{"id":1933912,"date":"2017-09-11T17:44:43","date_gmt":"2017-09-11T15:44:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1933912"},"modified":"2018-08-31T11:50:26","modified_gmt":"2018-08-31T09:50:26","slug":"a-modelle-machen-betreibern-wenig-freude","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1933912","title":{"rendered":"A-Modelle machen Betreibern wenig Freude"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Kein Jammern in Bayern<\/strong><\/li>\n<li><strong>Unzufriedenheit in Th\u00fcringen&#8230;<\/strong><\/li>\n<li><strong>\u2026 und im Rheintal<\/strong><\/li>\n<li><strong>Desaster im Norden<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die hohen wirtschaftlichen Erwartungen der Investoren haben sich offenbar bei keinem der \u00d6PP-A-Modelle erf\u00fcllt. Das ergibt eine Auswertung der Gesch\u00e4ftsberichte im elektronischen Bundesanzeiger. <!--more-->Eine \u00e4hnlich existenzgef\u00e4hrdend desolate Lage wie bei A1 Mobil ist bei den anderen Betreibern allerdings nicht zu erkennen.<\/p>\n<h5><b>Kein Jammern in Bayern<\/b><\/h5>\n<p>Am besten scheint Autobahnplus A8 zu fahren, Betreiber der A8 zwischen M\u00fcnchen und Augsburg. Sie erwirtschafte laut dem j\u00fcngsten vorliegenden Gesch\u00e4ftsbericht 2015 einen Jahresfehlbetrag von knapp 0,8 Mio. EUR, 0,4 Mio. EUR weniger als 2014. Auff\u00e4llig ist, dass Autobahnplus A8 als einziger A-Modell-Betreiber nicht klagt, die Mauteinnahmen w\u00fcrden nicht f\u00fcr Tilgung und Zinsen ausreichen.<\/p>\n<p>An der Gesellschaft sind der niederl\u00e4ndische Baukonzern BAM mit 50 Prozent, der Finanzinvestor Infravia mit 25 Prozent, der Finanzinvestor Egis und Berger Bau mit 6 Prozent beteiligt.<\/p>\n<h5><b>Unzufriedenheit in Th\u00fcringen&#8230;<\/b><\/h5>\n<p>Deutlich schlechter steht es um die Betreiber der A4-Umfahrung H\u00f6rselberge und der A5 Malsch-Offenburg.<\/p>\n<p>\u201eDie Summe der Zins- und Tilgungsraten f\u00fcr das an den Konzessionsgeber gew\u00e4hrte Darlehen \u00fcbersteigt im Gesch\u00e4ftsjahr die dem Konzessionsnehmer f\u00fcr das Jahr 2015 zustehenden Mauterl\u00f6se\u201c, schreibt Via <span lang=\"en-GB\">Solutions<\/span> Th\u00fcringen f\u00fcr 2015. \u201eHierdurch werden f\u00fcr das laufende Jahr keine Umsatzerl\u00f6se f\u00fcr den Betriebs-\/Erhaltungsdienst realisiert.\u201c Der Jahresfehlbetrag betrug 9,2 Mio. EUR. Die Gesellschaft sei zwar bilanziell \u00fcberschuldet, die Ergebnisplanungen s\u00e4hen aber vor, \u201edass mittelfristig weiter Verluste realisiert werden und erst in k\u00fcnftigen Gesch\u00e4ftsjahren des Restvertragszeitraumes nachhaltig Gewinne erwirtschaftet werden\u201c. Eine insolvenzrechtlich relevante \u00dcberschuldung bestehe somit nicht.<\/p>\n<p>Eigent\u00fcmer sind laut Website der franz\u00f6sische Baukonzern Vinci (Eurovia) und der ebenfalls <span style=\"color: #000000;\">fran<\/span>z\u00f6sische Finanzinvestor Meridiam.<\/p>\n<h5>\u2026 <b>und im Rheintal<\/b><\/h5>\n<p>In \u00e4hnlicher Weise wie Via Solutions Th\u00fcringen klagt auch die Schwestergesellschaft Via Solutions S\u00fcdwest. \u201eDas aktuelle Verkehrsaufkommen bleibt hinter den urspr\u00fcnglichen Planungspr\u00e4missen zur\u00fcck, so dass die Mauterl\u00f6se die Summe der geplanten Zins- und Tilgungsraten f\u00fcr das an den Konzessionsgeber gew\u00e4hrte Darlehen nur teilweise decken\u201c, hei\u00dft es f\u00fcr 2015. Der Jahresfehlbetrag betrug 87 Mio. EUR, im Jahr zuvor waren es sogar 143 Mio. EUR. Der Schuldenberg stieg auf 299 Mio. EUR an.