{"id":1933562,"date":"2017-08-03T13:17:22","date_gmt":"2017-08-03T11:17:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1933562"},"modified":"2017-08-11T17:40:56","modified_gmt":"2017-08-11T15:40:56","slug":"befreiungsschlag-durch-diesel-forum-offenbar-misslungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1933562","title":{"rendered":"Befreiungsschlag durch Diesel-Forum offenbar misslungen"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Importeure wollen Verpflichtungen nachliefern<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Ergebnisse des Nationalen Forums Diesel haben ein \u00fcberwiegend skeptisches bis entt\u00e4uschtes Echo hervorgerufen. <!--more-->Vergleichsweise freundlich \u00e4u\u00dferte sich das <b>Deutsche Verkehrsforum (DVF)<\/b>, zu dessen Mitgliedern allerdings auch BMW, Daimler und eine VW-Tochter geh\u00f6ren. \u201eMit Blick auf den Personenverkehr begr\u00fc\u00dfen wir neben der Nachr\u00fcstung durch die Autohersteller ausdr\u00fccklich, dass der Bund mehr Geld f\u00fcr die Anschaffung von schadstoffarmen kommunalen Fahrzeugen, etwa im \u00d6PNV und auch in die Infrastruktur, investieren wird\u201c, erkl\u00e4rte der Pr\u00e4sidiumsvorsitzende Ulrich Nu\u00dfbaum. \u201eAm Ende wird ein Ma\u00dfnahmenmix helfen, die geforderten EU-Grenzwerte bei Stickoxiden einzuhalten.\u201c<\/p>\n<p>Der <b>Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) <\/b>\u2013 der im Vorfeld heftig beklagt hatte, dass er nicht eingeladen war \u2013 sieht in den Beschl\u00fcssen einen \u201eersten Schritt zur Rehabilitierung des modernen Dieselmotors als sparsame, emissionsarme und umweltfreundliche Antriebsquelle\u201c. Es bestehe nun die begr\u00fcndete Hoffnung, \u201edass der mit zunehmender Hysterie gef\u00fchrten Hetzkampagne gegen den Diesel\u00a0 der N\u00e4hrboden entzogen werde\u201c. F\u00fcr die Nachr\u00fcstung werden die Werkstattbetriebe aber voraussichtlich an die Grenzen ihrer Kapazit\u00e4t gehen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Der <b>Automobilclub ADAC<\/b> sprach von einem \u201eersten Schritt in die richtige Richtung\u201c, forderte aber erneut eine Hardware-Nachr\u00fcstung. \u201eHier ist die Politik beim &#8218;Diesel-Gipfel&#8216; vor den wirtschaftlichen Interessen der Industrie eingeknickt, indem sie akzeptiert, dass betroffene Fahrzeuge &#8217;nur&#8216; mit einem kosteng\u00fcnstigen Software-Update versehen werden m\u00fcssen\u201c, erkl\u00e4rte Vizepr\u00e4sident Ulrich Klaus Becker. \u201eDie Automobilindustrie muss endlich liefern und die notwendigen Mittel hierf\u00fcr in die Hand nehmen.\u201c Becker begr\u00fc\u00dfte den Fonds \u201eNachhaltige Mobilit\u00e4t f\u00fcr die Stadt\u201c. F\u00f6rderung von Elektroantrieben in Bus- und Taxiflotten oder der Ausbau der \u00f6ffentlichen und privaten Ladeinfrastruktur sind als Absichtserkl\u00e4rung positiv, allerdings fehlt aus Sicht des ADAC ein klarer Zeitplan.<\/p>\n<p>Der <b>Verbraucherzentrale-Bundesverband<\/b> mahnte rechtsverbindliche Garantien der Hersteller f\u00fcr die Nachr\u00fcstung an. Es m\u00fcsse klar sein, wer f\u00fcr sp\u00e4tere Folgesch\u00e4den zahlt. VZBV-Vorstand Klaus M\u00fcller forderte zudem einen weiteren Autogipfel, an dem auch Verbrauchervertreter teilnehmen. \u201eEs kann nicht sein, dass die Interessen von Millionen Autofahrern und Millionen Menschen, die von den Stickoxidemissionen betroffen sind, au\u00dfen vor bleiben.