{"id":1934717,"date":"2017-12-01T19:50:46","date_gmt":"2017-12-01T18:50:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1934717"},"modified":"2017-12-01T19:50:46","modified_gmt":"2017-12-01T18:50:46","slug":"diesel-expertengruppe-iii-bleibt-am-diesel-haengen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1934717","title":{"rendered":"Diesel-Expertengruppe III bleibt am Diesel h\u00e4ngen"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Umstiegpr\u00e4mie auf Taxis ausweiten<\/strong><\/li>\n<li><strong>Gesetzgeber bei leichten Lkw gefordert<\/strong><\/li>\n<li><strong>Schwere Lkw brauchen Br\u00fcckentechnologie<\/strong><\/li>\n<li><strong>Sonderfall Busse<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr Kommunalfahrzeuge und den innerst\u00e4dtischen gewerblichen Verkehr sieht die Diesel-Expertengruppe III kurzfristig vor allem den Austausch gegen modernere Dieselfahrzeuge als Option an, um die Luftqualit\u00e4t sp\u00fcrbar zu verbessern. <!--more-->Lediglich f\u00fcr \u00d6PNV-Busse sei eine Nachr\u00fcstung mit SCR-Abgasreinigungssystemen in gr\u00f6\u00dferem Umfang sinnvoll. Das geht aus dem Abschlussbericht der auf Nationalen Forum Diesel initiierten Expertengruppe III hervor, der dem Verkehrsbrief vorliegt.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich gelte aber f\u00fcr alle Fahrzeugklassen, dass mittel- und langfristig kein Weg an alternativen Antrieben vorbeif\u00fchrt. Nur bei Fahrzeugen mit kurzer Haltedauer und hoher Kilometerleistung sei heute ein Diesel-gegen-Diesel-Austausch vertretbar (Taxen, leichte Nutzfahrzeuge).<\/p>\n<p>Als Grund daf\u00fcr, dass es kurzfristig praktisch keine Alternativen zum Diesel gibt, nennt die Arbeitsgruppe vor allem das geringe Angebot der Autoindustrie an Elektro- und Erdgas-Fahrzeugen. Randbedingung der Empfehlungen war n\u00e4mlich, Verbesserungen bei den Luftschadstoffen \u2013 speziell NOx &#8211; nicht mit mehr Treibhausgasen oder mehr L\u00e4rm zu erkaufen und zugleich eine dem Diesel vergleichbare Wirtschaftlichkeit zu erzielen. Deshalb haben die Experten eine Umstellung auf Benzinmotoren verworfen,<\/p>\n<h5>Umstiegpr\u00e4mie auf Taxis ausweiten<\/h5>\n<p>Einzige Ausnahme ist die Kombination mit Mild-Hybrid\/Plug-In-Hybrid bei Taxis. Als K\u00f6nigsweg f\u00fcr Taxis sei der Batterieantrieb anzusehen, was aber nicht nur an der fehlenden Lieferbarkeit geeigneter Fahrzeuge scheitere, sondern auch an fehlender Ladeinfrastruktur und zu langer Ladedauer bei Mehrschichtbetrieb. Hindernis sei au\u00dferdem das deutsche Eichrecht (siehe auch <a href=\"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/bund-soll-zulassung-von-elektroautos-als-taxis-erleichtern\/\">hier<\/a>).<\/p>\n<p>Die Expertengruppe schl\u00e4gt daher vor, dass die Autoindustrie den Taxibetrieben Umstiegpr\u00e4mien f\u00fcr den Tausch gegen neue Fahrzeuge mit Abgasnorm Euro 6d (RDE-gepr\u00fcft) anbietet. Zudem m\u00fcsse im PBefG die M\u00f6glichkeit geschaffen werden, Genehmigungen an Emissionsstandards zu kn\u00fcpfen. Au\u00dferdem sollten gesonderte Taxist\u00e4nde f\u00fcr Elektrotaxis mit Lades\u00e4ulen gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<h5>Gesetzgeber bei leichten Lkw gefordert<\/h5>\n<p>F\u00fcr leichte Lkw\/Lieferwagen sieht die