{"id":1935467,"date":"2018-02-26T16:34:36","date_gmt":"2018-02-26T15:34:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1935467"},"modified":"2018-02-26T16:34:36","modified_gmt":"2018-02-26T15:34:36","slug":"e-fuels-im-strassenverkehr-nur-nischenloesung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1935467","title":{"rendered":"E-Fuels im Stra\u00dfenverkehr nur Nischenl\u00f6sung?"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Soll der Staat E-Fuel Produktion anschieben?<\/strong><\/li>\n<li><strong>E-Fuels f\u00fcr Pkw zu schade?<\/strong><\/li>\n<li><strong>Unausgesprochene Motive des VDA?<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Chancen eines breiten Einsatzes von strombasierten synthetischen Kraftstoffen (E-Fuels), wie ihn die deutsche Autoindustrie erhofft, werden selbst in Wirtschaftskreisen skeptisch gesehen. <!--more-->\u201eWir sehen keine Kosten um einen Euro je Liter\u201c, sagte Stefan Sch\u00f6nberger von Boston Consulting und Mitautor der vom BDI beauftragten Studie \u201eKlimapfade f\u00fcr Deutschland\u201c, auf einer Veranstaltung des Industrieverbandes in der vergangenen Woche in Berlin (siehe <a href=\"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/bdi-und-foes-fuer-co2-bepreisung-im-verkehr\/\">hier<\/a>). Er widersprach damit der Deutschen Energieagentur (Dena), die das in einer Studie f\u00fcr den VDA in Aussicht gestellt hatte (siehe <a href=\"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/vda-hofft-auf-e-fuels-fuer-verbrennungsmotoren\/\">hier<\/a>).<\/p>\n<h5>Soll der Staat E-Fuel Produktion anschieben?<\/h5>\n<p>Christian K\u00fcchen, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Mineral\u00f6lwirtschaftsverbandes (MWV), sagte, in klimatisch beg\u00fcnstigten Regionen seien Herstellungspreise von 1 bis 1,50 EUR\/l denkbar. Eine jetzt in Norwegen entstehende Pilotanlagen werde den Liter f\u00fcr 2 EUR produzieren. \u201eAuch am langen Ende werden die Kraftstoffe teurer sein als fossile Kraftstoffe.\u201c<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber dem Verkehrsbrief sprach sich dennoch daf\u00fcr, dass der Bund den Bau erster Gro\u00dfanlagen (100.000t\/Jahr) f\u00f6rdert. F\u00fcr den Luft- und Seeverkehr sei langfristig keine Alternative in Sicht. Es sei aber zu erwarten, dass noch erhebliches Lehrgeld zu zahlen sei. Deswegen traue sich derzeit kein potenzieller Investor, der erste zu sein, der eine Anlage baut. Eine Beimischungspflicht k\u00f6nne dieses Kalk\u00fcl nicht aufbrechen. Die Kosten der ersten Anlage sch\u00e4tzte er auf 800 Mio. EUR, als F\u00f6rderbedarf stellte er 200 Mio. EUR in den Raum.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich billigt K\u00fcchen E-Fuels durchaus Marktchancen im Pkw-Bereich zu. Zum einen sei gut denkbar, dass mancher Verbraucher bereit sei, f\u00fcr ein Plus an Flexibilit\u00e4t einen Aufschlag zu zahlen. Zum anderen k\u00f6nne es f\u00fcr Wenigfahrer g\u00fcnstiger sei, einen in der Herstellung preiswerten Verbrenner zu kaufen und daf\u00fcr mehr f\u00fcr die Benutzung zu zahlen.<\/p>\n<h5>E-Fuels f\u00fcr Pkw zu schade?<\/h5>\n<p>Grunds\u00e4tzlich gegen den Einsatz von E-Fuels im Stra\u00dfenverkehr sprach sich Christian Hochfeld von der Agora Verkehrswende aus. \u201eMir erscheint es kontraproduktiv, solche Kraftstoffe im Verbrennungsmotor einzusetzen, der bekanntlich die am wenigsten effiziente Art der Verwertung ist\u201c, sagte er. \u201eDa klingeln bei mir die Alarmglocken.\u201c<\/p>\n<p>Umweltstaatssekret\u00e4r Jochen Flasbarth warnte vor \u00fcberzogenen Erwartungen an E-Fuels. \u201eAlle Modelle, die auf \u00dcberschussstrom in Deutschland kalkulieren, sind falsch\u201c, sagte er ohne n\u00e4here Begr\u00fcndung. Substanzielle Importe von E-Fuels erwartet er nicht vor 2030. Auch er sieht als bevorzugtes Einsatzgebiet den Luftverkehr an.<\/p>\n<h5>Unausgesprochene Motive des VDA?<\/h5>\n<p>Am Rande der Veranstaltung war hinter vorgehaltener Hand zu h\u00f6ren, dass der Autoindustrieverband VDA deshalb so auf E-Fuels dringt, weil er sonst die CO-Flottengrenzwerte von 95g\/km 2021 mit den profitablen gro\u00dfen und schweren Pkw kaum erreichen kann. E-Fuels w\u00fcrden den CO2-Aussto\u00df rechnerisch mindern, ohne den Verbrauch in Litern je Kilometer senken zu m\u00fcssen. (roe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Soll der Staat E-Fuel Produktion anschieben? E-Fuels f\u00fcr Pkw zu schade? Unausgesprochene Motive des VDA? Die Chancen eines breiten Einsatzes von strombasierten synthetischen Kraftstoffen (E-Fuels), wie ihn die deutsche Autoindustrie erhofft, werden selbst in Wirtschaftskreisen skeptisch gesehen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1935467"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1935467"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1935467\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1935468,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1935467\/revisions\/1935468"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1935467"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1935467"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1935467"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}