{"id":1933897,"date":"2017-09-08T16:37:56","date_gmt":"2017-09-08T14:37:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1933897"},"modified":"2017-09-14T22:49:58","modified_gmt":"2017-09-14T20:49:58","slug":"vorschlag-fuer-technologieneutrale-treibhausgasminderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1933897","title":{"rendered":"Vorschlag f\u00fcr technologieneutrale Treibhausgasminderung"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>&#8222;Richtige&#8220; Antriebstechnik f\u00fcr die Zukunft noch nicht erkennbar<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Statt eines Verbrennungsmotorverbots sollte die Politik pr\u00fcfen, einen steigenden Anteil erneuerbarer Energien am gesamten \u201eKraftstoff\u201c-Mix des Stra\u00dfenverkehrs vorzuschreiben. <!--more-->Das schlug am Donnerstag Prof. Uwe Lahl auf einer Veranstaltung des Autoclubs ACE vor. Der f\u00fcr unkonventionelle Ans\u00e4tze bekannte Lahl ist auch Amtschef von Baden-W\u00fcrttembergs Verkehrsminister Winfried Hermann.<\/p>\n<p>Sein Ansatz ist, alle im Stra\u00dfenverkehr verwendeten Antriebsstoffe &#8211; von Benzin und Diesel bis hin zu Strom und synthetischen Kraftstoffen &#8211; nach ihren Treibhausgasaussto\u00df zu betrachten. Der Staat solle dann eine j\u00e4hrliche steigende Treibhausgasminderungsquote vorschreiben. Umgekehrt ausgedr\u00fcckt: Der Aussto\u00df von Treibhausgasen (THG) des Stra\u00dfenverkehrs muss jedes Jahr um einen bestimmten Prozentsatz sinken. Erwirtschaftete Minderungen d\u00fcrfen innerhalb des Stra\u00dfenverkehrs auch gehandelt werden.<\/p>\n<p>Das Instrument der THG-Minderungsquote wird in begrenztem Rahmen f\u00fcr die fossilen Kraftstoffe schon seit 2015 benutzt, haupts\u00e4chlich als Anreiz zur Biokraftstoff-Beimischung. Aktuell m\u00fcssen pro Jahr 4 Prozent der durch den Kraftstoffverbrauch emittierten Treibhausgase eingespart werden, bis 2020 steigt die Quote auf 6 Prozent.<\/p>\n<h5>&#8222;Richtige&#8220; Antriebstechnik f\u00fcr die Zukunft noch nicht erkennbar<\/h5>\n<p>Als Vorteil der umfassenden THG-Minderungsquote stellte Lahl heraus, dass der Staat keine bestimmte Antriebstechnik vorgibt, sondern es den Marktkr\u00e4ften \u00fcberl\u00e4sst, aus den Preissignalen einen passenden Technologiemix zu finden. \u201eIch halte nichts von Verboten\u201c, sagte er, \u201edas Leben muss entscheiden.\u201c Er halte es f\u00fcr naiv, jetzt schon wissen zu wollen, welche Antriebstechnik sich in zehn, 20 oder 30 Jahren durchsetzt. Es k\u00f6nne Batterieantrieb, Brennstoffzelle oder synthetischer Kraftstoff sein.<\/p>\n<p>Entschieden wandte er sich gegen den immer wieder aus dem Stra\u00dfenverkehrssektor zu h\u00f6renden Wunsch, den Verkehr doch in den Emissionshandel einzubinden. Die Kosten f\u00fcr jede vermiedene Tonne CO2 seien im Stra\u00dfenverkehr besonders hoch. Deshalb w\u00fcrde der Verkehrssektor versucht sein, solange wie m\u00f6glich Zertifikate zu kaufen, statt selbst CO2 zu vermeiden. Da das Ziel f\u00fcr 2050 aber ann\u00e4hernd Null Treibhausgase sei, sei zu bef\u00fcrchten, dass es in den letzten zehn oder 15 Jahren vor 2050 zu \u201edisruptiven Effekten\u201c f\u00fcr Wirtschaft und B\u00fcrger kommt, wenn die Umstellung pl\u00f6tzlich unvermeidbar wird.<\/p>\n<h5>Gemischte Resonanz<\/h5>\n<p>Lahls Vorschlag stie\u00df auf ein sehr unterschiedliches Echo. Weert Canzler vom Wissenschaftszentrum Berlin f\u00fcr Sozialforschung widersprach energisch: Um die Klimaziele zu erreichen, sei ein Verbot des Verbrennungsmotors wegen seiner geringen Energieeffizienz unumg\u00e4nglich. Lahl deutete an, dass der Verbrennungsmotor in seinem Modell irgendwann wegen seiner hohen Kraftstoffkosten von selbst unattraktiv wird.<\/p>\n<p>In Gr\u00fcnen-Kreisen war die Begeisterung begrenzt. Das Modell sei zu kompliziert, um es dem W\u00e4hler verst\u00e4ndlich zu machen, war zu h\u00f6ren. Die plakative Forderung nach einem Verbrennungsmotorenverbot sei einfacher zu verkaufen.<\/p>\n<p>Sympathien f\u00fcr den Vorschlag lie\u00df Hartmut Reupke von der Berliner Senatsverwaltung f\u00fcr Verkehr durchblicken: Man m\u00fcsse aus der einseitigen F\u00f6rderung bestimmter Technologien lernen, sagte er, ohne das Wort Diesel in den Mund zu nehmen. (roe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Richtige&#8220; Antriebstechnik f\u00fcr die Zukunft noch nicht erkennbar Statt eines Verbrennungsmotorverbots sollte die Politik pr\u00fcfen, einen steigenden Anteil erneuerbarer Energien am gesamten \u201eKraftstoff\u201c-Mix des Stra\u00dfenverkehrs vorzuschreiben.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1933897"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1933897"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1933897\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1933898,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1933897\/revisions\/1933898"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1933897"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1933897"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1933897"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}