u00fcstung \u00e4lterer Diesel-Pkw ist der Einbau von SCR-Katalysatoren \u2013 zumindest darin sind sich die technischen Gutachter der Diesel-Expertengruppe I einig. <!--more-->In vielen anderen Punkt liegen sich sie jedoch auseinander.<\/p>\n<p>Am einfachsten d\u00fcrfte dies bei Modellen sein, die entweder schon fr\u00fcher f\u00fcr den US-Markt mit SCR-Kats ausger\u00fcstet werden konnten oder die in Europa mit SCR-Kats als Zusatzausstattung geliefert werden konnten. Dort ist in der Regel gen\u00fcgend Einbauraum f\u00fcr Technik und Harnstoff-Tank (\u201eAdblue\u201c) vorhanden.<\/p>\n<p>Mehrverbrauch wohl unvermeidbar<\/p>\n<p>Schwierig wird es bei Modellen, bei denen kein Einbauraum vorgesehen ist. Ein Knackpunkt bei Nachr\u00fcstungen ist dabei die Betriebstemperatur des Katalysators. Sie muss \u00fcber 180-200 Grad liegen, damit die Stickoxide in ungiftige Stoffe (Stickstoff und Wasserdampf) umgewandelt werden k\u00f6nnen. Sonst droht Aussto\u00df von giftigem Ammoniakgas.<\/p>\n<p>Diese Temperatur wird nicht in allen Fahrzust\u00e4nden sicher erreicht. Deshalb muss der Abgasstrang zus\u00e4tzlich aufgeheizt werden, was abh\u00e4ngig vom Einbauort \u2013 nah am Motor oder erst im Unterboden \u2013 nicht nur das elektrische Bordnetz \u00fcberfordern kann, sondern auch zus\u00e4tzlichen Kraftstoffverbrauch verursacht. Nach bisherigen Erfahrungen mit Pilotumbauten liegt er bei knapp 5 Prozent.<\/p>\n<p>Um ein reibungsloses und optimales Funktionieren des SCR sicherzustellen, ist zus\u00e4tzlich ein Update der Motorsoftware erforderlich. W\u00e4hrend Prof. Georg Wachtmeister von der TU M\u00fcnchen \u2013 der Sympathie f\u00fcr Hardware-Nachr\u00fcstungen durchblicken l\u00e4sst \u2013 auch einen Einbau von Nachr\u00fcst-SCR-Kats ohne Anbindung an die Motorsoftware f\u00fcr denkbar h\u00e4lt, pl\u00e4diert die Gutachtergruppe um Prof. Thomas Koch vom Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT) f\u00fcr eine voll integrierte L\u00f6sung.<\/p>\n<h5>Welche Kosten sind zu erwarten?<\/h5>\n<p>Zu v\u00f6llig kontr\u00e4ren Ergebnissen kommen die Gutachter bei den Kosten je Fahrzeug. Wachtmeister h\u00e4lt Sch\u00e4tzungen von Nachr\u00fcstanbietern, die Betr\u00e4ge von 1000 bis 3000 EUR nennen, f\u00fcr zu optimistisch. 3000 EUR inklusive Einbau seien aber realistisch, wobei Wachtmeister offen l\u00e4sst, ob er den Netto- oder den Bruttobetrag meint.<\/p>\n<p>Die Gutachter um Koch, die ersichtlich eine technisch perfekte L\u00f6sung anstreben, kommen f\u00fcr den nachtr\u00e4glichen Einbau eines SCR-Kats in zwei Kostenvoranschl\u00e4gen auf 6600 bis 9000 EUR (inklusive Mehrwertsteuer). Enthalten sind 20 bis 25 Arbeitsstunden zu je 110 EUR. Auff\u00e4llig sind die hohen Preise f\u00fcr Kleinteile, die vermuten lassen, dass f\u00fcr die Teile die Listen-Ersatzteilpreise angesetzt wurden, nicht die Selbstkosten.<\/p>\n<h5>Kommt eine Hardware-Nachr\u00fcstung rechtzeitig?<\/h5>\n<p>Zum ben\u00f6tigten Umsetzungszeitraum f\u00fcr eine Hardware-Nachr\u00fcstung \u00e4u\u00dfert sich Wachtmeister nicht, macht aber klar, dass h\u00f6here Anspr\u00fcche auch h\u00f6heren Entwicklungsaufwand nach sich ziehen. Die Gutachtergruppe um Koch sch\u00e4tzt, dass f\u00fcr die komplette Neuentwicklung einer SCR-Abgasreinigung durch die Hersteller zwei bis drei Jahre n\u00f6tig sind. Um eine Nachr\u00fcstl\u00f6sung Dritter sauber zu adaptieren, werden 1,5 Jahre Entwicklungsdauer genannt. F\u00fcr Fahrzeuge, die schon mit SCR lieferbar waren, werden ein bis 1,5 Jahre gesch\u00e4tzt. Hier gehe es vor allem um die Einbindung (\u201eApplikation\u201c) und das Durchlaufen der Absicherungs- und Freigabeprozesse. (roe)<\/p>\n<p><strong>Externe Links:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.bmvi.de\/SharedDocs\/DE\/Anlage\/K\/hardware-nachruestung-generalisierende-studie.pdf?__blob=publicationFile\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Studie \u00fcber Hardware-Nachr\u00fcstung f\u00fcr Dieselfahrzeuge Euro 5 (Georg Wachtmeister)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.bmvi.de\/SharedDocs\/DE\/Anlage\/K\/hardware-nachruestung-kurzstudie.pdf?__blob=publicationFile\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kurzstudie &#8211; Untersuchungen hardwareseitiger Nachr\u00fcstm\u00f6glichkeiten (Thomas Koch u.a.)<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehrverbrauch wohl unvermeidbar Kommt eine Hardware-Nachr\u00fcstung rechtzeitig? 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