<\/p>\n<p>Via Solutions S\u00fcdwest geht zwar davon aus, dass ab 2034 Gewinne erwirtschaftet werden k\u00f6nnen, der Vertrag endet allerdings schon 2039. \u201eNach dem derzeitigen Planungsansatz ergibt sich, dass am Ende der gesamten Projektlaufzeit nachrangige Gesellschafterdarlehen und das Mezzanine-Kapital nicht vollst\u00e4ndig zur\u00fcckgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen\u201c, r\u00e4umt das Unternehmen ein, mit anderen Worten: Das Projekt kommt aus den roten Zahlen \u00fcber die Gesamtdauer nicht mehr heraus. Eine insolvenzrechtlich relevante \u00dcberschuldung bestehe nicht.<\/p>\n<p>Zu den Eigent\u00fcmer macht die Betreibergesellschaft keine Angaben, indirekt l\u00e4sst sich aber feststellen, dass darunter zumindest Vinci und Meridiam sind.<\/p>\n<h5><b>Desaster im Norden<\/b><\/h5>\n<p>Das schon aus Medienberichten bekannte desastr\u00f6se Bild bei A1 Mobil (Hamburg-Bremen) best\u00e4tigt auch der Gesch\u00e4ftsbericht f\u00fcr 2014. Der Bericht f\u00fcr 2015 liegt noch nicht vor.<\/p>\n<p>\u201eSchon beim Eintreten der urspr\u00fcnglich prognostizierten Wachstumsraten bez\u00fcglich der zuk\u00fcnftigen Verkehrsentwicklung unterliegt die A1 mobil GmbH &amp; Co. KG einem Bestandsrisiko\u201c, hei\u00dft es im Gesch\u00e4ftsbericht. \u201eUnter Anwendung der aktuellen Verkehrsentwicklung und der von der A1 mobil GmbH &amp; Co. KG im Zusammenwirken mit dem Verkehrsprognostiker erwarteten Wachstumsraten ist festzustellen, dass das Projekt in der urspr\u00fcnglich geplanten Konzeption bzw. ohne strukturelle Anpassungen langfristig nicht mehr tragf\u00e4hig sein d\u00fcrfte.\u201c Selbst wenn das Lkw-Verkehrs jetzt noch auf den urspr\u00fcnglich vorgesehenen Wachstumspfad einschwenkt, sei eine R\u00fcckzahlung aller Finanzmittel nicht gew\u00e4hrleistet. Der Schuldenberg betrug Ende 2014 704 Mio. EUR. Zum Vergleich: Das BMVI beziffert seine Verpflichtungen aus Haushaltsmitteln auf 1 Mrd. EUR.<\/p>\n<p>Seit Dezember 2015 besteht deshalb eine Stillhaltevereinbarung mit den Banken. Sie l\u00e4uft sp\u00e4testens Ende dieses Jahres aus. \u201eDie K\u00fcndigung und F\u00e4lligstellung der Kredite w\u00fcrde voraussichtlich zur Zahlungsunf\u00e4higkeit und Insolvenz der Gesellschaft f\u00fchren.\u201c<\/p>\n<p>Als der Bericht abgeschlossen wurde \u2013 offensichtlich im Laufe des Jahres 2016 \u2013 ging die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung noch davon aus, dass das Schlichtungsverfahren mit dem Bund bis Oktober 2016 zum Abschluss kommt. Dazu ist es bekanntlich nicht gekommen. Der Bund hat die Schlichtung abgebrochen (siehe <a href=\"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/bmvi-haelt-nachforderungen-fuer-das-a1-oepp-fuer-unbegruendet\/\">hier<\/a>) und das Unternehmen hat im August 2017 Klage eingereicht. Laut S\u00fcddeutscher Zeitung pr\u00fcfen nun Hedgefonds, in die Projektfinanzierung einzusteigen und die Klage zu forcieren.<\/p>\n<p>An A1 Mobil war Ende 2014 das Bauunternehmen Johann Bunte mit 57,5 Prozent beteiligt, der Finanzinvestor John Laing mit 42,5 Prozent. (roe)<\/p>\n<p><b>Externe Links:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.bmvi.de\/SharedDocs\/DE\/Artikel\/StB\/oepp-projekte-1-staffel-a-modell.html\">Projekt\u00fcbersicht der A-Modelle auf der BMVI-Websit<\/a>e<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/autobahn-finanzinvestoren-greifen-nach-deutscher-autobahn-1.3658328\">S\u00fcddeutsche Zeitung zum Einstieg von Hedgefonds bei A1 Mobil<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kein Jammern in Bayern Unzufriedenheit in Th\u00fcringen&#8230; \u2026 und im Rheintal Desaster im Norden Die hohen wirtschaftlichen Erwartungen der Investoren haben sich offenbar bei keinem der \u00d6PP-A-Modelle erf\u00fcllt. 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