{"id":1933957,"date":"2017-09-14T16:51:24","date_gmt":"2017-09-14T14:51:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1933957"},"modified":"2017-09-20T11:19:35","modified_gmt":"2017-09-20T09:19:35","slug":"vda-stellt-zur-iaa-eroeffnung-nox-grenzwerte-in-frage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1933957","title":{"rendered":"VDA stellt zur IAA-Er\u00f6ffnung NOx-Grenzwerte in Frage"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Merkel kritisiert indirekt Wissmann<\/strong><\/li>\n<li><strong>Trade-off zwischen CO2 und NOx unzul\u00e4ssig<\/strong><\/li>\n<li><strong>R\u00fcffel f\u00fcr ausl\u00e4ndische Hersteller<\/strong><\/li>\n<li><strong>IAA ohne Euro-6d-Diesel?<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Matthias Wissmann, Pr\u00e4sident des Autoindustrieverbandes VDA, hat bei der Er\u00f6ffnung der Automesse IAA am Donnerstag die Stickoxid-Grenzwerte f\u00fcr die Luftbelastung in Frage gestellt. <!--more-->\u201eW\u00e4hrend auf der Stra\u00dfe nur 40 Mikrogramm erlaubt sind, gilt f\u00fcr B\u00fcror\u00e4ume ein Richtwert von 60 Mikrogramm\u201c, sagte er. F\u00fcr Arbeitspl\u00e4tze in der Industrie gelte sogar Grenzwert von 950 Mikrogramm\/m3. \u201eKann man eigentlich von einem sinnvollen Regulierungskonzept sprechen, wenn das Immissionsniveau in Innenr\u00e4umen zum Teil viel h\u00f6her ist und gesetzlich sogar viel h\u00f6her sein darf? Rechtfertigt dieser Sachverhalt tats\u00e4chlich, mit Fahrverboten in Eigentum und Mobilit\u00e4t einzugreifen?\u201c Er verwies darauf, dass die amerikanische Umweltbeh\u00f6rde EPA &#8211; die nicht als industriefreundlich gilt &#8211; f\u00fcr die Stra\u00dfe einen Grenzwert von 100 Mikrogramm\/m3 vorschlage. Das w\u00fcrde bedeuten, dass es in Deutschland keine signifikanten \u00dcberschreitungen g\u00e4be.<\/p>\n<p>Der 40-Mikrogramm-Grenzwert entspricht allerdings den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO. Er ber\u00fccksichtigt auch geschw\u00e4chte Personen und Kinder. Der 950-Mikrogramm gilt f\u00fcr arbeitsmedizinisch speziell \u00fcberwachte Bereiche, wo zum Beispiel geschwei\u00dft wird. Der 60-Mikrogramm-Grenzwert f\u00fcr B\u00fcror\u00e4ume soll laut Umweltbundesamt perspektiv auf 40 Mikrogramm\/m3 heruntergesetzt werden.<\/p>\n<h5>Merkel kritisiert indirekt Wissmann<\/h5>\n<p>Im weiteren Verlauf der Er\u00f6ffnungsfeier lieferten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Wissmann einen indirekten Schlagabtausch. W\u00e4hrend Wissmann im Dieselskandal indirekt nur den Abgasbetrug des VW-Konzerns (und mutma\u00dflich des Fiat-Konzerns) als \u201egravierende Fehler\u201c bezeichnete, ging Merkel weiter: \u201eUnternehmen der Automobilindustrie haben Regelungsl\u00fccken exzessiv genutzt und sich damit nicht nur selbst Schaden zugef\u00fcgt, sondern auch Verbraucher und Beh\u00f6rden get\u00e4uscht und entt\u00e4uscht.\u201c Sie spielte damit auf die Motorschutz-Klausel in der EU-Verordnung 715\/2007 an, die als Begr\u00fcndung f\u00fcr die weit verbreiteten. \u201eThermofenster\u201c herhalten musste.