{"id":1934624,"date":"2017-11-22T15:11:00","date_gmt":"2017-11-22T14:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1934624"},"modified":"2017-11-29T21:21:59","modified_gmt":"2017-11-29T20:21:59","slug":"deutschlandtakt-bekommt-2018-endgueltige-konturen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1934624","title":{"rendered":"Deutschlandtakt bekommt 2018 endg\u00fcltige Konturen"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>2018 mehr Klarheit \u00fcber D-Takt<\/strong><\/li>\n<li><strong>\u201eTaktgeber\u201c gesucht<\/strong><\/li>\n<li><strong>Weitere BVWP-Aufr\u00fccker angek\u00fcndigt<\/strong><\/li>\n<li><strong>Wege zu Planungs- und Baubeschleunigung strittig<\/strong><\/li>\n<li><strong>Zweifel an einheitlicher Bahnsteigh\u00f6he 76cm<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Verkehrsstaatssekret\u00e4r Enak Ferlemann hat einer Bezuschussung des Fernverkehrs im Deutschlandtakt eine Absage erteilt. <!--more-->\u201eIch denke, dass wir in Deutschland bei der Eigenwirtschaftlichkeit des Fernverkehrs bleiben sollten\u201c, sagte er am Dienstagabend bei den \u201e13. Berliner Bahngespr\u00e4chen\u201c.<\/p>\n<p>Im Gespr\u00e4ch mit dem Verkehrsbrief erl\u00e4uterte er, der Bund bezahle schon jetzt den Gro\u00dfteil der Infrastrukturkosten und des Nahverkehrs. Mehr sei gegen\u00fcber dem Steuerzahler nicht zu vertreten. Falls die L\u00e4nder eigenwirtschaftlich nicht darstellbare Fernverkehrsverbindungen in kleinere St\u00e4dte wollten, m\u00fcssten sie diese Leistungen eben aus den Regionalisierungsmitteln beim Fernverkehrsbetreiber hinzubestellen. Er verwies auf das Beispiel Bremen-Oldenburg-Norddeich, wo Intercityz\u00fcge vom Land bezuschusst werden. Ferlemann r\u00e4umte auf Nachfrage allerdings ein, dass diese L\u00f6sung vergaberechtlich heikel ist. Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) war Anfang des Jahres mit dem Versuch gescheitert, mit DB Fernverkehr f\u00fcr die IC-Linie Hamm-Kassel ohne vorherige Ausschreibung eine \u00e4hnliche L\u00f6sung zu vereinbaren.<\/p>\n<p>Matthias Stoffregen, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Wettbewerbsbahn-Verbandes Mofair, h\u00e4lt einen Zuschussbedarf wegen unrentabler Linien keinesfalls f\u00fcr zwingend. Bei einer geschickten B\u00fcndelung von hochprofitablen und unrentablen Linien in einem Wettbewerbsregime lie\u00dfen sich Zusch\u00fcsse ziemlich sicher vermeiden, sagte gegen\u00fcber dem Verkehrsbrief.<\/p>\n<h5>2018 mehr Klarheit \u00fcber D-Takt<\/h5>\n<p>Ferlemann k\u00fcndigte an, dass die Gutachter des BMVI bis Sommer 2018 die Untersuchungen des kleinteiligen Ausbaubedarfs in den Knoten mit Hinblick auf den Deutschlandtakt abschlie\u00dfen werden. Die M\u00e4ngel in den Knoten K\u00f6ln und Frankfurt f\u00fchrten dazu, dass die fahrgastrelevante Reisegeschwindigkeit auf dieser Strecke (technische H\u00f6chstgeschwindigkeit 300km\/h) unter der auf der Strecke Hamburg-Berlin (technische H\u00f6chstgeschwindigkeit 230km\/h) liegt. 2018 soll auch der verfeinerte Zielfahrplan \u201e2030+\u201c vorliegen.<\/p>\n<p>Wasser in den Wein goss Baden-W\u00fcrttembergs Verkehrsminister Winfried Hermann, der das Startdatum 2030 in Zweifel zog. Auch 2030 werde im Rheintal in einigen Abschnitten noch das 3. und 4. Gleis fehlen.<\/p>\n<h5>\u201eTaktgeber\u201c gesucht<\/h5>\n<p>Im kommenden Jahr muss laut Ferlemann auch gekl\u00e4rt werden, wer in Sachen Deutschlandtakt \u201eden Hut aufhat\u201c und den Aufbau steuert. \u201eIch bin der \u00dcberzeugung, dass das nur das BMVI kann\u201c, sagte Ferlemann. Schlie\u00dflich sei das Ministerium auch der zentrale Geldgeber. \u201eIch wei\u00df, das klingt bl\u00f6de und &#8218;pro domo&#8217;\u201c, r\u00e4umte er ein, \u201eaber ich glaube, dass es richtig ist.\u201c Nur so lie\u00dfen sich Zielkonflikte vermeiden. Die Trassenvergabe solle allerdings au\u00dferhalb des BMVI liegen.