{"id":1933265,"date":"2017-07-06T18:45:22","date_gmt":"2017-07-06T16:45:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1933265"},"modified":"2017-07-14T14:01:46","modified_gmt":"2017-07-14T12:01:46","slug":"beitrag-von-biokraftstoffen-zur-klimawende-weiter-strittig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/?p=1933265","title":{"rendered":"Beitrag von Biokraftstoffen zur Klimawende weiter strittig"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Tank-versus-Teller-Bilanz nicht l\u00f6sbar<\/strong><\/li>\n<li><strong>Risikofaktor D\u00fcngung<\/strong><\/li>\n<li><strong>Welche Einsatzfelder kommen in Frage?<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Biokraftstoffe werden aus der Diskussion \u00fcber ihre tats\u00e4chliche Nachhaltigkeit nicht herauskommen. <!--more-->Das ist die Erkenntnis aus einer Veranstaltung der Agentur Erneuerbare Energien (AAE) in Zusammenarbeit in Zusammenarbeit mit den Biokraftstoffverband VDB und dem \u00d6lsaatenverband OVID in Berlin.<\/p>\n<h5>Tank-versus-Teller-Bilanz nicht l\u00f6sbar<\/h5>\n<p>\u201eF\u00fcr jedes Problem gibt es eine L\u00f6sung, die einfach, klar und falsch ist\u201c &#8211; mit diesem Zitat des US-Schriftstellers Henry Louis Mencken fasste Prof. Matthias Finkbeiner den Streit \u00fcber indirekte Landnutzungseffekte (iLUC) durch Biokraftstoffe zusammen. Die in der Praxis nur schwer \u00fcberpr\u00fcfbare Theorie besagt, dass durch Biokraftstoffe andere Landnutzungen verdr\u00e4ngt werden und dadurch zus\u00e4tzliche Belastungen f\u00fcr Umwelt und Klima entstehen. Die Spanne der errechneten Treibhausgas-Mehr- und Minderbelastungen reicht bei Biodiesel von 0 bis 60kg CO2 je erzeugtes Kilogramm Kraftstoff, bei Bioethanol von minus 2 bis plus 10kg. Ursache sei, dass die Autoren je nach Interessenlage die Systemgrenze f\u00fcr ihre Berechnungen enger oder weiter fassen.<\/p>\n<p>IlUC-\u00e4hnliche Effekte gebe es aber auch f\u00fcr fossile Kraftstoffe. So k\u00f6nnte man zum Beispiel zu den CO2-Emission aus nah\u00f6stlichem \u00d6l noch die CO2-Emissionen aus den Milit\u00e4reins\u00e4tzen zur Sicherstellung dieser \u00d6lquellen aufschlagen.<\/p>\n<p>Finkbeiner selbst lie\u00df keinen Zweifel, dass er die iLUC-Diskussion f\u00fcr absurd h\u00e4lt. Wenn ein Haushalt durch einen energieeffizienten K\u00fchlschrank 200 EUR Stromkosten im Jahr einspart und das Geld dann f\u00fcr einen Wochendtrip ausgibt, m\u00fcsste dessen Treibhausgas-Emissionen dem K\u00fchlschrank aufgeschlagen werden.<\/p>\n<h5>Risikofaktor D\u00fcngung<\/h5>\n<p>Auch Prof. Heinrich Stichnothe vom Th\u00fcnen-Institut f\u00fcr Agrartechnologie hob am Beispiel Rapsanbau f\u00fcr Biodiesel darauf ab, dass die Treibhausgas-Einsparung in erhebliche Ma\u00dfe von der Berechnungsmethode und der landwirtschaftlichen Praxis abh\u00e4ngt. Im Idealfall seien rund 70 Prozent m\u00f6glich. Vorausgesetzt werde aber zum Beispiel, dass auch das Rapsstroh verwertet wird. Aus rein landwirtschaftlicher Sicht sei das aber nicht unbedingt w\u00fcnschenswert. Ein anderer wichtiger Faktor sei die D\u00fcngung. Ideal sei G\u00fclle, doch die Hauptg\u00fclleaufkommen in Deutschland seien weit von den Rapsanbaugebieten entfernt. Minerald\u00fcnger aber berge die Gefahr der \u00dcberd\u00fcngung, wodurch das extrem klimasch\u00e4dliche Lachgas (N2O) entsteht.<\/p>\n<h5>Welche Einsatzfelder kommen in Frage?<\/h5>\n<p>Der ehemalige Bundesumweltminister J\u00fcrgen Trittin pl\u00e4dierte vor diesem Hintergrund f\u00fcr Zur\u00fcckhaltung beim Thema Biokraftstoffe. Er sehe als m\u00f6gliche Einsatzfelder eigentlich nur Seeschifffahrt und Luftverkehr. \u201eAnsonsten gibt es einen Konflikt mit nachhaltiger Landwirtschaft.\u201c Um Tank-versus-Teller-Konflikt zu entsch\u00e4rfen, pl\u00e4dierte er au\u00dferdem daf\u00fcr, tierische Fette zur Verwertung zuzulassen. (roe)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tank-versus-Teller-Bilanz nicht l\u00f6sbar Risikofaktor D\u00fcngung Welche Einsatzfelder kommen in Frage? Biokraftstoffe werden aus der Diskussion \u00fcber ihre tats\u00e4chliche Nachhaltigkeit nicht herauskommen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,9,8,11],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1933265"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1933265"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1933265\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1933371,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1933265\/revisions\/1933371"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1933265"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1933265"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verkehrsbrief.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1933265"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}