<\/p>\n<h5>Trade-off zwischen CO2 und NOx unzul\u00e4ssig<\/h5>\n<p>Differenzen wurden auch bei der Bewertung der innermotorischen Effizienzzuw\u00e4chse deutlich. Wissmann verwies darauf, dass ein Diesel bis zu 25\u00a0Prozent weniger Kraftstoff als ein vergleichbarer Benziner und wesentlich bessere CO2-Werte aufweist. Merkel entgegnete hin, der Effizienzzuwachs sei durch Verkehrszuwachs und \u201egr\u00f6\u00dfere Fahrzeuge\u201c ausgeglichen worden. Unmissverst\u00e4ndlich gab sie zu verstehen, dass mit dem Pariser Klimaabkommen der Rahmen gesetzt ist. \u201eUns muss ein Wandel zu emissionsfreier Mobilit\u00e4t gelingen.\u201c<\/p>\n<p>Merkel widersprach der bisweilen aus der Autobranche zu vernehmenden Kritik, die Politik m\u00fcsse sich zwischen CO2 und Stickoxid-Senkung entscheiden. \u201eEin Entweder-Oder hilft hier gar nicht, beides muss m\u00f6glich werden.\u201c Sie betonte, das \u201ewir auf Jahrzehnte noch Verbrennungsmotoren brauchen werden, und zwar effiziente und sparsame\u201c.<\/p>\n<h5>R\u00fcffel f\u00fcr ausl\u00e4ndische Hersteller<\/h5>\n<p>Ungew\u00f6hnlich viel Beifall erntete sie f\u00fcr den Hinweis, dass auch die ausl\u00e4ndischen Hersteller f\u00fcr die Erhaltung und Verbesserung der Luftqualit\u00e4t verantwortlich sind. \u201e\u00dcber Deutschlands Stra\u00dfen rollen \u00fcber drei Millionen Dieselfahrzeuge ausl\u00e4ndischer Hersteller\u201c, sagte sie. \u201eDeshalb glaube ich, dass auch ausl\u00e4ndische Hersteller einen substanziellen Beitrag zur L\u00f6sung der Probleme leisten m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<h5>IAA ohne Euro-6d-Diesel?<\/h5>\n<p>Auf Kritik des Umweltschutzverbandes BUND stie\u00df Wissmanns Feststellung, die neueste Technologie zeige, \u201edass die Schadstoff-Grenzwerte \u2013 sowohl auf dem Pr\u00fcfstand als auch auf der Stra\u00dfe \u2013 eingehalten werden.\u201c Nach Recherchen des BUND ist kein einziges Fahrzeug der auf der IAA ausgestellten Dieselfahrzeuge schon nach RDE-Regeln zugelassen worden (Schadstoffklasse Euro 6d). \u201eK\u00e4ufer dieser fabrikneuen Fahrzeuge laufen noch immer Gefahr, zuk\u00fcnftig von Fahrverboten betroffen zu sein\u201c, warnte der BUND-Verkehrsexperte Jens Hilgenberg. Der BUND kritisiert, dass die Autohersteller solche Fahrzeuge weiterhin auf den Markt bringen und aktuell sogar mit so genannten \u201eUmweltpr\u00e4mien\u201c als sauber verkaufen.<\/p>\n<p>Aus Branchenkreisen ist zu h\u00f6ren, dass viele Hersteller Typzulassungen noch vor den 1. September vorgezogen haben sollen, um der Pflicht zu RDE-Tests zu entgehen. (roe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Merkel kritisiert indirekt Wissmann Trade-off zwischen CO2 und NOx unzul\u00e4ssig R\u00fcffel f\u00fcr ausl\u00e4ndische Hersteller IAA ohne Euro-6d-Diesel? Matthias Wissmann, Pr\u00e4sident des Autoindustrieverbandes VDA, hat bei der Er\u00f6ffnung der Automesse IAA am Donnerstag die Stickoxid-Grenzwerte f\u00fcr die Luftbelastung in Frage gestellt.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1933957"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1933957"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1933957\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1934006,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1933957\/revisions\/1934006"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1933957"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1933957"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1933957"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}