\u201c<\/p>\n<p>Die Umweltverb\u00e4nde sprachen einhellig von einem Fehlschlag. Der <b>BUND<\/b> kritisierte die Ergebnisse als unzureichend. \u201eMit der Entscheidung f\u00fcr reine Software-Updates, die nicht einmal verpflichtend sind, werden Fahrverbote unausweichlich\u201c, erkl\u00e4rte der Verbandsvorsitzende Hubert Weiger. \u201eDie Industrie kommt mit kosteng\u00fcnstigen Updates der Motorsoftware davon statt wirksame Nachr\u00fcstungen der Hardware zu finanzieren.\u201c Die Hersteller d\u00fcrften sich nicht mit Kaufpr\u00e4mien f\u00fcr neue Diesel-Fahrzeuge oder einem Mobilit\u00e4tsfonds von ihrer Schuld freikaufen. Er forderte die Blaue Umweltplakette und einen sofortigen Verkaufsstopp f\u00fcr Euro-6-Diesel-Neuwagen, die die Abgasgrenzwerte im Realbetrieb \u00fcberschreiten.<\/p>\n<p>Der <b>Verkehrsclub Deutschland (VCD)<\/b> warf Bund und L\u00e4ndern vor, der Autoindustrie den Weg f\u00fcr eine Abwrackpr\u00e4mie \u00e4lterer Diesel-Autos zu ebnen. \u201eDas riecht nach einem Gesch\u00e4ftsmodell, hat aber mit Luftreinhaltung wenig zu tun.\u201c Die Nachr\u00fcstung bezeichnete Gerd Lottsiepen, der verkehrspolitische Sprecher, als \u201eFake\u201c. \u201eEs handelt sich um den Austausch einer fehlerhaften oder betr\u00fcgerischen Software gegen eine andere Software des gleichen Herstellers. Das Kraftfahrtbundesamt KBA zum Kontrolleur zu machen, passt ins Bild. Der Bundesvorsitzende Wasilis von Rauch erwartet, dass die Gerichte f\u00fcr mehrere St\u00e4dte Fahrverbote verlangen werden.<\/p>\n<p>Die <b>Deutsche Umwelthilfe<\/b> rechnete am Beispiel Stuttgarts vor, dass die zugesagte Software-Nachr\u00fcstung v\u00f6llig unzureichend ist: Wenn es richtig ist, dass selbst bei 100 Prozent Nachr\u00fcstungs-Teilnahmequote und 50-prozentiger NOx-Reduzierung am Auspuff durch die Updates die Belastung das Atemluft nur um 9 Prozent sinkt, w\u00fcrde eine freiwillige Nachr\u00fcstung (mit geringerer Teilnahmequote) und 25-30 Prozent Reduzierung am Auspuff nur 2 bis 3 Prozent bringen. Die DUH vermutet au\u00dferdem, dass es wegen der Thermofenster im Winterhalbjahr zu keinerlei Verbesserung der NOx-Emissionen kommen wird.<\/p>\n<h5>Importeure wollen Verpflichtungen nachliefern<\/h5>\n<p>Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), der am Mittwoch von der Politik heftig kritisiert worden war, weil er sich nicht auch zu den Software-Updates verpflichten lassen wollte, wird voraussichtlich in der kommenden Woche erste Hersteller nennen, die sich beteiligen. Wie ein Verbandssprecher gegen\u00fcber dem Verkehrsbrief erl\u00e4uterte, seien die deutschen Vertriebsorganisationen zwar mit ihren Mutterh\u00e4usern im Gespr\u00e4ch, in der K\u00fcrze der Zeit seien aber keine Zusagen zu erlangen gewesen. Auf jeden Fall werden sich einige Marken an der Umstiegspr\u00e4mien-Aktion beteiligen. (roe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Importeure wollen Verpflichtungen nachliefern Die Ergebnisse des Nationalen Forums Diesel haben ein \u00fcberwiegend skeptisches bis entt\u00e4uschtes Echo hervorgerufen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1933562"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1933562"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1933562\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1933636,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1933562\/revisions\/1933636"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1933562"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1933562"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1933562"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}