<\/p>\n<p>Aus dem Publikum wurde allerdings auch eine Anstalt \u00f6ffentlichen Rechts mit Beteiligung der L\u00e4nder, der DB-Infrastruktursparte und der Verkehrsunternehmen vorgeschlagen. DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla lie\u00df ebenfalls Zweifel an Ferlemanns Vorsto\u00df durchblicken und pl\u00e4dierte daf\u00fcr, dass der Bahnsektor selbst einen Vorschlag macht.<\/p>\n<h5>Weitere BVWP-Aufr\u00fccker angek\u00fcndigt<\/h5>\n<p>Noch vor Weihnachten will das BMVI bekanntgeben, welche weiteren Bahnprojekte aus dem potenziellen in den vordringlichen Bedarf aufr\u00fccken werden. Indirekt lie\u00df er durchblicken, dass es auch f\u00fcr die Elektrifizierung der Strecke Leipzig-Chemnitz gut aussehe. Der Leiter der gastgebenden Landesvertretung Sachsen, Ulf Schnars, hatte zuvor daran erinnert, dass Chemnitz \u2013 rund 240.000 Einwohner \u2013 derzeit die gr\u00f6\u00dfte deutsche Stadt ohne Fernverkehrsanschluss ist.<\/p>\n<h5>Wege zu Planungs- und Baubeschleunigung strittig<\/h5>\n<p>Strittig blieb das Thema Planungs- und Baubeschleunigung. Hermann erkannte an, dass die Naturschutzauflagen \u201eein Riesenproblem\u201c beim Bahnausbau sind, wollte sich aber nicht Ferlemanns indirekt vorgetragenem Wunsch nach einer Lockerung der Vorschriften anschlie\u00dfen. Er schlug stattdessen vor, einen Vorrat von Ausgleichsfl\u00e4chen anzulegen, aus dem bei Bedarf abgebucht wird. Damit k\u00f6nne die Zeitspanne bis zum Baubeginn verk\u00fcrzt werden. Pofalla begr\u00fc\u00dfte, dass das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) zuk\u00fcnftig bundesweit als Anh\u00f6rungsbeh\u00f6rde t\u00e4tig werden soll und damit teilweise sehr unterschiedliche Vorgehen der Landesbeh\u00f6rden keine Rolle mehr spielt.<\/p>\n<h5>Zweifel an einheitlicher Bahnsteigh\u00f6he 76cm<\/h5>\n<p>Am Rande der Veranstaltung wurde erneut \u00fcber die vom Bund gew\u00fcnschte einheitliche Bahnsteigh\u00f6he 76cm diskutiert. Bahnpraktiker aus den Verkehrsunternehmen pl\u00e4dierten daf\u00fcr, den Unterschieds zwischen 55cm und 76cm gelassener zu betrachten. F\u00fcr die Fernverkehrsz\u00fcge mit einer Bodenh\u00f6he von \u00fcber 100cm mache es am Ende keinen Unterschied, ob ein oder zwei Stufen zu \u00fcberwinden sind. Ein stufenfreier Einstieg sei so oder so unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>Im Nahverkehr mit seinem hohen Fahrgastaufkommen sei ein stufenfreier Einstieg wichtiger. Dabei hat l\u00e4nderspezifisch oft der Zufall entschieden, welche Strategie verfolgt worden sei. Schleswig-Holstein habe sich zum Beispiel vor vielen Jahren f\u00fcr 76cm entschieden, weil damals mehr als die H\u00e4lfte des Fahrgastaufkommens bereits \u00fcber 76cm-Bahnsteige gegangen sei, war zu h\u00f6ren. Mecklenburg-Vorpommern hingegen habe sich nach der Wende f\u00fcr 55cm entschieden, weil es der Standard der Reichsbahn-Doppelstockwagen war und gleichzeitig eine zumutbare H\u00f6hendifferenz zu 38cm-Bahnsteigen darstellte. Auch vom 76cm-Bahnsteig sei der Einstieg in 55cm-Fahrzeuge zumutbar. (roe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2018 mehr Klarheit \u00fcber D-Takt \u201eTaktgeber\u201c gesucht Weitere BVWP-Aufr\u00fccker angek\u00fcndigt Wege zu Planungs- und Baubeschleunigung strittig Zweifel an einheitlicher Bahnsteigh\u00f6he 76cm Verkehrsstaatssekret\u00e4r Enak Ferlemann hat einer Bezuschussung des Fernverkehrs im Deutschlandtakt eine Absage erteilt.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[9],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1934624"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1934624"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1934624\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1934626,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1934624\/revisions\/1934626"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1934624"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1934624"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1934624"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}