{"id":1934510,"date":"2017-11-09T18:24:54","date_gmt":"2017-11-09T17:24:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1934510"},"modified":"2018-02-13T18:37:40","modified_gmt":"2018-02-13T17:37:40","slug":"erster-aufschlag-fuer-co2-emissionen-von-pkw-nach-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1934510","title":{"rendered":"Erster Aufschlag f\u00fcr CO2-Emissionen von Pkw nach 2021"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Am Ende steht das Vier-Liter-Auto<\/strong><\/li>\n<li><strong>Ein Teil der Ausnahmeregelungen bleibt<\/strong><\/li>\n<li><strong>Mehr Kontrolle nach der Typgenehmigung<\/strong><\/li>\n<li><strong>Gemischte Reaktionen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Streit zwischen Gabriel und Hendricks<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die EU-Kommission sieht sich noch nicht in der Lage, absolute CO2-Flottengrenzwerte f\u00fcr Pkw und leichte Nutzfahrzeuge f\u00fcr die Zeit nach 2021 zu beziffern, solange noch am WLTP-Messverfahren gearbeitet wird. <!--more-->Das geht aus dem am Mittwoch vorgestellten Verordnungsentwurf f\u00fcr die Zeit nach 2021 hervor.<\/p>\n<p>Der Verordnungsentwurf geh\u00f6rt zum 2. Teil des Mobilit\u00e4tspakets. Es umfasst au\u00dferdem eine Richtlinie, die die \u00f6ffentliche Beschaffung sauberer Kfz erleichtern soll, eine Richtlinie f\u00fcr den Kombinierten Verkehr, eine Verordnung zum Fernbusverkehr und schlie\u00dflich eine Richtlinie zum Aufbau der Infrastruktur f\u00fcr alternative Kraftstoffe.<\/p>\n<h5>Am Ende steht das Vier-Liter-Auto<\/h5>\n<p>Laut Verordnungsentwurf f\u00fcr die CO2-Emissionen m\u00fcssen die Hersteller sowohl f\u00fcr Pkw und f\u00fcr leichte Nutzfahrzeuge den CO2-Aussto\u00df bis 2025 gegen\u00fcber dem Zielwert von 2020\/21 (95g\/km bzw. 147g\/km nach NEFZ-Zyklus) um 15 Prozent und bis 2030 um 30 Prozent verringern. Weil es noch keine umfassende Umrechnungsformel f\u00fcr NEFZ- in WLTP-Werte gibt, nennt die Kommission lediglich das prozentuale Minderungsziel. Nach Sch\u00e4tzungen des International Council on Clean Transportation (ICCT) entsprechen 95g im NEFZ rund 119g\/km im WLTP. Ein Minus von 30 Prozent w\u00fcrde also im WLTP 83g\/km\u00a0 (3,6l Benzin oder 3,3l Diesel\/100km) bedeuten.<\/p>\n<h5>Ein Teil der Ausnahmeregelungen bleibt<\/h5>\n<p>Hersteller, die eine bestimmte Quote von Niedrig- oder Nullemissionsfahrzeugen auf den Markt bringen, werden mit lockereren CO2-Flottengrenzwerten belohnt. Die Quote soll erstmals f\u00fcr 2025 auf Basis des EU-Durchschnitts ermittelt werden. Herstellern mit hohem CO2-Flottenaussto\u00df wird weiterhin die M\u00f6glichkeit einger\u00e4umt, mit Herstellern verbrauchsarmer Fahrzeuge Pools zu bilden. Kleinserienhersteller werden ausgenommen. Die vielfach wegen Missbrauchs kritisierte Regelung zu \u201eSuper Credits\u201c f\u00fcr Niedrigemissionsfahrzeuge wird zwar verl\u00e4ngert, aber nur bis 2022. Dagegen werden \u201e\u00d6ko-Innovationen\u201c weiter mit bis zu 7g Nachlass beim zu ber\u00fccksichtigenden CO2-Aussto\u00df belohnt.<\/p>\n<h5>Mehr Kontrolle nach der Typgenehmigung<\/h5>\n<p>Die EU-Kommission soll ferner erm\u00e4chtigt werden, die Entwicklung von Realverbrauch und WLTP-Normverbrauch zu beobachten. Daf\u00fcr soll die Feld\u00fcberwachung und die \u00dcberwachung der Serienfahrzeuge intensiviert werden. Bei gravierenden Abweichungen des Normverbrauchs vom Realverbrauch darf sie Korrekturen anordnen.<\/p>\n<h5>Gemischte Reaktionen<\/h5>\n<p>Der Autoindustrieverband VDA h\u00e4lt die Regulierung f\u00fcr zu scharf. \u201eOb diese vorgeschlagenen CO2-Zielwerte zu erreichen sind, ist aus heutiger Sicht mehr als fraglich und h\u00e4ngt ma\u00dfgeblich davon ab, wie schnell alternative Antriebe in den kommenden Jahren von den Kunden angenommen werden und wie schnell die \u00f6ffentliche Infrastruktur aufgebaut wird,\u201c, teilte der Verband mit. Das verbindliche Zwischenziel f\u00fcr 2025 \u00fcberspanne die Anforderungen. Namentlich bei den leichten Nutzfahrzeugen dauerten die Modellzyklen bis zu zehn Jahre.<\/p>\n<p>Der Verkehrslub VCD forderte im Gegenteil, dass Deutschland sich bei den jetzt anstehenden Verhandlungen daf\u00fcr einsetzt, die CO2-Emissionen durch verbindliche Stra\u00dfenmessungen f\u00fcr CO2 ermitteln, analog zu den bereits verbindlichen RDE-Messungen f\u00fcr Stickoxide und Partikel. Die Belohnung durch einen Bonus auf den Flottengrenzwert beim \u00dcberschreiten der Quote von Niedrig-\/Nullemissionsfahrzeugen kritisierte der VCD als kontraproduktiv.<\/p>\n<h5>Streit zwischen Gabriel und Hendricks<\/h5>\n<p>Ein in der Bundesregierung nicht abgestimmter Brief von Au\u00dfenminister Sigmar Gabriel an EU-Klimaschutzkommissar Miguel Arias Canete sorgte unterdessen am Mittwoch f\u00fcr Emp\u00f6rung bei Barbara Hendricks, Umweltministerin (ebenfalls SPD). Gabriel hatte in dem Brief im Interesse der Autoindustrie f\u00fcr eine moderate Regulierung pl\u00e4diert. (roe)<\/p>\n<p><strong>Externe Links:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/transport\/modes\/road\/news\/2017-11-08-driving-clean-mobility_en\">Dokumentensammlung der EU-Kommission zum 2. Teil des Mobilit\u00e4tspakets<\/a> (ganz unten auf der Seite, derzeit nur auf Englisch)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.politico.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/Gabriel-an-Arias-Canete.pdf\">Brief von Au\u00dfenminister Sigmar Gabriel an EU-Klimaschutzkommissar Miguel Arias Canete<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Ende steht das Vier-Liter-Auto Ein Teil der Ausnahmeregelungen bleibt Mehr Kontrolle nach der Typgenehmigung Gemischte Reaktionen Streit zwischen Gabriel und Hendricks Die EU-Kommission sieht sich noch nicht in der Lage, absolute CO2-Flottengrenzwerte f\u00fcr Pkw und leichte Nutzfahrzeuge f\u00fcr die Zeit nach 2021 zu beziffern, solange noch am WLTP-Messverfahren gearbeitet wird.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1934510"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1934510"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1934510\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1935349,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1934510\/revisions\/1935349"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1934510"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1934510"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1934510"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}