Expertengruppe in geringem Umfang die M\u00f6glichkeit zum Umstieg auf marktverf\u00fcgbare Elektrofahrzeuge. Hindernis sei hier aber der vergleichsweise hohe Fahrzeugpreis. \u00c4hnlich wie bei den Taxis empfehlen die Experten eine Umstiegspr\u00e4mie der Autohersteller. Um die H\u00fcrden f\u00fcr den Kauf von Elektro-Nfz zu senken, sollte die Kaufpr\u00e4mie f\u00fcr diese Fahrzeuge auf 7000 EUR angehoben und auch f\u00fcr Kommunen ge\u00f6ffnet werden. Die 4,25t-Grenze f\u00fcr F\u00fchrerscheinklasse B bei Elektro-Lieferwagen sollte entfristet und auf Erdgasfahrzeuge ausgeweitet werden. Der \u00f6ffentlichen Hand sollte es erm\u00f6glicht werden, bei Ausschreibungen von Post- und Logistikleistungen Umweltkriterien (zum Beispiel NOx und CO2) einzubeziehen<\/p>\n<h5>Schwere Lkw brauchen Br\u00fcckentechnologie<\/h5>\n<p>Bei schweren Lkw fehlt ein breites Angebot jenseits des Diesel. Euro-VI-Diesel w\u00fcrden aber mit geringen Realemissionen eine deutliche Verbesserung gegen\u00fcber der \u00e4lteren Fahrzeugen bringen. Dennoch sollte sich die F\u00f6rderung auf alternative Antriebe konzentrieren: Zum Beispiel in Form eines Kaufzuschusses (prozentual als Teil der Mehrkosten oder als Festbetrag wie bei der Kaufpr\u00e4mie), Steuerbeg\u00fcnstigung von Erdgas \u00fcber 2026 hinaus und versch\u00e4rfte Mautspreizung nach Emissionsklassen.<\/p>\n<h5>Sonderfall Busse<\/h5>\n<p>Bei \u00d6PNV-Bussen sehen die Empfehlungen \u00e4hnlich aus. Gasbusse seien zwar verf\u00fcgbar, erforderten aber hohe Investitionen in die Tankanlagen auf den Betriebsh\u00f6fen. Diesel-Hybrid-Busse sind wegen niedrigen Dieselpreises nicht wirtschaftlich, Elektrobusse stehen noch ganz am Anfang. Dnnoch sollte die EEG-Umlage f\u00fcr Bus-Fahrstrom auf das Niveau von elektrischen Bahnen gesenkt werden.<\/p>\n<p>Wegen der langen Lebensdauer von zw\u00f6lf Jahren bietet sich bei Bussen aber eine Nachr\u00fcstung \u00e4lterer Dieselbusse mit moderner Abgasreinigungstechnik an. Hier seien die Ergebnisse der Arbeitsgruppe I abzuwarten. Wie aus dem Abschlussdokument zum Kommunalgipfel hervorgeht, ist als rechtlicher Weg offenbar eine Nachr\u00fcst-Richtlinie \u00e4hnlich wie seinerzeit bei den Partikelfiltern angedacht und keine vollst\u00e4ndig neue Typgenehmigung. (roe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Umstiegpr\u00e4mie auf Taxis ausweiten Gesetzgeber bei leichten Lkw gefordert Schwere Lkw brauchen Br\u00fcckentechnologie Sonderfall Busse F\u00fcr Kommunalfahrzeuge und den innerst\u00e4dtischen gewerblichen Verkehr sieht die Diesel-Expertengruppe III kurzfristig vor allem den Austausch gegen modernere Dieselfahrzeuge als Option an, um die Luftqualit\u00e4t sp\u00fcrbar zu verbessern.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1934717"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1934717"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1934717\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1934718,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1934717\/revisions\/1934718"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1934717"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1934717"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1934717"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}