{"id":1935106,"date":"2018-01-22T19:52:59","date_gmt":"2018-01-22T18:52:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1935106"},"modified":"2018-01-26T13:55:51","modified_gmt":"2018-01-26T12:55:51","slug":"biokraftstoffbranche-sieht-sich-in-der-defensive","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1935106","title":{"rendered":"Biokraftstoffbranche sieht sich in der Defensive"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Kritik an geplanter EU-Regulierung<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Biokraftstoffen wird seitens der deutschen und der europ\u00e4ischen Politik nur noch eine Nischenrolle zugestanden. <!--more-->Daran lie\u00dfen Helge Pols von der Stabsstelle Klimaschutz im BMVI und der niederl\u00e4ndische Gr\u00fcnen-Europaabgeordnete Bas Eickhout am Montag auf dem Fachkongress \u201eFuels of the Future\u201c in Berlin keinen Zweifel. Eickhout ist Berichterstatter des Umweltausschusses f\u00fcr die geplante Neufassung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (\u201eRED II\u201c).<\/p>\n<p>Pols und Eickhout wollen Biokraftstoffe nur denjenigen Verkehrstr\u00e4gern vorbehalten, f\u00fcr die es nach heutigem Stand keine Alternativen gibt. W\u00e4hrend Eickhout aber nur See- und Luftfahrt erw\u00e4hnte, h\u00e4lt Pols den Einsatz von Biokraftstoffe auch im Bereich der schweren Lkw f\u00fcr m\u00f6glich. Lediglich Paul Greening vom europ\u00e4ischen Autoindustrieverband ACEA machte sich f\u00fcr Biokraftstoffe in allen Kraftfahrzeugen stark und nannte als Grund, dass der Verbrennungsmotor noch lange nicht ausgedient habe.<\/p>\n<h5>Kritik an geplanter EU-Regulierung<\/h5>\n<p>Die Biokraftstoffwirtschaft selbst bem\u00e4ngelt, dass die EU-Energieministerrat und das Europ\u00e4ische Parlament in der RED II Biokraftstoffen keine h\u00f6heren Anteile an der Energie f\u00fcr den Verkehr zubilligen und damit CO2-Einsparpotenziale ungenutzt bleiben.<\/p>\n<p>Biokraftstoffe sind derzeit mit fossilen Kraftstoffen preislich nicht konkurrenzf\u00e4hig. Die prozentuale CO2-Einsparung im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen ist allerdings in den vergangenen Jahre von 30 bis 40 Prozent bis 2016 auf 77 Prozent gestiegen (100 Prozent hie\u00dfe klimaneutrale Erzeugung). Kritiker werfen der Biokraftstoffbranche vor, mittelbare mit ihren Raps- und Mais-Monokulturen die biologische Artenvielfalt zu sch\u00e4digen und indirekte Landnutzungs\u00e4nderungen zu f\u00f6rdern (ILUC).<\/p>\n<p>Konkret bem\u00e4ngelt die Branche, dass die beiden EU-Gremien den Anteil von Biokraftstoffen aus Anbaubiomasse \u2013 also vor allem Raps, Mais und Weizen \u2013 f\u00fcr die Regulierungsperiode 2020-2030 deckeln oder gar senken wollen, und zwar gemessen an der absoluten CO2-Einsparung. Das bedeute allein wegen steigenden Effizienz (siehe oben) real sinkende Mengen. Derzeit gilt eine energetische Biokraftstoffquote von 7 Prozent \u00fcber alle Treibstoffsorten (au\u00dfer Luftverkehr). W\u00fcrde der \u00c4nderungsvorschlag von Eickhout durchgehen, h\u00e4tte Anbaubiomasse 2030 nur noch einen Anteil von 2 Prozent. Eickhout will aber nach eigener Aussage bewusst die Botschaft aussenden, nicht l\u00e4nger auf Anbaubiomasse zu setzen.<\/p>\n<p>Dagegen wollen Rat und Parlament eine steigende Mindestquote f\u00fcr die Erzeugung sogenannter fortschrittlicher Biokraftstoffe aus Abf\u00e4llen \u2013 zum Beispiel Stroh \u2013 einf\u00fchren. Elmar Baumann vom Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) bef\u00fcrchtet, dass der Branche mit der Herunterfahren der Quote f\u00fcr herk\u00f6mmliche Biokraftstoffstoffe die M\u00f6glichkeit genommen wird, die Investitionen f\u00fcr die Erzeugung fortschrittlicher Kraftstoffe zu stemmen. Diese Gefahr sieht auch Pols.<\/p>\n<p>Wie am Rande der Veranstaltung aus Branchenkreisen zu h\u00f6ren war, sieht man den Vorschlag von BDI und F\u00d6S f\u00fcr eine CO2-Bepreisung (siehe <a href=\"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/bdi-und-foes-fuer-co2-bepreisung-im-verkehr\/\">hier<\/a>) ausgesprochen kritisch. Grund ist, dass die CO2-Vermeidung mit Hilfe von Biokraftstoffen ausgesprochen teuer ist und daher im freien Spiel der Marktkr\u00e4fte kaum eine Chance h\u00e4tte. (roe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kritik an geplanter EU-Regulierung Biokraftstoffen wird seitens der deutschen und der europ\u00e4ischen Politik nur noch eine Nischenrolle zugestanden.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,8,11],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1935106"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1935106"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1935106\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1935108,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1935106\/revisions\/1935108"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1935106"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1935106"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1935106"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}