{"id":1933886,"date":"2017-09-07T20:19:10","date_gmt":"2017-09-07T18:19:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1933886"},"modified":"2017-09-11T09:56:24","modified_gmt":"2017-09-11T07:56:24","slug":"masterplan-fuer-die-binnenschifffahrt-vorgeschlagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1933886","title":{"rendered":"Masterplan f\u00fcr die Binnenschifffahrt vorgeschlagen"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Bau kleinerer Schiffe f\u00f6rdern<\/strong><\/li>\n<li><strong>Motorenf\u00f6rderung breiter aufstellen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Forschung angepasst unterst\u00fctzen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Masseng\u00fcter im KV privilegieren<\/strong><\/li>\n<li><strong>Infrastruktur ausbauen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Was wird mit den Schifffahrtsabgaben?<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Binnenschifffahrtsverband BDB schl\u00e4gt f\u00fcr die n\u00e4chste Legislaturperiode einen \u201eMasterplan G\u00fcterbinnenschifffahrt\u201c vor. \u00dcbergeordnetes Ziel ist es, die Binnenschifffahrt als einzigen Verkehrstr\u00e4ger mit Kapazit\u00e4tsreserven so zu ert\u00fcchtigen, dass sie einen gr\u00f6\u00dferen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann.<!--more--><\/p>\n<h5>Bau kleinerer Schiffe f\u00f6rdern<\/h5>\n<p>Der in offensichtlicher Anlehnung an den Masterplan Schieneng\u00fcterverkehr konzipierte Vorschlag, der dem Verkehrsbrief vorliegt, sieht unter anderem vor, den Bau kleinerer Schiffe (67-85m L\u00e4nge) zu f\u00f6rdern, um so der steigenden Nachfrage f\u00fcr Transporte kleinerer Mengen zum Beispiel im Baustoff-, Futtermittel- oder Agrarbereich gerecht zu werden.<\/p>\n<p>Wie in der Begr\u00fcndung hei\u00dft, habe es in der Vergangenheit auf Wunsch der verladenden Wirtschaft einen Trend zu immer gr\u00f6\u00dferen Schiffen gegeben. Jetzt kehre sich der Trend um, weil zum Beispiel die Energiewende Kohletransporte zur\u00fcckgehen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Zudem w\u00fcrden es kleinere Schiffe erm\u00f6glichen, Wasserstra\u00dfen besser zu bedienen, bei denen die Schleusen f\u00fcr gro\u00dfe Schiffe nicht passierbar sind. Nebenbei w\u00fcrde die Problematik der neuen NRMM-Abgasnormen (siehe unter anderem <a href=\"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/bund-will-us-abgasstandards-fur-binnenschiffe\/\">hier<\/a>) etwas entsch\u00e4rft, weil in kleinen Schiffen Euro-VI-Motoren aus dem Lkw-Bereich verwendet werden k\u00f6nnten. Das notorisch finanzschwache Binnenschifffahrtsgewerbe k\u00f6nne den Umstieg auf kleinere Schiffe jedoch nicht aus eigener Kraft bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<h5>Motorenf\u00f6rderung breiter aufstellen<\/h5>\n<p>Um die Umr\u00fcstung auf NRMM-Motoren in der Bestandsflotte zu erleichtern, fordert der BDB eine Aufstockung und Vertiefung des Motorenf\u00f6rderprogramms. Neben der Remotorisierung mit neuen Dieselmotoren sollte auch der Einsatz synthetischer Treibstoffe oder Gas-Wasser-Emulsionstechnologien in den Katalog f\u00f6rderf\u00e4higer Ma\u00dfnahmen aufgenommen werden. Eine Aufstockung der F\u00f6rders\u00e4tze sei unumg\u00e4nglich.<\/p>\n<h5>Forschung angepasst unterst\u00fctzen<\/h5>\n<p>Der BDB pl\u00e4diert ferner indirekt daf\u00fcr, die Forschungsf\u00f6rderung f\u00fcr die Binnenschifffahrt aus der \u201esalzwassergepr\u00e4gten\u201c Schifffahrtsforschung des Bundeswirtschaftsministeriums ins BMVI zu verlagern. Die Musik in der Forschung f\u00fcr die Binnenschifffahrt spielt im universit\u00e4tsnahen Forschungszentrum DST in Duisburg, die F\u00f6rdersystematik des BMWi ist aber auf Industrieforschung ausgerichtet.<\/p>\n<h5>Masseng\u00fcter im KV privilegieren<\/h5>\n<p>Um die Verlagerung auf die Wasserstra\u00dfe zu unterst\u00fctzen, schl\u00e4gt der BDB weiter vor, die 44t-Gewichtsgrenze f\u00fcr Lkw im Kombinierten Verkehr auf Masseng\u00fcter auszuweiten. Anders als im KV mit Containern und anderen Beh\u00e4ltern soll die Gewichtsgrenze aber nur auf Antrag und in einem Umkreis von 40 bis 50km um den Verladehafen angehoben werden. Die pauschale Erh\u00f6hung auf 44t im KV mit Ladungsbeh\u00e4ltern war urspr\u00fcnglich damit begr\u00fcndet worden, dass das Beh\u00e4ltergewicht nicht auf Kosten der Nutzlast geht.<\/p>\n<h5>Infrastruktur ausbauen<\/h5>\n<p>Weiter fordert der BDB,<\/p>\n<ul>\n<li>die Ausbauma\u00dfnahmen des BVWP \u2013 zum Beispiel Rheinvertiefung oder Schleusen an Mosel und Neckar \u2013 z\u00fcgig und nicht erst im Laufe von Jahrzehnten umzusetzen. Bauma\u00dfnahmen, die nicht verkehrlichen Zwecken dienen \u2013 zum Beispiel Fischtreppen \u2013 sollten gesondert ausgewiesen werden.<\/li>\n<li>Infrastrukturma\u00dfnahmen ernsthaft danach zu priorisieren, wo die Erhaltungsnotwendigkeit am h\u00f6chsten ist, der verkehrliche Bedarf am gr\u00f6\u00dften ist und wo der volkswirtschaftliche Nutzen am ehesten gegeben ist.<\/li>\n<li>externe Planungskapazit\u00e4ten wie zum Beispiel Rhein-Main-Donau AG oder Deges st\u00e4rker zu nutzen<\/li>\n<li>den Netzzustandsbericht regelm\u00e4\u00dfig zu aktualisieren.<\/li>\n<\/ul>\n<h5>Was wird mit den Schifffahrtsabgaben?<\/h5>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Konfliktpotenzial d\u00fcrfte jedoch der Forderung innewohnen, die Schifffahrtsabgaben auf Null zu setzen. Der BDB begr\u00fcndet das mit der geplanten Trassenpreissenkung f\u00fcr den Schieneng\u00fcterverkehr, mit dem die Binnenschifffahrt in direktem Wettbewerb steht (siehe auch <a href=\"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/neue-gebuehrenszenarien-fuer-binnenschifffahrt\/\">hier<\/a>). Das erst 2013 komplett \u00fcberholte Bundesgeb\u00fchrengesetz sieht ausdr\u00fccklich Geb\u00fchren f\u00fcr die Nutzung von Anlagen der Wasserstra\u00dfen vor. (roe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bau kleinerer Schiffe f\u00f6rdern Motorenf\u00f6rderung breiter aufstellen Forschung angepasst unterst\u00fctzen Masseng\u00fcter im KV privilegieren Infrastruktur ausbauen Was wird mit den Schifffahrtsabgaben? 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